
Während der europäischen Handelssitzung am Freitag kann sich Gold (XAU/USD) über der runden Marke von 4700 US-Dollar behaupten. Das Edelmetall bewegt sich in einer etablierten Handelsspanne, da Marktteilnehmer auf die Veröffentlichung neuer US-Verbraucherinflationsdaten warten, bevor sie kurzfristig entschlossenere Positionen eingehen.
Der Markt erwartet, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) für März seinen Aufwärtstrend fortsetzt, angetrieben durch den Anstieg der Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten. Eine solche Entwicklung könnte die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung durch die Federal Reserve weiter verringern. Den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der FOMC-Sitzung vom 17.–18. März zufolge bleiben die Fed-Vertreter aufgrund des Risikos zunehmender Inflationsgefahren durch steigende Energiekosten vorsichtig. Zusätzliche Unterstützung für den US-Dollar stammt aus den geopolitischen Spannungen in der Straße von Hormus, die wiederum das Aufwärtspotenzial von Gold begrenzen.
Iran hat als Reaktion auf die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon den Schiffsverkehr auf dieser strategisch wichtigen Route vorübergehend ausgesetzt. Unterdessen erklärte der US-Präsident Donald Trump, Teheran gehe mit den Ölressourcen der Region schlecht um und warf dem Land vor, bereits getroffene Vereinbarungen zu verletzen. Der US-Präsident warnte zudem vor einer möglichen Wiederaufnahme der Angriffe, falls die laufenden Verhandlungen scheitern sollten, was das Risiko einer Eskalation in der Region aufrechterhält. Dieser Faktor stützt die Ölpreise, schürt Inflationssorgen und verstärkt die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve. Infolgedessen verliert Gold einen Teil seiner Attraktivität als unverzinsliches Anlageinstrument, auch wenn der fehlende starke Verkaufsdruck die Bären zu Vorsicht zwingt.
Gleichzeitig kündigte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu den Beginn direkter Gespräche mit Libanon an, die darauf abzielen, einen zentralen Streitpunkt innerhalb der fragilen Waffenruhe zwischen den USA und Iran zu lösen. Ein Vertreter des US-Außenministeriums bestätigte, dass das Treffen in der kommenden Woche in Washington stattfinden wird. Darüber hinaus sind für Freitagabend und Samstag stufenweise Gespräche zwischen den USA und Iran angesetzt, was die Erwartungen auf eine teilweise Stabilisierung erhöht. Diese Entwicklungen begrenzen die Zugewinne des Dollars und helfen, die Abwärtsrisiken bei Gold einzudämmen.
Aus technischer Sicht weist das Währungspaar XAU/USD eine neutrale bis bärische Tendenz auf und verbleibt in der Spanne zwischen den runden Marken von 4700 und 4800 US-Dollar. Die Oszillatoren sind bislang noch nicht in den positiven Bereich vorgedrungen und verharren im negativen Terrain, während der Relative-Stärke-Index näher an der neutralen Zone liegt, was darauf hindeutet, dass das Kräfteverhältnis zwischen Bullen und Bären nahezu ausgeglichen ist. Der nächste Widerstand befindet sich an der Marke von 4800 US-Dollar, während Gold in der 20-Tage-SMA nahe 4700 US-Dollar Unterstützung gefunden hat. Ein Durchbruch darunter würde den Weg zur nächsten Unterstützung bei 4600 US-Dollar freimachen, während der nächste Widerstand bei 4860 US-Dollar liegt. Im Vorfeld der US-Datenveröffentlichungen agieren Händler jedoch in alle Richtungen mit besonderer Vorsicht.