Das Währungspaar GBP/USD hat in dieser Woche fast 300 Punkte zugelegt. Der Hauptgrund dafür ist der deutliche Rückgang der Nachfrage nach dem sicheren Hafen US-Dollar. Sobald echte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran begannen und sogar ein zweiwöchiger Waffenstillstand erzielt wurde, begann der Markt rasch, den Dollar abzustoßen. Er wurde schlicht nicht mehr benötigt, da er in den vergangenen anderthalb Monaten als sicherer Hafen in Phasen erhöhter Risiken gedient hatte.

Ich habe in früheren Artikeln ebenfalls erwähnt, dass sich ein wichtiges und relativ seltenes „Three Drives Pattern“ ausgebildet hat, das die Aufwärtsbewegung ausgelöst hat. Damit erhielten Trader ein bullisches Signal, während der übergeordnete Trend durchgehend bullisch blieb. Die Geopolitik unterstützte die Bullen, was in einer Rally von nahezu 300 Punkten mündete. Der Waffenstillstand ist derzeit jedoch fragil, und die beteiligten Parteien haben noch nicht vollständig geklärt, für wen genau die Vereinbarung gilt und wo die Kampfhandlungen möglicherweise weiterhin andauern können. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, da Iran Israel und die USA der Verletzung des Waffenstillstands beschuldigt, während die USA Iran vorwerfen, gegen die Vereinbarungen zu verstoßen, indem es plant, durch die Straße passierende Tanker zu besteuern. Dennoch glaubt der Markt, dass Frieden möglich ist. Eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran wird in Kürze erwartet.
Die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs beider Währungspaare bleibt relativ hoch, da der Waffenstillstand im Nahen Osten instabil ist. Gleichzeitig ermöglichte das von einem Dreieck im Chart markierte Three Drives Pattern den Bullen, in die Offensive zu gehen – was bereits eine positive Entwicklung darstellt. Dieses Muster besteht aus drei aufeinanderfolgenden Swings, von denen jeder geringfügig tiefer liegt als der vorherige, was (in diesem Fall) auf die Erschöpfung eines bärischen Impulses hindeutet. Damit signalisiert die technische Analyse gute Chancen für eine weitere Aufwertung des Pfunds, auch wenn die Bullen weiterhin Unterstützung von der Geopolitik benötigen. In dieser Woche bildet sich eine bullische Imbalance, die künftig Möglichkeiten zur Eröffnung neuer Long-Positionen bieten wird.
Die Konjunkturdaten am Freitag unterstützten die Bullen zwar nicht, dennoch setzten sie die Aufwärtsbewegung dank Momentum und allmählich verbesserten geopolitischen Rahmenbedingungen fort. Der Inflationsbericht aus den USA zeigte eine deutliche Beschleunigung der Verbraucherpreise, was die Federal Reserve dazu zwingen könnte, eine Straffung der Geldpolitik in Erwägung zu ziehen. Wie viele andere jüngste Faktoren wurde dies von den Tradern jedoch weitgehend ignoriert.
In den Vereinigten Staaten deutet das Gesamtbild darauf hin, dass langfristig wenig für einen stärkeren Dollar spricht. Selbst der Konflikt mit Iran ändert an diesem Ausblick nicht viel. Die Lage der US-Währung bleibt langfristig schwierig und lediglich kurzfristig günstig. Der Arbeitsmarkt schwächt sich weiter ab, die Wirtschaft nähert sich zunehmend einer Rezession, und im Gegensatz zur EZB und der Bank of England plant die Federal Reserve für 2026 keine geldpolitische Straffung. Darüber hinaus hat im ganzen Land bereits die vierte große Protestwelle gegen Donald Trump stattgefunden. Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es keine soliden Gründe für ein anhaltendes Dollarwachstum.
Für einen nachhaltigen bärischen Trend beim Pfund wäre ein starkes und stetig positives Umfeld für den Dollar erforderlich, was unter Donald Trump schwer vorstellbar ist. Die Geopolitik hat den Dollar über mehr als einen Monat unterstützt, doch diese Unterstützung wird letztlich auslaufen. Wann genau, ist schwer zu sagen – der Dollar könnte also noch Wochen oder sogar Monate steigen – aber dauerhaft wird dieser Effekt nicht sein.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich
- USA – Verkäufe bestehender Häuser (14:00 UTC)
Am 13. April weist der Wirtschaftskalender nur ein zweitrangiges Ereignis aus. Der Nachrichtenhintergrund dürfte die Marktstimmung am Montag kaum beeinflussen, da sich die Trader weiterhin in erster Linie auf die geopolitische Lage konzentrieren.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps
Für das Pfund bleibt der langfristige Ausblick bullisch, doch aktuell gibt es keine neuen bullischen Patterns. Lediglich das Three Drives Pattern hat zuvor auf ein mögliches Wachstum hingewiesen. Der starke Rückgang der letzten Wochen war weitgehend unglücklichen Umständen geschuldet – nämlich der geopolitischen Eskalation. Ohne den von Donald Trump im Nahen Osten ausgelösten Konflikt wäre eine derart kräftige Dollar-Rally wahrscheinlich nicht zustande gekommen.
Der bärische Abschnitt kann derzeit noch nicht als vollständig beendet gelten. Der Kurs könnte weiterhin die Liquidität aus den letzten beiden bullischen Swings abgreifen, und der Waffenstillstand im Nahen Osten könnte scheitern. In diesem Fall würde der bärische Druck zurückkehren.
Kurzfristig können Trader mit neuen bullischen Mustern rechnen. Die sich in dieser Woche herausbildende bullische Imbalance wird künftige Chancen für Long-Positionen eröffnen. Sollte ein vollständiger und stabiler Waffenstillstand erreicht werden (nicht der derzeit fragile), könnte das Pfund seinen Anstieg in Richtung der Jahreshöchststände fortsetzen.