Im Stundenchart eröffnete das GBP/USD-Paar am Montag mit einem deutlichen Abwärts-Gap, drehte jedoch sofort zugunsten des Pfunds und zeigte einen kräftigen Anstieg in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3526–1,3539. Ein Abprall von dieser Zone am Dienstag würde den US-Dollar begünstigen und zu einem Rückgang in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3437–1,3465 führen. Sollte sich das Paar oberhalb des Bereichs 1,3526–1,3539 etablieren, können Händler mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung des nächsten Widerstandsbereichs bei 1,3604–1,3620 rechnen.

Die Wellensituation entwickelt sich erneut „bullish“. Die letzte Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch durchbrochen, während die letzte abgeschlossene Abwärtswelle das vorherige Tief nicht unterschritten hat. Die Geopolitik hatte den Bären fast zwei Monate lang eine nahezu vollständige Dominanz am Markt verschafft, doch dann begann sich der geopolitische Hintergrund in eine günstigere Richtung zu verschieben und gab den Bullen mehr Zuversicht. Über mehrere Wochen handelte das Pfund seitwärts zwischen den Marken von 1,3177 und 1,3465, doch gestern gelang ihm der Ausbruch aus dieser Spanne.
Der Nachrichtenhintergrund am Montag lässt sich eher als positiv für die Bären denn für die Bullen bezeichnen. Viele dürften vom Anstieg des Pfunds im Tagesverlauf überrascht gewesen sein, wenn man bedenkt, dass es zu Handelsbeginn stark gefallen war. Warum also starteten die Bullen eine neue Attacke, obwohl es keine positiven geopolitischen Entwicklungen gab? Meiner Ansicht nach hat der Markt seinen Fokus von den täglichen Nachrichten auf das breitere geopolitische „Plateau“ verlagert. Mit anderen Worten: Händler beurteilen nun eher die Gesamtlage als einzelne Ereignisse und Meldungen. Betrachtet man das große Ganze, hat sich in den vergangenen drei Tagen wenig geändert. Die Blockade der Straße von Hormus durch US-Kriegsschiffe hat am Ölmarkt nichts verändert, Gespräche zwischen Iran und den USA könnten bald wieder aufgenommen werden, und in den letzten Tagen wurden keine neuen Angriffe im Nahen Osten registriert. Damit halten sich die Konfliktparteien an eine zweiwöchige Waffenruhe, was Hoffnung auf ein Ende des Konflikts macht. Laut vielen Militärexperten werden die US-Seestreitkräfte die Straße von Hormus nicht lange halten können. Eine Eskalation ist möglich, da Iran vermutlich versuchen wird, die Blockade zu durchbrechen und möglicherweise US-Schiffe anzugreifen. Bislang ist dies jedoch nicht geschehen. Die Ölpreise zeigen sich zu Beginn der neuen Woche relativ stabil.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals stabilisiert, und nach mehreren Wochen der Unsicherheit sind die Bullen nun endlich in die Offensive gegangen. Die Konsolidierung oberhalb der Widerstandszone von 1,3439–1,3482 eröffnet die Möglichkeit eines weiteren Anstiegs des Pfunds in Richtung der Marken von 1,3540 und 1,3664. Auf den Indikatoren CCI und RSI bilden sich bärische Divergenzen aus.
Commitments of Traders (COT)-Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche bärischer geworden. Die Anzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 3.960, während die Short-Positionen um 217 sanken. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen beläuft sich nun im Wesentlichen auf: 47.000 gegenüber 104.000. Bereits seit sechs Wochen in Folge bauen Non-commercial-Händler ihre Short-Positionen aktiv aus und reduzieren gleichzeitig ihre Longs, was zu einem deutlichen Ungleichgewicht zwischen Long- und Short-Positionen geführt hat. In den letzten Wochen hatten die Bären die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht.
Ich glaube weiterhin nicht an einen Abwärtstrend beim Pfund, doch inzwischen hängt alles nicht mehr von Wirtschaftsindikatoren, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten gab es zunächst eine Korrektur bei weiterhin bestehendem Aufwärtstrend, und anschließend begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich zu verschärfen. Geopolitik bleibt der einzige Grund für die Stärke des US-Dollar.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- USA – Wöchentliche Veränderung der ADP-Beschäftigung (12:15 UTC)
- USA – Erzeugerpreisindex (12:30 UTC)
Am 14. April stehen im Wirtschaftskalender nur zwei eher unbedeutende Veröffentlichungen. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung wird am Dienstag minimal sein. Die Händler konzentrieren sich weiterhin in erster Linie auf geopolitische Nachrichten.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares sind heute möglich, falls es im Stundenchart zu einer Abprallbewegung vom Bereich 1,3526–1,3539 kommt, mit einem Ziel bei 1,3437–1,3465. Käufe waren möglich bei einem Schlusskurs oberhalb des Bereichs 1,3437–1,3465 mit Ziel 1,3526–1,3539 (dieses Ziel wurde erreicht). Neue Kaufgelegenheiten ergeben sich bei einem Schlusskurs oberhalb von 1,3526–1,3539 mit Ziel 1,3604–1,3620.
Die Fibonacci-Retracement-Niveaus werden im Stundenchart ausgehend von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart ausgehend von 1,3012–1,3868 berechnet.