
Der EUR/USD-Wechselkurs steigt, erreicht die runde Marke von 1,1800 und notiert damit auf dem höchsten Stand seit März, da Erwartungen auf diplomatische Fortschritte in der Iran-Frage Druck auf den US‑Dollar ausüben. Infolgedessen hat sich EUR/USD bereits den achten Handelstag in Folge verstärkt.
Trotz des Fehlens konkreter Ergebnisse der Friedensgespräche am Wochenende bleiben Marktteilnehmer an risikoreicheren Anlagen interessiert, in der Hoffnung, dass das diplomatische Zeitfenster für Iran offen bleibt. Die US-Vizepräsidentin JD Vance äußerte sich verhalten optimistisch über den Fortgang der Verhandlungen und verwies auf spürbare Fortschritte, wenn auch ohne endgültige Vereinbarungen. Diese Entwicklung mindert die Attraktivität des US‑Dollars und stützt damit den Euro.

Zusätzlicher Druck auf die US‑Währung resultiert aus der Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Leitzinsen der Federal Reserve. Der Dollar notiert in der Nähe seiner niedrigsten Stände seit Anfang März, wobei Risiken im Zusammenhang mit der Instabilität der Schifffahrt durch die Straße von Hormus übermäßigen Anlegeroptimismus begrenzen.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die Einleitung einer offiziellen Blockade dieser strategisch wichtigen Seeroute durch die US Navy bestätigt und damit gedroht, iranische Militärschiffe zu zerstören, die sich der Sperrzone nähern. Im Gegenzug drohte Iran Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman anzugreifen und hält damit das geopolitische Spannungsniveau hoch.
Zudem stützen Sorgen über ein mögliches Scheitern des Waffenstillstands und eine Wiederaufnahme bewaffneter Auseinandersetzungen den Dollar teilweise und begrenzen aggressive Long-Positionen im EUR/USD. Nichtsdestotrotz sprechen die zugrunde liegenden makroökonomischen Faktoren weiterhin für die Fortsetzung des seit den Tiefstständen im März bestehenden Aufwärtstrends des Währungspaares.
Aus technischer Sicht notiert das Paar über allen gleitenden Durchschnitten, und die Oszillatoren sind positiv, was auf eine bullische Dominanz am Markt hinweist. Nach dem Ausbruch über die runde Marke von 1,1800 dürfte das Paar sich in Richtung der nächsten runden Marke von 1,1900 bewegen, wobei auf dem Weg dorthin im Bereich von 1,1820–1,1850 mit Widerstand zu rechnen ist.
Die nächste Unterstützung liegt bei 1,1750; sollte dieses Niveau nicht halten, könnten die Kurse in Richtung der runden Marke von 1,1700 nachgeben. Solange die Oszillatoren jedoch positiv bleiben, führt der Weg des geringsten Widerstands nach oben.