Gestern schlossen die Aktienindizes mit kräftigen Gewinnen. Der S&P 500 stieg um 0,80 %, während der Nasdaq 100 um 1,59 % zulegte. Der Dow Jones Industrial Average gab hingegen um 0,15 % nach.

Die globalen Aktienmärkte durchlaufen derzeit eine Phase der Euphorie und erreichen nie dagewesene Höchststände. Rekordstände wurden erobert, gestützt durch ermutigende Hinweise auf eine mögliche Entspannung der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Diese Nachricht veranlasste Anleger dazu, geopolitische Risikoaufschläge zu reduzieren, was die Marktstimmung umgehend stützte.
Der breite globale Aktienindex, der MSCI All Country World Index, verzeichnete einen eindrucksvollen Anstieg von 0,3 % und markierte damit einen neuen Rekord. Dieser Zuwachs war der zehnte Tag in Folge mit kontinuierlichen Gewinnen und wurde von starken Unternehmenszahlen aus den USA getragen. Die robuste finanzielle Performance amerikanischer Unternehmen verbesserte die allgemeine Risikobereitschaft deutlich und trieb die Rally weiter an.
Auch die asiatischen Aktienmärkte legten kräftig zu und stiegen um 1,2 %. Damit konnten die asiatischen Börsen die Verluste, die während der Eskalation der Kampfhandlungen entstanden waren, fast vollständig wettmachen. Die Indizes Nikkei und S&P 500, die die Marktdynamik in Japan bzw. den USA widerspiegeln, haben neue Allzeithochs erreicht und bestätigen damit den globalen Aufwärtstrend.
Ein weiterer positiver Faktor für die Stimmung war, dass der Preis für Brent Rohöl sich um 95 US-Dollar pro Barrel hielt und damit deutlich unter dem letztmonatigen Hoch von nahezu 120 US-Dollar lag. Der US-Dollar blieb weitgehend unverändert.
Der MSCI All Country Index, der seit Beginn des Krieges bis zu seinem Tiefstand am 30. März um rund 9 % eingebrochen war, hat diese Verluste im Zuge der Erwartung wieder aufgeholt, dass die USA und der Iran letztlich ein Friedensabkommen erreichen werden. Das wiederauflebende Interesse an Technologiewerten trug ebenfalls dazu bei, die Verkäufe des vergangenen Monats rückgängig zu machen und führte zu einer technischen Korrektur bei mehreren Indizes.
Berichten zufolge erwägen die USA und der Iran, die derzeitige Waffenruhe – die am kommenden Dienstag ausläuft – um weitere zwei Wochen zu verlängern, um mehr Zeit für Gespräche über ein Friedensabkommen zu gewinnen. US-Präsident Donald Trump erklärte zudem, die Staats- und Regierungschefs Israels und des Libanon würden Gespräche aufnehmen.
Laut MLIV verzeichnen die wichtigsten asiatischen Aktienindizes eine weitere deutliche Erholung, da sich die Anleger wieder stärker auf die Profitabilität großer Unternehmen konzentrieren, während der Iran-Krieg in den Hintergrund rückt. Zudem sorgt das Tauziehen zwischen kurzfristigem Inflationsdruck und mittelfristigen Wachstumsrisiken für relativ stabile Zinsstrukturkurven am Anleihemarkt, was ein weiterer positiver Faktor für Aktien ist, fügen Experten hinzu.

Andernorts stieg Gold um 0,6 % und pendelte sich bei rund 4.820 US‑Dollar je Unze ein, während Silber um 1,8 % zulegte. US‑Staatsanleihen legten zu, wobei die Rendite der 10‑jährigen Benchmark um zwei Basispunkte auf 4,27 % zurückging, da niedrigere Ölpreise die Inflationssorgen dämpften.
Was das technische Bild des S&P 500 angeht, besteht die Hauptaufgabe der Käufer heute darin, den nächstgelegenen Widerstandsbereich bei 7.049 US‑Dollar zu überwinden. Dies würde dem Index Aufwärtsdynamik verleihen und den Weg für einen Anstieg auf 7.066 US‑Dollar ebnen. Ebenfalls Priorität für die Bullen hat die Verteidigung der Marke von 7.087 US‑Dollar, was die Position der Käufer stärken würde. Sollte es angesichts einer nachlassenden Risikobereitschaft zu einer Abwärtsbewegung kommen, müssen sich die Käufer im Bereich von 7.033 US‑Dollar behaupten. Ein Rutsch unter dieses Niveau würde das Instrument rasch zurück auf 7.013 US‑Dollar drücken und könnte den Weg in Richtung 6.993 US‑Dollar öffnen.