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FX.co ★ EUR/USD Smart Money Analyse: Der Markt legt eine Pause ein und wartet auf neue Verhandlungen

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Analysen:::2026-04-16T18:08:04

EUR/USD Smart Money Analyse: Der Markt legt eine Pause ein und wartet auf neue Verhandlungen

Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Aufwärtsbewegung fort, gestützt durch die Erwartung eines Waffenstillstands zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten sowie einer Einstellung der Kampfhandlungen im Nahen Osten. In den vergangenen zwei Tagen ist die Handelsaktivität – insbesondere auf der Käuferseite – deutlich zurückgegangen, was nicht überraschend ist, da der Markt nicht dauerhaft nach oben getrieben werden kann. Pausen sind notwendig. Zudem ist derzeit unklar, wann die nächste Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran stattfinden wird, auch wenn in den Medien intensiv darüber spekuliert wird. Donald Trump erklärte, der Krieg im Nahen Osten stehe kurz vor seinem Ende, doch der Markt braucht Fakten, keine Spekulationen. Er braucht eine einheitliche Position zu den zentralen Streitpunkten zwischen dem Iran und den USA.

EUR/USD Smart Money Analyse: Der Markt legt eine Pause ein und wartet auf neue Verhandlungen

In der vergangenen Woche wurde an der bullischen Imbalance 12 eine Reaktion beobachtet, die die aktuelle Aufwärtsbewegung ausgelöst hat. Damit hatten Trader die Möglichkeit, Long-Positionen zu eröffnen, die nun deutliche Gewinne aufweisen. Das geopolitische Umfeld hat sich im Vergleich zu vor zwei Wochen verbessert, was die starke Aufhellung der bullischen Stimmung wahrscheinlich mit erklärt. Meiner Ansicht nach haben jedoch mehrere Faktoren eine Rolle gespielt. Erstens konnte der Markt nicht unbegrenzt vor Risiko „fliehen“, indem er Dollar kaufte. Risiko ist kein Dauerzustand, und Kapital lässt sich relativ schnell wieder in sichere Anlagen umschichten. Zweitens gab es ein technisches Kaufsignal. Drittens hat Donald Trump seine Rhetorik in Bezug auf den Konflikt im Nahen Osten abgeschwächt. Zuvor hatte er Iran noch bedroht, jetzt spricht er vor allem von Verhandlungen und Vereinbarungen.

Das gesamte Wachstum des US‑Dollars in den vergangenen eineinhalb bis zwei Monaten wurde ausschließlich durch Geopolitik angetrieben. Sobald die USA und Iran sich auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt hatten, zogen sich die Bären sofort zurück und die Bullen drängten entschlossen in den Markt. Der Waffenstillstand ist derzeit zwar fragil, aber weiterhin intakt – trotz des Scheiterns der Gespräche in Islamabad am vergangenen Samstag. Ich habe wiederholt betont, dass ich nicht davon ausgehe, dass der Aufwärtstrend bereits beendet ist, auch wenn wichtige strukturelle Tiefs gebrochen wurden. Die Preisbewegungen der vergangenen zwei Monate könnten sich in einen Abwärtstrend verwandeln, falls sich die geopolitische Lage erneut verschlechtert – doch wie viel schlimmer kann es realistischerweise noch werden? Die meisten Worst‑Case‑Szenarien sind bereits eingetreten. Märkte preisen häufig im Vorfeld das pessimistischste Szenario ein, um dem Schlimmsten zuvorzukommen. Daher ist es möglich, dass die Marktteilnehmer den geopolitischen Konflikt im Nahen Osten bereits vollständig eingepreist haben.

Das technische Bild ist nun klarer geworden. Erstens zeigte der Kurs an der Imbalance 11 keinerlei Reaktion, sodass kein Verkaufssignal entstand. Zweitens reagierte der Kurs auf die Imbalance 12 und generierte damit ein bullisches Signal innerhalb eines bullischen Trends. Drittens hat sich eine neue bullische Imbalance 13 gebildet, die eine interessante Zone für künftige Long‑Positionen darstellt und als Unterstützungsbereich für den Euro fungiert.

Am Donnerstag gab es praktisch keinen nennenswerten Nachrichtenfluss. Der Verbraucherpreisindex der Eurozone stieg im März auf 2,6 % und lag damit leicht über den Erwartungen, doch die Marktteilnehmer hatten bereits mit einem kräftigen Anziehen der Inflation gerechnet. Der exakte Inflationsanstieg im ersten Monat des Nahostkonflikts ist nicht entscheidend. Im Mittelpunkt steht nun, welche nächsten Schritte die EZB unternehmen wird, und Christine Lagarde hat den Ausblick auf die Geldpolitik zu Wochenbeginn nicht weiter konkretisiert.

Es gibt nach wie vor viele Gründe, warum die Bullen auch im Jahr 2026 aktiv bleiben könnten, und selbst der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat diese nicht entscheidend geschwächt. Strukturell und auf globaler Ebene haben sich Trumps politische Leitlinien – die im vergangenen Jahr zu einer deutlichen Abschwächung des Dollars beigetragen haben – nicht verändert. Kurzfristig kann der US‑Dollar aufgrund von Risikoaversion zwar weiterhin zulegen, doch dafür wäre eine anhaltende Eskalation im Nahen Osten erforderlich, was kaum nachhaltig ist. Bereits eine einwöchige Pause hat dem Euro erlaubt, sich um fast 300 Punkte zu erholen. Dem Dollar fehlen derweil andere starke, stützende Faktoren. Ich rechne weiterhin nicht mit einem anhaltenden Bärenmarkt bei EUR/USD. Der Dollar hat temporäre Unterstützung erhalten – aber welche treibenden Kräfte sollen die Bären langfristig stützen?

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:

Am 17. April stehen im Wirtschaftskalender keine wichtigen Ereignisse an. Der Nachrichtenhintergrund dürfte die Marktstimmung am Freitag kaum beeinflussen.

EUR/USD‑Prognose und Trading‑Empfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Währungspaar weiterhin in der Aufbauphase eines Aufwärtstrends. Der Nachrichtenhintergrund hat sich vor zwei Monaten zwar deutlich verändert, doch der übergeordnete Trend kann bislang weder als aufgehoben noch als abgeschlossen gelten. Daher könnten die Bullen ihre Aufwärtsbewegung kurzfristig fortsetzen – vorausgesetzt, die geopolitische Lage dreht nicht abrupt wieder in Richtung Eskalation.

Zuvor hatten Bullen Gelegenheit, auf Basis des Signals von Imbalance 12 Long‑Positionen zu eröffnen, mit einem Zielbereich um 1,1670. Dieses Ziel wurde bereits vor einiger Zeit erreicht, und die Aufwärtsbewegung könnte sich in Richtung der Jahreshochs fortsetzen. Zudem hat sich eine neue Imbalance 13 gebildet, aus der künftig ein weiteres bullisches Signal hervorgehen kann. Für einen ununterbrochenen Anstieg des Euro wäre erforderlich, dass sich der Konflikt im Nahen Osten in Richtung eines dauerhaften Friedens entwickelt – wofür es derzeit jedoch keine klaren Anzeichen gibt. Gleichzeitig erhalten die Bären aber auch keine zusätzlichen Argumente für neue Angriffe. Kurzfristig würde ich mich daher in erster Linie auf die technische Analyse stützen.

Analyst InstaForex
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