Bitcoin zeigt weiterhin eine Art Aufwärtsbewegung, die seit über zwei Monaten nichts anderes als eine Korrektur ist. Dies ist im Tageschart deutlich zu erkennen. Darunter befindet sich noch immer ein unberührter Liquiditätspool, den der Preis mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % anlaufen dürfte. Wir gehen davon aus, dass Market Maker in naher Zukunft die Kurse manipulieren könnten, um Trader davon zu überzeugen, dass ein Aufwärtstrend begonnen hat. Zudem könnte Bitcoin im nächstgelegenen „bearischen“ FVG ein Verkaufssignal ausbilden – das erste auf dem Tageschart seit einigen Monaten.
Währenddessen berichten Experten von CryptoQuant, dass die Aktivität im Bitcoin-Netzwerk auf ein 8-Jahres-Tief gefallen ist. Die aktuellste Schätzung der Anzahl aktiver Adressen liegt bei 662.000. In den letzten zwei Monaten blieb der Kurs jedoch stabil, obwohl zuvor eine Korrelation vom Typ „geringe Aktivität – schwacher Markt“ zu beobachten war. Die Experten betonen, dass sich dieses Phänomen relativ einfach erklären lässt: Ein immer größerer Teil der Transaktionen erfolgt nicht mehr über das Hauptnetzwerk, sondern über verschiedene Instrumente und Derivate wie etwa ETFs. Diese fließen folglich nicht in die Gesamtzahl der aktiven Adressen und Transaktionen ein.
Gleichzeitig stellen Analysten von Glassnode fest, dass Privatanleger Bitcoin und anderen Kryptowährungen gegenüber weiterhin gleichgültig bleiben. Der Accumulation Trend Score liegt derzeit bei null, was auf Distribution (wie in früheren Artikeln erwähnt) oder auf fehlende Akkumulation hinweist. Keines dieser Szenarien spricht für ein nennenswertes Bitcoin-Wachstum in naher Zukunft, geschweige denn für einen Trend. Glassnode hält fest, dass das aktuelle Aktivitätsniveau eindeutig nicht zu einem „Boden“ des Marktes passt. Auch die ETF-Daten zeichnen ein widersprüchliches Bild. So verzeichnete etwa das IBIT-Instrument von BlackRock Zuflüsse von über 1.000 Bitcoin, während die Instrumente FBTC und GBTC zusammen rund 800 Bitcoin an Abflüssen verbuchten. Damit halten sich Angebot und Nachfrage derzeit in etwa die Waage, was wiederum nicht für den baldigen Beginn eines Bullenmarktes spricht.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:
Bitcoin bildet weiterhin einen voll ausgeprägten Abwärtstrend und eine Korrektur dagegen aus. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US-Dollar (dem 61,8%-Fibonacci-Level eines dreijährigen Aufwärtstrends), da es aktuell keine Anzeichen für eine Trendumkehr gibt. Allerdings wirkt selbst das Niveau von 57.500 US-Dollar nicht wie ein endgültiger Haltepunkt. Unter den aktuell interessanten Zonen ist auf dem Tageschart lediglich das nächstgelegene bearische FVG im Bereich von 79.300 bis 81.200 US-Dollar hervorzuheben. Auf dem 4‑Stunden‑Chart können lokale bullische Formationen für Long-Positionen genutzt werden, allerdings sollte man bedenken, dass Muster auf dem Tageschart schwerer wiegen und die Korrektur bereits zeitlich überdehnt ist. Auf dem 4‑Stunden‑Chart würden wir empfehlen, zunächst einen Strukturbruch abzuwarten und danach die Ausbildung bearischer Muster und Signale zu beobachten.
Handelsempfehlungen für ETH/USD:
Auf dem Tageschart setzt sich der Abwärtstrend fort, begleitet von einer Gegenbewegung in Form einer Korrektur. Das zentrale Verkaufsmuster war und bleibt der bearische Orderblock im Wochenchart. Wie von uns angedeutet, kann die durch dieses Signal ausgelöste Bewegung stark und lang anhaltend ausfallen. Seit seiner Ausbildung ist Ethereum um 65 % beziehungsweise 3.200 US-Dollar gefallen. In naher Zukunft kann Ethereum eine schwache Aufwärtskorrektur fortsetzen, doch jede solche Korrektur wird früher oder später enden. Auf dem 4‑Stunden‑Chart hat Ethereum alle jüngsten FVGs relativ sauber „abgearbeitet“, die Bewegungen bleiben jedoch schwach und korrektiv. Im nächstgelegenen FVG auf dem Tageschart kann sich ein Verkaufssignal ausbilden. Wir erinnern daran, dass ein Rückgang bei Ethereum einen Rückgang bei Bitcoin voraussetzt und dass jedes Signal auf einem um zwei Stufen niedrigeren Zeitrahmen bestätigt werden muss.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- CHOCH – Change of Character in der Trendstruktur.
- Liquidity – Liquidität, Stop-Loss-Orders von Tradern, die Market Maker zum Aufbau ihrer Positionen nutzen.
- FVG – Bereich der Preisineffizienz. Der Kurs läuft sehr schnell durch solche Zonen, was auf das vollständige Fehlen einer Marktseite hindeutet. Anschließend neigt der Preis dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und dort zu reagieren.
- IFVG – invertierter Bereich der Preisineffizienz. Nach der Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Kurs nicht darauf, durchbricht sie impulshaft und testet sie anschließend von der anderen Seite.
- OB – Orderblock. Die Kerze, in der der Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität abzugreifen und anschließend seine Gegenposition aufzubauen.

