
Am Dienstag steht das Währungspaar EUR/USD unter Druck, da sich der US‑Dollar nach einer Phase der Schwäche wieder stärkt. Positive US‑Konjunkturdaten in Verbindung mit nachlassendem Optimismus in der Eurozone erhöhen den Druck auf den Euro zusätzlich. Allerdings konnte das Paar seinen Rückgang nicht fortsetzen, da sich die Händler angesichts der Unsicherheit über mögliche Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran zurückhaltend zeigen.
Der US Dollar Index (DXY), der den Dollar gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, bewegt sich derzeit in einer Spanne zwischen 98,38 und 98,41.

Zuvor veröffentlichte Daten zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze im März gegenüber dem Vormonat um 1,7 % gestiegen sind, womit sie die Prognosen von 1,4 % übertrafen und das Wachstum gegenüber Februar (0,7 %) beschleunigten. Haupttreiber dieses Anstiegs war ein deutlicher Anstieg der Benzinpreise, ausgelöst durch die Eskalation der Konflikte mit Iran.
Die in die BIP-Berechnungen einfließenden Einzelhandelsumsätze stiegen um 0,7 %, und die Umsätze ohne Fahrzeuge legten um 1,9 % zu; beide Werte übertrafen die Erwartungen der Analysten. Auch die Arbeitsmarktdaten zeigten positive Tendenzen: Der gleitende Vierwochendurchschnitt der Beschäftigungsveränderungen von ADP stieg auf 54.800, nach 39.000 im Vormonat.
Insgesamt bestätigen die neuesten Berichte, dass die US-Wirtschaft trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheit robust bleibt, was die Federal Reserve voraussichtlich dazu veranlassen dürfte, ihren aktuellen politischen Kurs länger beizubehalten – insbesondere vor dem Hintergrund von Inflationsrisiken infolge steigender Ölpreise.

Händler analysieren außerdem Äußerungen von Kevin Warsh, einem Kandidaten für den Posten des Fed Chair, der eine Überprüfung des Inflationsmodells und einen „Regimewechsel“ in der Wirtschaftspolitik forderte und die Fed dafür kritisierte, zu lange an ihren Prognosen festgehalten zu haben.
Im Mittelpunkt steht jedoch weiterhin die Lage in den Beziehungen zwischen den USA und Iran vor dem Hintergrund der am Mittwoch auslaufenden Waffenruhe. In einem Interview mit CNBC erklärte Präsident Trump, dass er nicht beabsichtige, die derzeitige Waffenruhe zu verlängern. Er betonte, dass sich die USA in einer „sehr starken Verhandlungsposition“ befänden und „auf militärische Maßnahmen vorbereitet“ seien, falls die Friedensgespräche scheitern, wodurch sich das Risiko neuer Spannungen erhöht.
Die weiteren Aussichten für die zweite Runde der Friedensgespräche in Pakistan bleiben ungewiss, nachdem es am Wochenende zu einer Eskalation in der Straße von Hormus gekommen ist. Diese hat den Optimismus hinsichtlich einer Wiederaufnahme der Verhandlungen gedämpft, da Iran seine Teilnahme bislang nicht bestätigt hat.
Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des US-Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen am Dienstag. Die deutlichste Aufwertung des Dollar ist gegenüber dem japanischen Yen zu beobachten.

Aus technischer Sicht hat das Währungspaar Unterstützung an der 9‑Tage‑EMA gefunden. Darunter liegt eine weitere Unterstützungszone durch das Zusammenlaufen von drei gleitenden Durchschnitten um die runde Marke von 1,1700, gefolgt von der sehr wichtigen 200‑Tage‑SMA und der 20‑Tage‑SMA. Sollten diese Niveaus nicht gehalten werden, verlieren die Bullen die Kontrolle über die Situation. Solange die Oszillatoren jedoch positiv bleiben, sind die Bullen weiterhin im Spiel. Das nächstgelegene Ziel ist die runde Marke von 1,1800.