Während alle auf weitere Entwicklungen im Nahen Osten warten, lohnt es sich, ein paar Worte zum gestrigen Auftritt von Kevin Warsh, dem Kandidaten für den Vorsitz der Federal Reserve, vor dem Senat zu sagen. Seine Rede ließ keinen Zweifel an seiner unabhängigen Haltung.

Indem er erklärte, er werde keine „Marionette“ von Donald Trump sein, zeigte Kevin Warsh sein Bekenntnis zur geldpolitischen Unabhängigkeit – eine in der heutigen politischen Lage besonders wichtige Haltung. Seine Betonung des Leitzinses als „dominanter Kraft“ im Instrumentarium der Fed unterstreicht einen traditionellen Ansatz der Wirtschaftspolitik, der auf bewährten Steuerungsinstrumenten beruht.
Warsh sagte, dass Zinssenkungen einer „breiteren Gruppe von Menschen“ zugutekämen, was als Ziel einer inklusiveren wirtschaftlichen Entwicklung verstanden werden kann. Gleichzeitig deutete er eine Präferenz für den Abbau der Fed-Bilanz an und stellte damit die Zinspolitik über Eingriffe am Markt für Staatsanleihen. Dies signalisiert Vorsicht gegenüber unkonventionellen Maßnahmen und den Wunsch, zu besser kalkulierbaren geldpolitischen Mechanismen zurückzukehren.
Warsh äußerte besondere Besorgnis über die Benzinpreise, die sich seiner Ansicht nach „in die falsche Richtung bewegen“ und die Amerikaner leiden lassen. Diese Aussage verdeutlicht seinen Fokus auf die Realwirtschaft und deren Einfluss auf den Lebensstandard. Trotz dieser Herausforderungen ist er überzeugt, dass „die Wirtschaft noch Wachstumsspielraum hat“ – eine hoffnungsvolle Einschätzung, die auf weiteres Verbesserungspotenzial hindeutet.
Ein wichtiger Bestandteil seines Programms ist der Vorschlag, dass die Fed nicht nur bei der Geldpolitik mit der Regierung zusammenarbeiten soll. Das könnte auf die Bereitschaft schließen lassen, Maßnahmen über ein breiteres Spektrum wirtschaftspolitischer Fragen hinweg zu koordinieren. Schließlich verweist sein Ruf nach einem „neuen System zur Bekämpfung hartnäckiger Inflation“ auf die Komplexität des aktuellen geopolitischen Umfelds und auf die Bereitschaft, innovative Lösungen zur Stabilisierung der Preise zu suchen.
Der Devisenmarkt reagierte auf die Äußerungen des möglichen neuen Fed-Chefs eher verhalten. Der US‑Dollar könnte dadurch zwar etwas Unterstützung erhalten, doch stammt der Großteil dieser Unterstützung bislang von starken US‑Fundamentaldaten.
EUR/USD
Käufer müssen nun den Bereich um 1,1760 überwinden, um 1,1790 ins Visier zu nehmen. Von dort ist ein Anstieg bis 1,1822 möglich, allerdings wäre dies ohne Unterstützung durch größere Marktteilnehmer schwer zu erreichen. Das weiter entfernte Ziel liegt bei 1,1855. Bei Rücksetzern werden Käufer im Bereich von 1,1720 erwartet; ein Fall darunter könnte EUR/USD rasch in Richtung 1,1680 drücken. Das tiefste Abwärtsziel läge bei etwa 1,1650 (es wurde empfohlen, dort Long-Positionen zu eröffnen, falls bei 1,1720 keine Käufer auftreten oder nach einem neuen Tief bei 1,1680).
GBP/USD
Pfund-Käufer müssen den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3530 überwinden, um 1,3565 anzupeilen; ein Ausbruch darüber dürfte recht schwierig werden, mit einem weiter entfernten Ziel bei 1,3595. Bei einem Rückgang werden die Bären versuchen, bei 1,3505 die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt ihnen dies, würde ein Durchbruch dieser Spanne den Bullen einen empfindlichen Schlag versetzen und GBP/USD auf 1,3473 drücken, mit der Aussicht auf eine Ausweitung der Abwärtsbewegung bis 1,3450.