
Der Euro setzt seine Schwäche gegenüber dem US‑Dollar fort, da die anhaltenden Spannungen in der Straße von Hormus den positiven Effekt der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Washington und Teheran aufheben, was den Dollar stützt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts ist der EUR/USD‑Wechselkurs auf das runde Niveau von 1,1700 gefallen, wo sich die 100‑Tage‑SMA befindet, was auf einen zweiten aufeinanderfolgenden Tag mit Abwärtsdynamik hinweist. Unterdessen notiert der US‑Dollar‑Index (DXY), der die Wertentwicklung der amerikanischen Währung gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, bei etwa 98,55 und damit in der Nähe seiner Wochenhochs.

Nach Berichten iranischer Medien hat das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) zwei Schiffe in der Straße von Hormus aufgebracht. Diese Meldung erfolgt vor dem Hintergrund zuvor gemeldeter Angriffe auf zwei weitere Schiffe in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße, wie aus Daten der UK Maritime Trade Operations (UKMTO) hervorgeht.
Die Eskalation der Lage vollzieht sich vor dem Hintergrund der anhaltenden US-Seeblockade. US-Präsident Donald Trump verlängerte den Waffenstillstand mit dem Iran nur wenige Stunden, bevor er auslaufen sollte, was auf eine Strategie Washingtons hindeutet, den wirtschaftlichen Druck auf Teheran aufrechtzuerhalten. Die iranischen Behörden erklärten ihrerseits, die USA müssten die Blockade beenden, damit die Verhandlungen fortgesetzt werden können.
Laut der New York Post deutete Trump bereits am Freitag Gespräche mit dem Iran an, während die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, Teheran habe noch keine endgültige Entscheidung über eine Teilnahme an den Gesprächen getroffen.
Vor dem Hintergrund von Spannungen über Nuklear- und Raketenprogramme sehen die Märkte den Waffenstillstand als eine vorübergehende Pause in der militärischen Eskalation, was darauf hindeutet, dass sich der Konflikt hinziehen könnte. Dies bremst den Rückgang des US-Dollars und begrenzt das Aufwärtspotenzial des Währungspaares EUR/USD nach einer jüngsten Erholung zu Monatsbeginn.
Zugleich bleiben die Ölpreise auf einem hohen Niveau, was Inflationsrisiken erhöht und die Erwartungen an die Notenbanken prägt. Anleger rechnen vermutlich damit, dass die Federal Reserve die Zinsen über einen längeren Zeitraum hoch halten wird, während die Märkte mögliche Zinserhöhungen durch die European Central Bank in Betracht ziehen.

Was die Konjunkturindikatoren betrifft, wird für Mittwoch mit einer geringen wirtschaftlichen Aktivität in den USA gerechnet, sodass sich die Märkte auf geopolitische Ereignisse konzentrieren dürften. In der Eurozone ist der vorläufige Verbrauchervertrauensindex für April unterdessen von zuvor -16,3 auf -20,6 gefallen und hat damit den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren erreicht. Dies deutet auf eine Verschlechterung der Stimmung in den privaten Haushalten hin, vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise.
Aus technischer Sicht notiert das Währungspaar weiterhin über wichtigen gleitenden Durchschnitten, doch der Relative-Stärke-Index ist in die neutrale Zone zurückgefallen, was auf eine nachlassende Stärke der Bullen hinweist. Solange der 200‑Tage‑SMA jedoch seine Neigung nicht in Richtung eines Abwärtstrends verändert, besteht für die Bullen die Chance, ihre Stärke zurückzugewinnen.