Die Ölpreise verzeichnen ein robustes Wachstum, angetrieben durch geopolitische Spannungen und logistische Probleme. Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass der Preis für Brent-Rohöl 150 US-Dollar pro Barrel erreichen könnte, falls sich die derzeitige Situation in der Straße von Hormus in den nächsten fünf Wochen nicht ändert.

Die Straße von Hormus, ein entscheidender Energiekorridor, ist faktisch für die internationale Schifffahrt geschlossen. Die Kombination aus der iranischen Blockade und Vergeltungsmaßnahmen der Vereinigten Staaten hat diese strategische Route praktisch zum Erliegen gebracht. Die Einschränkung der Lieferungen durch die Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten seebasierten Öltransports verläuft, verringert zwangsläufig das Angebot am Markt.
Diese Angebotsverknappung schafft wiederum Bedingungen für einen starken Preisanstieg. Der Markt reagiert auf erhöhte Risiken und Unsicherheit, indem er mögliche künftige Engpässe in die aktuellen Notierungen einpreist. Eine Fortsetzung der derzeitigen Blockade wird ein ernstes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erzeugen und damit einen steilen Anstieg der Ölpreise auslösen.
In den vergangenen Tagen gab es zwar einen geringen Schiffsverkehr, bei dem es sich überwiegend um Iran zuzuordnende Schiffe handelt. Laut Schiffsortungsdaten haben am Montagmorgen drei mit Iran in Verbindung stehende Schiffe den Persischen Golf über die Meerenge verlassen. Schiffe aus anderen Ländern wurden nicht registriert.
Der Krieg im Nahen Osten, der nun seit neun Wochen andauert, hat enorme Mengen an Öl- und Kraftstofflieferungen daran gehindert, die globalen Märkte zu erreichen. Nachdem Bemühungen zur Wiederaufnahme von Friedensgesprächen ins Stocken geraten sind, überschritten die Ölpreise die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, wodurch die Straße von Hormus nahezu unpassierbar geworden ist.

In Bezug auf die aktuelle charttechnische Ausgangslage für Öl müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 100,40 USD überwinden. Dies würde ein Ziel im Bereich von 106,80 USD eröffnen, dessen Überwindung sich jedoch als ziemlich schwierig erweisen dürfte. Das weiter entfernte Ziel liegt bei rund 113,30 USD. Kommt es hingegen zu einem Rückgang des Ölpreises, werden die Bären versuchen, die Marke von 92,50 USD unter Kontrolle zu bringen. Gelingt ein Durchbruch durch diese Spanne, wäre dies ein ernsthafter Rückschlag für die Bullen und könnte den Ölpreis auf ein Tief von 86,67 USD drücken, mit der Möglichkeit eines weiteren Rückgangs bis auf 81,37 USD.