Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Dienstag erneut eine Konsolidierungsphase unterhalb der Marke von 1,3513–1,3539 gebildet und ist heute Morgen von dieser Zone nach unten abgeprallt. Daher könnten die Bären im Tagesverlauf einen Angriff in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3428–1,3437 starten. Ein Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung über dem Bereich von 1,3513–1,3539 würde das Pfund begünstigen und Raum für einen Anstieg in Richtung des Fibonacci-Levels von 61,8 % bei 1,3596 eröffnen.

Die Wellensituation bleibt „bullisch“. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, und die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten. Die Geopolitik verschaffte den Bären fast zwei Monate lang eine nahezu vollständige Dominanz am Markt, anschließend unterstützte der geopolitische Hintergrund drei Wochen lang die Bullen. Derzeit ist die Lage im Nahen Osten widersprüchlich, sodass sich Trader in einer Art Pausenmodus befinden. Um den „bullischen“ Trend zu brechen, wären zwei Abwärtswellen oder ein Durchbruch unter das Tief vom 6. April erforderlich.
Am Dienstag gab es weder in Großbritannien noch in den USA nennenswerte Konjunkturnachrichten. Alle wichtigen Berichte aus Großbritannien wurden bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht und vom Markt weitgehend gelassen ignoriert. In dieser Woche stehen die Sitzungen der Bank of England und der Federal Reserve an, die heute und morgen stattfinden, weshalb sich Trader nicht auf nachrangige Berichte und Ereignisse konzentrieren. Heute Abend wird die Fed den Leitzins unverändert lassen, und von Jerome Powell werden keine bedeutenden Aussagen erwartet. Morgen wird auch die Bank of England den Leitzins unverändert lassen, doch die Abstimmungsergebnisse des MPC-Ausschusses sind von Interesse. Der Markt rechnet damit, dass alle neun Mitglieder für eine unveränderte Zinshöhe stimmen. Die letzten beiden Sitzungen haben jedoch gezeigt, dass sich Trader häufig irren und Prognosen trügerisch sein können. Es ist unwahrscheinlich, dass auch nur ein Entscheidungsträger für eine Zinssenkung stimmen wird, ein Votum für eine Zinserhöhung ist jedoch möglich. Sollte die Zahl der Stimmen für eine Straffung der Geldpolitik größer als null sein, könnten die Bullen vor der endgültigen Aufhebung ihres Trends zu einem neuen Angriff ansetzen. In den vergangenen Tagen gab es keine neuen geopolitischen Meldungen, und selbst Donald Trump hat auf neue Drohungen gegenüber Iran verzichtet.

Auf dem 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals konsolidiert, was Erwartungen auf einen voll ausgeprägten „bullischen“ Trend zulässt. Der Rückprall vom Fibonacci-Niveau von 38,2 % – 1,3540 deutet auf einen gewissen Rückgang hin, doch das Kursbild im Stundenchart ist derzeit klarer, sodass es ratsam ist, diesen genauer zu beobachten. Aktuell sind keine sich abzeichnenden Divergenzen erkennbar.
Commitments of Traders (COT)-Bericht:

Die Stimmung der Trader-Kategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche weniger bärisch geworden. Die Anzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 8.139, während die Short-Positionen um 5.454 zunahmen. Die Kluft zwischen Long- und Short-Positionen beträgt nun effektiv 63.000 gegenüber 115.000. Sechs Wochen in Folge haben Non-commercial-Trader aktiv ihre Verkäufe erhöht und ihre Käufe reduziert, was zu einem starken Ungleichgewicht zwischen Long- und Short-Positionen geführt hat. In den letzten Wochen hatten die Bären die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht weiter verwundert.
Ich glaube weiterhin nicht an einen Bärenmarkt für das Pfund, aber inzwischen hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten. In den letzten Wochen hat sich der Markt zunehmend auf eine Deeskalation eingestellt, doch die jüngsten Meldungen deuten darauf hin, dass ein vollständiger Waffenstillstand noch in weiter Ferne liegt und der Krieg jederzeit wieder aufflammen kann. In diesem Fall könnte sich der Vorteil der Bären noch weiter verstärken.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- USA – Baugenehmigungen (12:30 UTC)
- USA – Aufträge für langlebige Gebrauchsgüter (12:30 UTC)
- USA – Verkäufe neuer Eigenheime (12:30 UTC)
- USA – FOMC Zinsentscheidung (18:00 UTC)
- USA – Pressekonferenz mit Jerome Powell (18:30 UTC)
Am 29. April umfasst der Wirtschaftskalender fünf Termine, von denen die Fed-Sitzung für Trader besonders im Fokus stehen dürfte. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung am Mittwoch wird vor allem in der zweiten Tageshälfte zu spüren sein.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Verkäufe des Paares waren nach einer Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3513–1,3539 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,3428–1,3437 möglich. Diese Positionen können mindestens bis zum Abend offen gehalten werden. Käufe sind möglich nach einem Schlusskurs oberhalb von 1,3513–1,3539 mit Zielen bei 1,3596–1,3620 oder nach einem Abprall von 1,3428–1,3437.
Die Fibonacci-Niveaus sind im Stundenchart von 1,3866–1,3158 und im 4-Stunden-Chart von 1,3012–1,3868 abgetragen.