
Das Währungspaar GBP/USD beendete die vergangene Woche schwächer, da Teheran und Washington in den Verhandlungen bislang keine gemeinsame Basis finden konnten. Offizielle Gespräche zwischen den Staaten finden zwar weiterhin nicht statt, dennoch berichten verschiedene Nachrichtenagenturen von einem andauernden Dialog. Am Freitag wurde bekannt, dass Washington einen neuen Vorschlag Irans ablehnte, der vermutlich keine Klausel zum Verzicht auf Atomwaffen enthielt. Es ist schwer, die Verlässlichkeit solcher Informationen einzuschätzen, doch der Markt reagiert gelegentlich darauf. So löste diese Nachricht etwa am späten Freitag einen Rückgang des Währungspaares aus.
In der kommenden Woche wird die Geopolitik weiterhin im Fokus des Marktes stehen. Die vergangene Woche hat erneut gezeigt, dass Händler derzeit weitgehend unbeeindruckt auf Konjunkturdaten reagieren und dass Entscheidungen der Zentralbanken sowie deren weitere Pläne inzwischen von nahezu allen Marktteilnehmern recht gut vorhersehbar sind. Im Vereinigten Königreich stehen diese Woche keine bedeutenden Veröffentlichungen an, während in den USA mehrere wichtige Daten veröffentlicht werden. Allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass unter den aktuellen Umständen selbst wichtige Ereignisse keine Marktbewegungen garantieren. In den vergangenen zweieinhalb Monaten hat der Markt eine Reihe bedeutender Berichte größtenteils ignoriert – das kann sich in dieser Woche wiederholen.
Die wichtigsten Daten werden naturgemäß ISM, JOLTs, NonFarm Payrolls und die Arbeitslosenquote sein. Der JOLTs-Bericht über offene Stellen ist eher zufällig in diese Liste geraten, und der ISM-Index für den Dienstleistungssektor könnte problemlos vom Markt ausgeblendet werden. Streng genommen sind nur zwei Veröffentlichungen wirklich interessant. Im März belief sich der Wert der NonFarm Payrolls auf 178.000, was einige Händler zu einem optimistischeren Blick in die Zukunft veranlasste. Man darf nicht vergessen: Wenn sich der Arbeitsmarkt vollständig erholt, kann die Federal Reserve die steigende Inflation durch Zinserhöhungen bremsen. Aber sollte man für April mit starken Non-Farm-Daten rechnen?
Aus unserer Sicht: nein. Die offiziellen Prognosen liegen bei 73.000. Im Februar betrug der Wert der Non-Farm Payrolls -133.000. Fast jeden Monat werden die offiziellen Zahlen für den Vormonat nach unten revidiert. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden in der amerikanischen Wirtschaft insgesamt nur rund 200.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die tatsächliche Zahl für April (ob über oder unter den Prognosen) wird das Gesamtbild und den Trend nicht verändern. Starke Non-Farm-Daten und eine niedrige Arbeitslosenquote könnten den Dollar am Freitag zwar stützen, doch der mittelfristige Trend für das Währungspaar GBP/USD bleibt aufwärts gerichtet, und das grundlegende Gesamtumfeld spricht weiterhin gegen den Dollar. Nur die Geopolitik kann die US-Währung retten, wofür sich der Konflikt im Nahen Osten allerdings erneut zuspitzen müsste.
Eine neue Eskalation des Konflikts wünschen wir uns selbstverständlich nicht, und wir gehen lediglich von einer langfristigen Abschwächung des Dollars aus. Die Politik von Trump lässt kaum ein anderes Szenario erwarten. Nach Einschätzung einiger Experten ist der Dollar nach einem 17-jährigen Aufwärtstrend weiterhin überkauft und überbewertet. Auch die Fed wird auf absehbare Zeit nicht unterstützend eingreifen können.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD in den letzten 5 Handelstagen beläuft sich zum 3. Mai auf 97 Pips und wird für dieses Paar als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Montag in einer Spanne zwischen 1,3477 und 1,3671 gehandelt wird. Der obere Kanal der linearen Regression ist abwärts gerichtet, was auf einen bärischen Trend hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, die auf eine bereits abgeschlossene Abwärtskorrektur hingewiesen hat.
Nächste Unterstützungszonen:
- S1 – 1,3550
- S2 – 1,3489
- S3 – 1,3428
Nächste Widerstandszonen:
- R1 – 1,3611
- R2 – 1,3672
- R3 – 1,3733
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Erholung nach zwei „Monaten der Geopolitik“ fort. Die Politik von Trump wird die US-Wirtschaft weiterhin belasten, daher rechnen wir 2026 nicht mit einer Aufwertung der amerikanischen Währung. Long-Positionen mit Zielen bei 1,3916 und darüber bleiben daher relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Notiert der Kurs unterhalb der gleitenden Durchschnittslinie, können aus technischer Sicht Short-Positionen mit Zielen bei 1,3477 und 1,3428 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Wochen hat sich die britische Währung erholt, und der geopolitische Faktor verliert zunehmend an Einfluss auf den Markt.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
- Murray-Level – Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) – zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am kommenden Tag voraussichtlich bewegen wird.
- CCI-Indikator – sein Eintritt in den überkauften Bereich (oberhalb von +250) oder den überverkauften Bereich (unterhalb von -250) signalisiert, dass eine Trendwende in die Gegenrichtung bevorsteht.