
West Texas Intermediate (WTI) Rohöl, die amerikanische Benchmark-Sorte, zeigt eine teilweise Erholung, nachdem am Montag der Handel begonnen hat.
Am vergangenen Wochenende kündigte US-Präsident Donald Trump die Absicht der Vereinigten Staaten an, Maßnahmen zu ergreifen, um im Straß von Hormus festgesetzte Schiffe zu befreien. Daraufhin sprach Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik im iranischen Parlament, eine offizielle Warnung aus, dass jegliche US-Einmischung in die Situation in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße einen Verstoß gegen den Waffenstillstand darstellen würde. Diese Entwicklung erhöht das Risiko einer Verschlechterung der Lage in der Region und schürt neue Sorgen über mögliche Störungen der Öllieferungen durch die Meerenge.
Darüber hinaus verstärkt der mangelnde Fortschritt in den Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran die Unsicherheit und stützt höhere Rohölpreise.
Unterdessen hat das Bündnis ölproduzierender Länder, einschließlich OPEC und ihrer Verbündeten, beschlossen, die Ölproduktion den dritten Monat in Folge zu erhöhen: Im Juni planen sieben teilnehmende Länder, die Förderung um 188.000 Barrel pro Tag auszuweiten. Es ist außerdem erwähnenswert, dass die durch Erwartungen eines stärkeren US-Dollar angekurbelte Kaufaktivität die Ölpreise drei Handelstage in Folge in der „roten Zone“ gehalten hat. Anhaltende geopolitische Risiken und wieder aufgekommene Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve stärken die US-Währung. Diese Konstellation mahnt zur Vorsicht und lässt keine verlässliche Aussage zu, dass die jüngste Korrektur vom nahezu zweimonatigen Hoch, das am vergangenen Donnerstag erreicht wurde, bereits abgeschlossen ist.
Aus technischer Sicht wird Öl über allen gleitenden Durchschnitten gehandelt, wobei die nächstgelegene Unterstützung in der 9‑Tage‑EMA liegt. Die Oszillatoren sind positiv und bestätigen die starke Position der Bullen. Daher bleibt der Weg des geringsten Widerstands weiterhin nach oben gerichtet.