Im Stundenchart ist das Währungspaar GBP/USD am Dienstag vom Unterstützungsbereich bei 1,3513–1,3539 nach oben abgeprallt, hat zugunsten des Pfunds gedreht und ist in Richtung des 61,8%-Korrekturlevels bei 1,3596 gestiegen. Ein erneuter Rückprall der Notierungen von diesem Niveau oder vom Widerstandsbereich bei 1,3611–1,3620 würde wieder für den US-Dollar sprechen und eine Wiederaufnahme des Abwärtstrends begünstigen. Ein Schlusskurs oberhalb des Bereichs 1,3611–1,3620 würde die Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden Anstiegs in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels bei 76,4% bei 1,3700 erhöhen.

Die Wellensituation bleibt „bullish“. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch durchbrochen, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief nicht unterschritten hat. Die Geopolitik verschaffte den Bären für zwei Monate nahezu die vollständige Kontrolle über den Markt, woraufhin der geopolitische Hintergrund die Bullen für drei Wochen unterstützte. Derzeit ist die Lage im Nahen Osten widersprüchlich, verschiebt sich jedoch in Richtung einer Eskalation des Konflikts und einer langwierigen Konfrontation zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Es wird für die Bullen in den kommenden Wochen schwierig sein, starke Vorstöße zu starten.
Der Nachrichtenhintergrund war am Dienstag eher ereignislos. Die US-Konjunkturdaten entsprachen nahezu vollständig den Markterwartungen, während der geopolitische Nachrichtenfluss sich auf neue iranische Angriffe auf die VAE beschränkte. Weitere bedeutende Entwicklungen gab es im Tagesverlauf nicht. Das Pfund wird weiterhin in zwei Richtungen gezogen. Auf der einen Seite hat die Bank of England in der vergangenen Woche eine recht „hawkishe“ Haltung eingenommen, was den Bullen erlaubt, ihre Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Auf der anderen Seite verschlechtert sich die geopolitische Lage – und das ist eine Tatsache. Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Situation im Nahen Osten könnten die Bären die Initiative ergreifen. Möglicherweise glaubt der Markt noch nicht an eine umfassende Eskalation der Kampfhandlungen, doch ein Waffenstillstand und Ruhe gehören vorerst der Vergangenheit an. Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten dauern an, wobei sich beide Seiten langsam aufeinander zubewegen, ohne gegenseitige Angriffe in der Region des Persischen Golfs zu unterlassen. Für das Pfund wird es schwierig sein, inmitten eines derart instabilen Informationsumfelds weiter zu steigen. Heute und am Donnerstag werden keine wichtigen Ereignisse erwartet. Die Aufmerksamkeit des Marktes hat sich auf Freitag verlagert, wenn der Nonfarm-Payrolls-Bericht und die US-Arbeitslosenquote veröffentlicht werden. Diese Daten könnten Aufschluss darüber geben, ob im Jahr 2026 mit zumindest einer Lockerung der Geldpolitik der Federal Reserve zu rechnen ist.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb eines abwärtsgerichteten Trendkanals stabilisiert, was auf die Möglichkeit eines voll ausgeprägten Aufwärtstrends hindeutet. Eine Konsolidierung oberhalb des Fibonacci-Niveaus von 38,2 % bei 1,3540 erlaubt die Erwartung einer Fortsetzung des Anstiegs in Richtung des Korrekturlevels von 23,6 % bei 1,3664, allerdings liefert der Stundenchart derzeit ein klareres Bild. Ich empfehle, den Stundenchart genauer zu beobachten. Heute sind keine sich abzeichnenden Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT)-Bericht:

Die Stimmung der Trader-Kategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche deutlich bärischer geworden. Die Anzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Kontrakte verringerte sich um 3.509, während die Short-Positionen um 5.091 zunahmen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei ungefähr 59 Tausend gegenüber 120 Tausend. Bereits seit sechs Wochen in Folge bauen Non-commercial-Trader ihre Short-Positionen aktiv aus und reduzieren ihre Longs, was zu einem erheblichen Ungleichgewicht geführt hat. In den vergangenen Monaten hatten die Bären klar die Oberhand – angesichts des geopolitischen Umfelds ist das nicht überraschend.
Ich rechne weiterhin nicht mit einem anhaltenden Abwärtstrend für das Pfund, aber derzeit hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von der Dauer, dem Ausmaß und den Folgen des Krieges im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hatte der Markt eher auf eine Deeskalation gesetzt, doch die jüngsten Meldungen deuten darauf hin, dass ein vollständiger Waffenstillstand noch in weiter Ferne liegt und der Konflikt jederzeit wieder aufflammen kann. In diesem Fall könnte sich der Vorteil der Bären weiter verstärken.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- USA – Veränderung der ADP-Beschäftigung (12:15 UTC).
Am 6. Mai weist der Wirtschaftskalender nur einen Eintrag auf, der nicht als wichtiger Indikator für den US-Arbeitsmarkt gelten kann. Der Einfluss des nachrichtlichen Umfelds auf die Marktstimmung dürfte am Mittwoch daher sehr gering ausfallen.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares sind heute möglich, falls es auf dem Stundenchart zu einem Abprall vom Bereich 1,3596–1,3620 kommt, mit einem Ziel bei 1,3526–1,3539. Kaufgelegenheiten boten sich bei einem Abprall vom Bereich 1,3513–1,3539 mit einem Ziel bei 1,3596–1,3620. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Long-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn der Kurs oberhalb des Bereichs 1,3611–1,3620 schließt, mit einem anschließenden Ziel bei 1,3700.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3866–1,3158 und im 4-Stunden-Chart von 1,3012–1,3868 ausgehend berechnet.