Handelsanalyse für Mittwoch:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD versuchte am Mittwoch, seinen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen, scheiterte jedoch erneut. In den vergangenen zwei Wochen ist die europäische Währung zwar gestiegen, doch die obige Abbildung zeigt deutlich, wie schwach dieser Anstieg ausgefallen ist. Der Aufwärtstrend ist minimal. Allerdings wertet auch der Dollar nicht auf, da weiterhin positive, wenn auch unbestätigte Signale aus dem Nahen Osten kommen. So wurde etwa gestern bekannt, dass Iran grundsätzlich zu einem Deal mit den USA bereit ist, jedoch „zu fairen Bedingungen“. Donald Trump erklärte außerdem, dass in Kürze ein „Rahmenabkommen“ mit Teheran unterzeichnet werden könnte, das helfen würde, eine Wiederaufnahme des Konflikts zu vermeiden und weitere Verhandlungen zu ermöglichen. Damit wissen wir weder, wie nah die Parteien einem zumindest vorläufigen Rahmenabkommen tatsächlich sind, noch ob sie bereit sind, bei den strittigsten Punkten Kompromisse einzugehen. Es treffen jedoch weiterhin positive Signale ein. Das makroökonomische Umfeld wurde von den Tradern erneut ignoriert.
5M-Chart des EUR/USD-Paares

Im 5-Minuten-Chart entstand am Mittwoch nur ein einziges Kaufsignal. Während der europäischen Handelssitzung durchbrach das Paar den Bereich 1,1745–1,1754, doch die Rally der europäischen Währung erwies sich als nur von kurzer Dauer. Bereits wenige Stunden später kehrten die Kurse in die Spanne 1,1745–1,1754 zurück, in der sie bis zum Ende des Tages verblieben.
Wie man am Donnerstag handelt:
Im Stundenchart bleibt der Aufwärtstrend intakt, doch der Euro bewegt sich bereits seit zwei Wochen in einer Range. Die geopolitische Lage verbessert sich nicht und kann sich jederzeit verschlechtern. Die Welt rechnet nicht mit einem echten Waffenstillstand zwischen Iran und Amerika und lernt, ohne Öl aus dem Nahen Osten zu leben. Daher ist es nicht mehr vernünftig, mit einer deutlichen Stärkung des Dollar zu rechnen. Maximal dürfte sich die Korrektur, die wir bereits seit fast einem Monat beobachten, fortsetzen.
Am Donnerstag können Anfänger Short-Positionen mit Ziel bei 1,1655–1,1666 eröffnen, sofern sich der Kurs unterhalb der Spanne 1,1745–1,1754 festigt. Neue Long-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des Bereichs 1,1745–1,1754 behauptet, mit einem Ziel bei 1,1830–1,1837.
Auf dem 5-Minuten-Chart sollten die folgenden Niveaus beachtet werden: 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1591, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837, 1,1899–1,1908. Am Donnerstag wird in der Eurozone ein Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen veröffentlicht, in den USA werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bekanntgegeben. Unter den aktuellen Umständen ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt auf diese Daten stark reagiert, jedoch gering.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die für seine Bildung (Abprall oder Ausbruch des Niveaus) benötigt wurde. Je weniger Zeit dafür nötig war, desto stärker das Signal.
- Wenn in der Nähe eines Niveaus zwei oder mehr Trades auf Grundlage von Fehlsignalen eröffnet wurden, sollten alle nachfolgenden Signale von diesem Niveau ignoriert werden.
- In einem Seitwärtsmarkt kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine generieren. Technische Niveaus können in solchen Phasen ignoriert werden.
- Im Stundenchart ist es vorzuziehen, Signale des MACD-Indikators nur bei guter Volatilität und einem durch Trendlinie oder Trendkanal bestätigten Trend zu handeln.
- Wenn zwei Niveaus zu dicht beieinander liegen (5–20 Pips Abstand), sind sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone zu betrachten.
- Nach einer Bewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop-Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Erklärung zu den Charts:
Preisniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand – Niveaus, die beim Eröffnen von Käufen oder Verkäufen als Kursziele dienen oder an denen Signale entstehen.
Rote Linien – Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend darstellen und anzeigen, in welche Richtung das Handeln derzeit vorzuziehen ist.
MACD-Indikator (14, 22, 3) – Histogramm und Signallinie – ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle dienen kann.
Wichtige Reden und Berichte (aus dem Wirtschaftskalender) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung so vorsichtig wie möglich gehandelt oder der Markt vorübergehend verlassen werden, um eine scharfe Kursumkehr gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten beachten, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Handelsstrategie und eines wirksamen Money-Managements ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im Trading.