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FX.co ★ Dem Euro sind die Folgen egal

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Analysen:::2026-05-07T22:51:01

Dem Euro sind die Folgen egal

Die Märkte sind inzwischen so sehr von einer Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten überzeugt, dass sie die wiederkehrenden Verstöße gegen die Waffenruhe weitgehend ausblenden. Der Iran greift die Vereinigten Arabischen Emirate an, während Israel Ziele im Libanon ins Visier nimmt und einen Kommandeur der Hisbollah ausschaltet. Dennoch betrachten Anleger die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran als Basisszenario, das in Frieden in der Region münden soll. US-Aktienindizes markieren neue Allzeithochs, die Ölpreise fallen und EUR/USD steigt.

Geopolitische Konflikte sind in der Regel vorübergehender Natur. Die Logik für Anleger ist daher einfach: Was zu Beginn einer Konfrontation stark gestiegen ist, sollte mit deren Ende wieder fallen. In der Folge ist Öl, das zuvor zu den stärksten Performern gehörte, in eine Verkaufswelle geraten, während Gold, das als Underperformer galt, nun als unterbewertet wahrgenommen wird und auf verstärkte Nachfrage trifft. Der einst starke US-Dollar verlor im Mai an Attraktivität. Im Gegenzug zieht der Euro neue Anhänger an.

Dynamik der US-Inflationserwartungen

Dem Euro sind die Folgen egal

EUR/USD bewegt sich zuversichtlich nach oben, begünstigt durch den Rückgang der Ölpreise, der die Inflationserwartungen in den USA gesenkt hat. Anleger beginnen zu glauben, dass das hohe Preisniveau in den Vereinigten Staaten ein vorübergehendes Phänomen ist. Sollte der Arbeitsmarkt im April Anzeichen von Schwäche zeigen, könnte die Federal Reserve leicht zu dem Gedanken zurückkehren, ihren Zyklus monetärer Expansion wieder aufzunehmen, insbesondere unter der Führung des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh.

Diese Situation ist für die Unterstützer des Dollars ernüchternd und für seine Gegner erfreulich. Es überrascht daher nicht, dass sich EUR/USD nach oben bewegt.

Diesmal jedoch zieht sich der geopolitische Konflikt in die Länge. Zudem wird es Zeit brauchen, die beschädigte Infrastruktur in den Ländern des Persischen Golfs wiederherzustellen. Hohe Ölpreise könnten anhalten und die globale Nachfrage sowie die Weltwirtschaft erheblich belasten. Die Hauptleidtragenden scheinen Nettoimporteure von Energieträgern wie die Eurozone und Japan zu sein. Dennoch werten sowohl der Euro als auch der Yen auf. Ist das ein Paradox?

Nein! Es geht um Momentum. Der Markt befindet sich auf einer Achterbahnfahrt und glaubt, dass sich alles wieder normalisiert. Auf Seiten von EUR/USD spielen die Markterwartungen von zwei geldpolitischen Straffungsschritten durch die EZB, mit der Möglichkeit eines dritten, eine Rolle. Sollte die hohe Inflation nur vorübergehend sein, ist klar, dass die Europäische Zentralbank die Geldpolitik nicht aggressiv straffen wird – falls sie überhaupt etwas unternimmt. Ein Rückgang der Markterwartungen könnte für den Euro eine unangenehme Überraschung werden.

Dem Euro sind die Folgen egal

Vorerst, solange an den Märkten Euphorie herrscht, fühlt sich das Hauptwährungspaar wie ein Fisch im Wasser. Wir werden sehen, wie lange diese Feier an der Bull Street noch andauert.

Technisch gesehen testet EUR/USD im Tageschart die obere Begrenzung der Fair-Value-Spanne bei 1,1675–1,1775. Gelingt es den Käufern, sich durchzusetzen, eröffnet dies die Möglichkeit, Long-Positionen aufzubauen. Umgekehrt wäre eine Abprallbewegung von diesem wichtigen Widerstandsniveau ein Anlass, Euro zu verkaufen.

Analyst InstaForex
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