
Am Donnerstag bewegte sich das Währungspaar EUR/USD relativ ruhig und handelt insgesamt bereits seit drei Wochen in einer begrenzten Preisspanne, wie im 4-Stunden-Chart deutlich zu erkennen ist. Wie wir sehen, drängen die Bären nicht auf einen Angriff; es gibt dafür weder Gründe noch Ansatzpunkte. Gleichzeitig haben es die Trader auch nicht eilig, das Paar weiter zu kaufen, da der Waffenstillstand zwischen Iran und den USA jederzeit wie eine fragile Vase zerbrechen könnte. Der Markt hat daher eine abwartende Haltung eingenommen.
Unterdessen bereitet Donald Trump den Boden für eine neue Weltordnung. Viele warten nun auf eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten in der Hoffnung auf niedrigere Energiepreise und darauf, endlich aufatmen zu können. Unserer Ansicht nach enden Trumps Ambitionen, die Welt umzugestalten, jedoch nicht mit dem Konflikt mit Iran. Zum einen sollte man nicht vergessen, dass Trump mit Kuba und praktisch allen lateinamerikanischen Ländern sehr unzufrieden ist. Zum anderen ist der US-Präsident auch mit der Europäischen Union nicht glücklich. Folglich wird sich der nächste Konflikt nach Iran ergeben. Mit Europa könnte er in einem neuen Handelskrieg münden, während er mit den lateinamerikanischen Ländern in einem umfassenden Krieg oder in einer Operation ähnlich der in Venezuela enden könnte. Solange Trump Präsident der Vereinigten Staaten bleibt, ist also an Entspannung nicht zu denken.
Erst in der vergangenen Woche erinnerte sich Trump plötzlich wieder an den Handelskrieg und zeigte sich überrascht, dass das Handelsabkommen mit der EU vom Europäischen Parlament noch immer nicht ratifiziert wurde, obwohl bereits neun Monate vergangen sind. Brüssel ist durchaus zu verstehen. Trumps Zölle wurden vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt. Der Präsident im Weißen Haus führte umgehend neue Zölle anstelle der alten ein, doch einige Länder hatten sich bereits auf Handelsabkommen mit den USA auf Grundlage der ursprünglichen Zollvariante verständigt. Daher ist der Europäischen Union nicht klar, auf welcher rechtlichen Basis sie ein Abkommen ratifizieren soll, das auf Washingtons rechtswidriger Erpressung beruht.
Außerdem wurde im vergangenen Sommer eine Zollvariante diskutiert, nur um dann festzustellen, dass Trump eine neue Variante vorgeschlagen hatte (da die alten vom Gericht kassiert worden waren). Dieses neue Zollpaket kann höchstens 150 Tage in Kraft sein. Übrigens läuft diese Frist von 150 Tagen in Kürze ab, und für eine Verlängerung ist die Zustimmung des Kongresses erforderlich. Vereinfacht gesagt, Brüssel hat es nicht eilig, das Abkommen zu ratifizieren, während Trump erneut mit Handelssanktionen droht. Dieses Mal geht es um europäische Autos. Derzeit gilt in den USA ein Zollsatz von 15 %; wenn Brüssel sich nicht beeilt, wird er auf 25 % erhöht. Man sollte sich nur vor Augen führen, dass sämtliche Zölle erneut von den Amerikanern gezahlt werden, nicht von der Europäischen Union. Für sie könnten europäische Autos noch teurer werden. Und jene 150 Milliarden Dollar, die im vergangenen Jahr rechtswidrig eingezogen wurden, gedenkt das Weiße Haus niemandem zurückzuerstatten. Eine neue Runde des Handelskriegs mit der Europäischen Union ist ein weiterer Faktor, der 2026 zum Rückgang des Dollars beitragen dürfte.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen beträgt zum 8. Mai 64 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Freitag in einer Spanne zwischen 1,1698 und 1,1826 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat sich abgeflacht, was auf eine Trendwende nach oben hindeutet. Tatsächlich könnte der Aufwärtstrend des Jahres 2025 bereits wieder aufgenommen worden sein. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat zwei „bärische“ Divergenzen ausgebildet, was auf den Beginn einer Abwärtskorrektur hinweist.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,1719
S2 – 1,1658
S3 – 1,1597
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,1780
R2 – 1,1841
R3 – 1,1902
Handelsempfehlungen:
Das Paar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem Aufwärtstrend, da der geopolitische Einfluss auf die Marktstimmung nachlässt und sich die geopolitischen Spannungen abschwächen. Das übergeordnete fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt äußerst negativ, daher rechnen wir langfristig weiterhin mit einem Anstieg des Paares. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können auf Basis der technischen Analyse Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1698 und 1,1658 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1826 und 1,1841 relevant. Der Markt entfernt sich zunehmend von geopolitischen Faktoren, und der Dollar verliert seinen einzigen Wachstumstreiber.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, weist dies auf einen starken Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) gibt den kurzfristigen Trend und die Richtung vor, in die gehandelt werden sollte.
- Murray-Level – Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) – zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am folgenden Handelstag bewegen dürfte.
- CCI-Indikator – sein Eintritt in überkaufte Bereiche (über +250) oder überverkaufte Bereiche (unter -250) signalisiert, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung näherrückt.