Die Goldpreise sind heute während der asiatischen Handelszeiten nach einem moderaten Anstieg über zwei Tage deutlich gefallen, da die Händler zunehmend besorgt über die festgefahrene Situation im Konflikt im Nahen Osten sind.

Der Preis für Gold zur sofortigen Lieferung näherte sich 4.696 US-Dollar je Unze und machte damit frühere Gewinne zunichte. Am Montag verspottete Präsident Donald Trump die Reaktion Irans auf den US‑Friedensvorschlag und erklärte, dass der fragile Waffenstillstand in der Straße von Hormus auf der „Intensivstation“ liege und keine schnelle Lösung des Konflikts verspreche. Diese scharfen Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen im Persischen Golf, wo Iran weiterhin Druck auf die internationalen Schifffahrtsrouten ausübt, insbesondere durch die Straße von Hormus.
Trump, bekannt für seinen unverblümten Kommunikationsstil, ließ es sich nicht nehmen, die iranische Seite zu kritisieren, und bezeichnete deren Reaktion als „lächerlich“ und „nicht ernst zu nehmen“. Er betonte, dass Iran trotz der von den USA vorgeschlagenen Deeskalationsmaßnahmen nicht die notwendige Bereitschaft zum Frieden zeige. Diese Erklärung des US‑Präsidenten schürte die Befürchtungen hinsichtlich der geopolitischen Instabilität in der Region weiter – ein Faktor, der sich direkt auf die globalen Energiepreise auswirkt.
Für Gold lieferten diese Kommentare eine Grundlage für den kräftigen Rückgang und belebten erneut die Diskussionen über steigende Energiepreise und Inflation, die zu Zinserhöhungen führen könnten und dadurch zusätzlichen Druck auf Gold ausüben.
Es ist offensichtlich, dass dieses Jahr für Gold sehr volatil verlaufen ist: Ende Januar erreichte der Preis ein Rekordhoch, nur um anschließend einen Teil dieser Gewinne wieder abzugeben. Das Edelmetall tut sich seit Beginn des Krieges im Nahen Osten schwer. Wie bereits erwähnt, haben die hohen Ölpreise die Sorge verstärkt, dass die Zentralbanken die Zinsen zur Eindämmung inflationsbedingter Folgen beibehalten oder sogar anheben könnten. Dies könnte für Gold zum Hindernis werden, da es selbst keine Zinsen abwirft.
Die Preisdynamik von Gold bestätigt, dass es derzeit nicht nur als einfacher „sicherer Hafen“ gehandelt wird, sondern vielmehr als Indikator für makroökonomische Risiken, der zwischen Ölmarkt/Inflation, der Zinspolitik der Federal Reserve, der Entwicklung des US‑Dollars und der Anlegerstimmung eingeklemmt ist.
Der Silberpreis blieb nach einem Anstieg von mehr als 7 % am Montag praktisch unverändert. Auslöser waren Berichte über eine Liquiditätskrise beim staatlichen Ölunternehmen Perus. Peru zählt zu den größten Silberproduzenten der Welt.

Was das aktuelle technische Bild bei Gold angeht, müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.708 $ zurückerobern. Dadurch würden sie das Niveau von 4.771 $ ins Visier nehmen, oberhalb dessen ein Ausbruch allerdings recht schwierig werden dürfte. Das nächste Ziel läge dann im Bereich von 4.835 $. Kommt es hingegen zu einem Rückgang bei Gold, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über 4.656 $ zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Long-Positionen stark unter Druck setzen und Gold auf ein Tief bei 4.607 $ drücken, mit der Möglichkeit eines weiteren Rückgangs bis auf 4.546 $.