
Am Mittwoch hat das Währungspaar USD/CAD die runde Marke von 1,3700 überschritten und versucht, die 50-Tage-SMA zu durchbrechen, was den Weg für weitere Aufwärtsbewegungen ebnet.
Anleger versuchen, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der anhaltenden Stärke des US-Dollars und der Unterstützung, die der kanadische Dollar durch die hohen Ölpreise erhält. Die Bullen im USD/CAD-Paar sehen sich weiterhin Gegenwind ausgesetzt, da die Renditen von US-Staatsanleihen steigen und sich die Erwartungen in Bezug auf die Politik der Federal Reserve verschieben.
Inflationssorgen bleiben auf den Radarschirmen der Finanzmärkte. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die ergebnislosen Verhandlungen zwischen den USA und Iran tragen dazu bei, die Ölpreise hoch zu halten, was wiederum die Befürchtungen bezüglich einer hartnäckigeren globalen Inflation verstärkt. Diese Konstellation ermutigt die wichtigsten Zentralbanken, ihre restriktive Geldpolitik länger beizubehalten als zuvor erwartet.
In den USA hat sich der Produzentenpreisindex (PPI) für April deutlich auf 6 % im Jahresvergleich beschleunigt (zuvor 4,3 %) und damit ein Vierjahreshoch erreicht sowie die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Kern-PPI, der volatile Komponenten ausklammert, stieg im Jahresvergleich auf 5,2 % nach 4 % im März. Diese Daten folgten auf die bereits am Dienstag veröffentlichte Inflation beim Verbraucherpreisindex (CPI), die ebenfalls höher als erwartet ausgefallen war.
Der Anleihemarkt reagierte umgehend. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,49 % und stärkte die Position des Dollars. Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des US-Dollars gegenüber einem Währungskorb abbildet, näherte sich der Marke von 98,50.

Vor diesem Hintergrund haben die Märkte ihre Erwartungen an mögliche Zinssenkungen der Fed deutlich zurückgeschraubt. Anleger gehen nun davon aus, dass die Geldpolitik über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben wird, und einige Händler beginnen, das Risiko einer weiteren Zinserhöhung bis zum Jahresende einzupreisen.
Dennoch erhält der kanadische Dollar weiterhin Unterstützung durch stabile Ölpreise, da Öl ein wichtiger Bestandteil der kanadischen Exporte ist. Die Preise für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl liegen weiterhin nahe bei 97 US‑Dollar pro Barrel, was die Handelsposition Kanadas stärkt und das weitere Aufwärtspotenzial des Währungspaares USD/CAD begrenzt.

Anleger warten zudem gespannt auf die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der Bank of Canada. Marktteilnehmer sollten in diesem Dokument nach zusätzlichen Details zu geopolitischen Risiken, den Auswirkungen steigender Ölpreise und möglichen internen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Governing Council in Bezug auf künftige Zinsänderungen suchen.
Es besteht die Möglichkeit, dass der kanadische Dollar im Verhältnis zu seiner fairen Bewertung weiterhin unterbewertet ist. Die Bank weist jedoch darauf hin, dass die sich ausweitenden Spannen der kurzfristigen Zinsen zugunsten der USA den US‑Dollar kurzfristig weiterhin stützen.
In der nachstehenden Tabelle ist die prozentuale Veränderung des kanadischen Dollars gegenüber den wichtigsten Währungen mit Stand Mittwoch zu sehen. Die auffälligsten Bewegungen wurden gegenüber dem Euro verzeichnet.

Aus technischer Sicht gewinnen die Bullen allmählich an Stärke, was sich am Relative Strength Index (RSI) zeigt, der leicht in den positiven Bereich vorgedrungen ist. Der nächste Widerstand ist der 100‑Tage‑SMA, bevor das Niveau von 1,3725 erreicht wird, nach dessen Überwinden die Bullen mehr Zuversicht schöpfen dürften. Fällt der Kurs jedoch wieder unter den 20‑Tage‑SMA, werden die Bären die Bullen voraussichtlich erneut übertrumpfen.