
Das Währungspaar GBP/USD versuchte am Mittwoch ebenfalls, seine Abwärtsbewegung fortzusetzen, doch das britische Pfund hat seine bärischen Faktoren zumindest vorläufig ausgeschöpft. Zur Erinnerung: Am Montag und Dienstag hatte sich die Lage im Nahen Osten wieder bis zum Äußersten aufgeheizt, allerdings nur verbal. Iran und die USA tauschten erneut Drohungen aus, da eine weitere Verhandlungsrunde endete wie alle vorherigen. Wir werden hier nicht alle Punkte der von Teheran und Washington vorgeschlagenen Vereinbarungen zur Lösung des Konflikts aufzählen. Der Knackpunkt war und bleibt das iranische Atomprogramm.
Iran weigert sich weiterhin, dem Export seines gesamten angereicherten Urans aus dem Land zuzustimmen, die Urananreicherung aufzugeben, seine Atomanlagen stillzulegen oder internationalen Experten Zugang zu ihnen zu gewähren. Im Gegensatz dazu ist Irans Forderungsliste umfangreich – als stünden seine ballistischen Nuklearraketen etwa 100 km vor der US-Küste und könnten jederzeit gestartet werden. Anders ausgedrückt: Teheran verhandelt aus einer Position der Stärke und Unnachgiebigkeit. Vielleicht ist diese Haltung tatsächlich richtig, denn Verhandlungen mit Donald Trump sind schlicht nicht effektiv. Eine solche Position Teherans trägt jedoch ganz offensichtlich nicht zu einer raschen Beilegung des Konflikts bei. Und zur Erinnerung: Die USA bombardieren Iran, und Iran bombardiert die Verbündeten der USA in der Region. Der Schaden für die USA aus dieser Operation ist folglich minimal.
Unterdessen musste in Großbritannien die Labour Party von Keir Starmer, die zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder die Mehrheit im Parlament und die Regierung stellt, bei den Kommunalwahlen eine vernichtende Niederlage einstecken. Auch die Conservative Party verlor Hunderte von Sitzen in den lokalen Vertretungen. Die Briten sind es leid, auf positive Veränderungen durch die beiden ewigen Rivalen zu warten, und haben begonnen, für alternative politische Kräfte zu stimmen. Etwa 40 Abgeordnete forderten Starmer zum Rücktritt auf; der Premierminister erklärte jedoch, er genieße weiterhin das Vertrauen seiner Partei und des britischen Volkes. Folglich trat nicht Starmer zurück, was logisch und fair gewesen wäre, sondern vier Minister: Jess Phillips, Miatta Fahnbulleh, Alex Davies-Jones und Zubir Ahmed.
Es scheint, als bahne sich in Großbritannien eine weitere politische Krise an, doch dürfte sie wohl nur Gähnen hervorrufen. In den vergangenen 10 bis 15 Jahren hat kein Premierminister seine Amtszeit regulär beendet, und der Rücktritt „gewöhnlicher“ Minister ist in Großbritannien zur Routine geworden. Das britische Pfund reagierte mit einem Kursrückgang auf dieses Ereignis, doch ist fraglich, ob dies tatsächlich der Auslöser war, zumal es erhebliche geopolitische Gründe für den Rückgang gab und das Währungspaar EUR/USD die gleiche Bewegung zeigte, obwohl die britische Regierungskrise darauf keinerlei Einfluss hatte.
Das britische Pfund befindet sich in derselben Lage wie der Euro. Ein leichter Rückgang ist zu erwarten, und technische Korrekturen sind wahrscheinlich; insgesamt sind wir der Ansicht, dass das Währungspaar GBP/USD erst im Jahr 2026 steigen wird. Nicht, weil in Großbritannien alles bestens wäre, sondern weil die Lage in den USA gleichzeitig komisch und tragisch ist.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD beträgt über die letzten 5 Handelstage 91 Pips, was für dieses Paar als „durchschnittlich“ gilt. Am Donnerstag, den 14. Mai, erwarten wir, dass das Paar innerhalb der Spanne zwischen 1,3428 und 1,3610 gehandelt wird. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach oben gedreht, was auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends hinweist. Der CCI-Indikator hat in letzter Zeit keine Signale generiert.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,3489
S2 – 1,3428
S3 – 1,3367
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,3550
R2 – 1,3611
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Erholung nach zwei Monaten geopolitischer Unsicherheit fort. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir 2026 nicht mit einem Anstieg der US-Währung. Long-Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und darüber bleiben daher relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter der Linie des gleitenden Durchschnitts, können aus technischer Sicht Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,3489 und 1,3428 in Betracht gezogen werden. In den vergangenen Wochen hat sich die britische Währung erholt, während der geopolitische Faktor seinen Einfluss auf den Markt weitgehend verloren hat.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen ausgeprägten Trend hin.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) zeigt den kurzfristigen Trend sowie die Richtung an, in die aktuell gehandelt werden sollte.
- Murray Levels dienen als Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar in den kommenden Tagen bewegen wird.
- CCI-Indikator: Sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass sich eine Trendumkehr in die Gegenrichtung nähert.