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FX.co ★ Michael Barr vs. Kevin Warsh: Streit in der Federal Reserve über die Bilanz vor dem Machtwechsel eskaliert

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Analysen:::2026-05-15T09:03:51

Michael Barr vs. Kevin Warsh: Streit in der Federal Reserve über die Bilanz vor dem Machtwechsel eskaliert

Am Donnerstag, einen Tag vor der formellen Amtsübergabe, übte der Vizevorsitzende der Federal Reserve, Michael Barr, scharfe öffentliche Kritik an den Plänen zur Verkleinerung der Bilanz der Zentralbank und stellte damit faktisch Jerome Powells Nachfolger, Kevin Warsh, infrage.

Michael Barr vs. Kevin Warsh: Streit in der Federal Reserve über die Bilanz vor dem Machtwechsel eskaliert

Vor einer Gruppe von Marktexperten an der New York University sagte Barr unverblümt: „Der Abbau der Bilanz ist das falsche Ziel, und die Schwächung der Widerstandsfähigkeit des Bankensystems ist das falsche Mittel.“ Er warnte, dass Vorschläge zur Reduzierung der Fed-Bilanz die Widerstandsfähigkeit der Banken untergraben, die Funktionsweise der Märkte beeinträchtigen und letztlich die Finanzstabilität bedrohen würden. Er bezeichnete Kürzungen bei den Liquiditätsanforderungen als direkte Bedrohung für die gesamte Bankenarchitektur.

Barr nannte Warsh nicht ausdrücklich beim Namen, doch der Adressat der Botschaft war offensichtlich. Der künftige Vorsitzende hat sich wiederholt für einen deutlichen Abbau der Fed-Bilanz ausgesprochen, die während der Finanzkrise und der Pandemie auf 6,7 Billionen US‑Dollar aufgebläht wurde. Der Senat bestätigte Warsh am Mittwoch mit knapper Mehrheit, und er soll am Freitag vereidigt werden, nachdem die Amtszeit von Jerome Powell endet.

Barr steht mit seiner Position nicht allein da. Im März stellte der Präsident der New York Fed, John Williams, eine Veränderung der Mindestreserveanforderungen in Frage, und Fed-Gouverneur Christopher Waller bezeichnete eine Rückkehr zu einem System knapper Reserven als „Dummheit“. Effektiv hat sich ein wesentlicher Teil der aktuellen Fed-Führung gegen Warsh positioniert.

Bemerkenswert ist, dass Barr trotz seiner harten Haltung in der Bilanzfrage die Inflation – nicht den Arbeitsmarkt – als das Hauptrisiko für die Wirtschaft bezeichnete. „Für mich ist das größere Risiko derzeit, dass sich die Inflation unvorhersehbar verhält“, sagte er und fügte hinzu, dass ihm der Arbeitsmarkt trotz seiner Instabilität weniger Sorgen bereite. Das ist ein wichtiges Signal: Die scheidende Fed-Führung übergibt Warsh eine Notenbank, bei der die Inflationsagenda wieder ganz oben steht – und versetzt den neuen Vorsitzenden damit in eine schwierige Lage, angesichts der wahrscheinlich von Präsident Trump erwarteten, stärker zinsfreundlichen Fed.

Michael Barr deutete außerdem an, dass er Kevin Warsh am Donnerstag persönlich getroffen habe und er erwarte, dass Warsh bei der Fed viel Gutes bewirken werde. Die öffentliche Debatte schließt einen funktionierenden Dialog offenbar nicht aus. Dennoch bleibt das Schicksal der 6,7 Billionen US‑Dollar schweren Bilanz ungeklärt – und der neue Vorsitzende wird sich ab dem ersten Tag damit befassen müssen.

All diese Entwicklungen stützen den US‑Dollar an den Devisenmärkten erheblich.

EUR/USD

Käufer sollten sich darauf konzentrieren, 1,1660 zu überwinden. Erst dann wäre ein Test von 1,1680 möglich. Von dort aus kann das Währungspaar bis 1,1705 steigen, was ohne Unterstützung durch die großen Marktteilnehmer jedoch schwierig sein dürfte. Das entfernteste Ziel liegt bei 1,1725. Auf der Unterseite rechne ich erst im Bereich von 1,1630 mit nennenswerten Käufen. Sollten dort keine Käufer auftreten, wäre es sinnvoll, auf ein neues Tief bei 1,1610 zu warten oder ab 1,1590 Long-Positionen zu eröffnen.

GBP/USD

Pfundkäufer müssen zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3350 überwinden. Erst dann wäre ein Anstieg auf 1,3385 möglich, wobei ein Ausbruch darüber hinaus schwierig werden dürfte. Das entfernteste Ziel liegt bei 1,3420. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 1,3320 zu erlangen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Spanne den Bullen einen schweren Schlag versetzen und GBP/USD auf 1,3280 drücken, mit der Perspektive eines weiteren Rückgangs bis 1,3250.

Analyst InstaForex
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