
Das Währungspaar GBP/USD ist in der vergangenen Woche um fast 300 Pips eingebrochen. Zunächst sah diese Abwärtsbewegung nach einer weiteren Korrektur aus, bevor sich der Trend fortsetzt, doch gegen Ende der Woche wurde klar, dass etwas nicht stimmte. Der Markt reagierte erneut auf die verbale Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Iran und die USA konnten abermals keine Einigung erzielen, und Experten weisen darauf hin, dass es in den Verhandlungen an Fortschritten mangelt. Die negative Wirkung auf die britische Währung wurde zusätzlich durch die politische Krise im Vereinigten Königreich und den Anstieg der US-Inflationsrate auf 3,8 % im April verstärkt. Wir können also zwar nicht sagen, dass der Rückgang des Pfund Sterling unbegründet war, doch erscheint es ebenso überzogen, daraus auf einen völligen Zusammenbruch zu schließen.
In der neuen Woche werden Donald Trump und die Geopolitik erneut in den Mittelpunkt rücken. In der vergangenen Woche tauchten Informationen auf, wonach die USA und Israel bereits am Montag ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen könnten. Wir würden diese Meldungen nicht allzu hoch gewichten, zugleich besteht jedoch eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Wichtig ist, dass sich Trumps Handeln nicht vorhersagen lässt. Zudem sind nur sehr wenige Offizielle über den Stand der Verhandlungen mit Teheran informiert. Bleiben Berichte in den Medien aus, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass keine Verhandlungen stattfinden oder dass es zu einer Eskalation kommt. Es ist auch zu beachten, dass weder Washington noch Teheran den Verhandlungsprozess offiziell abgebrochen haben. Daher ist es alles andere als sicher, dass die Kampfhandlungen im Nahen Osten bereits in dieser Woche wiederaufgenommen werden.
Unter den wirklich bedeutenden makroökonomischen Ereignissen ist der britische Inflationsbericht hervorzuheben. Dieser Bericht ist bemerkenswert, weil er darauf hindeuten könnte, dass sich der Verbraucherpreisindex im April nicht beschleunigt, sondern verlangsamt hat. Zur Erinnerung: Im März, als die Inflation in den USA und der EU stark anzog, stieg sie im Vereinigten Königreich nur um 0,3 %. Für April könnte sie sogar wieder auf 3 % zurückfallen. Sollte der tatsächliche Wert des Index so niedrig ausfallen, könnte das Pfund Sterling weiter nachgeben, da die Bank of England in diesem Fall keinen Anlass hätte, die Geldpolitik zu straffen.
Wir sind sogar der Ansicht, dass der geopolitische Effekt in der vergangenen Woche durch den anstehenden Inflationsbericht noch verstärkt wurde. Zur Erinnerung: Die markterwartete, „hawkishe“ Haltung der Federal Reserve nimmt zu, und viele rechneten damit, dass die Bank of England im Sommer die Zinsen anheben würde. Bei einer Inflation von 3 % bestünde dafür allerdings kaum noch Notwendigkeit. Damit könnte die Europäische Zentralbank zur einzigen Notenbank unter den „großen drei“ werden, die in diesem Sommer die Zinsen anhebt. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass der Euro in der vergangenen Woche nur etwa halb so viele Punkte verloren hat wie das britische Pfund.
Insgesamt gehen wir davon aus, dass die negativen Faktoren für das Währungspaar GBP/USD in der vergangenen Woche bereits vollständig vom Markt eingepreist wurden. Sie waren zwar vorhanden, aber nicht gravierend genug, um einen weiteren Rückgang des Pfunds um 300 Pips zu rechtfertigen. Eine Zeit lang könnte das Paar aus reiner Trägheit noch weiter nach unten tendieren und dabei stark von den geopolitischen Entwicklungen abhängen.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten 5 Handelstagen 101 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar‑Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Montag, dem 18. Mai, erwarten wir, dass das Paar in einer Spanne zwischen 1,3223 und 1,3425 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat nach oben gedreht, was auf eine mögliche Wiederaufnahme des Aufwärtstrends hindeutet. Der CCI‑Indikator hat in letzter Zeit keine Signale geliefert.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,3306
S2 – 1,3245
S3 – 1,3184
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,3367
R2 – 1,3428
R3 – 1,3489
Handelsempfehlungen:
Das GBP/USD‑Paar ist stark gefallen, daher ist der Aufwärtstrend derzeit nicht relevant. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US‑Wirtschaft ausüben, und wir rechnen nicht mit einem langfristigen Wachstum des US‑Dollars. Allerdings dürfte das Jahr 2026 ein sehr positives Jahr für den Dollar werden. Daher können Long‑Positionen mit Kurszielen bei 1,3550 und 1,3611 in Betracht gezogen werden, sofern sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Liegt der Kurs unter der Linie des gleitenden Durchschnitts, können Short‑Positionen mit Kurszielen bei 1,3245 und 1,3223 auf technischer Grundlage gehandelt werden. Die Marktsituation hat sich innerhalb nur einer Woche völlig umgekehrt.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle: Helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, smoothed): Bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
- Murray‑Level: Kursziele für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien): Wahrscheinlicher Preiskanal, in dem das Paar sich in den kommenden Tagen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen bewegen wird.
- CCI‑Indikator: Sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter −250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass sich eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung nähert.