Startseite Notierungen Kalender Forum
flag

FX.co ★ Gold wird abhängig

parent
Analysen:::2026-05-19T11:09:35

Gold wird abhängig

Um zu verstehen, wohin sich Gold bewegt, muss man nur auf seine Reaktion auf die Nachrichten aus dem Nahen Osten achten. Im März fiel das Edelmetall aus Angst vor steigender Inflation und umfassender geldpolitischer Straffung. Im April erholte es sich in der Hoffnung, dass der geopolitische Konflikt enden würde. Ende der zweiten Mai-Dekade wiederholte sich dieses Muster – wenn auch in kleinerem Maßstab.

Gold stürzte ab, als Gerüchte aufkamen, dass die von Iran und den USA vorgelegten Friedenspläne keine der beiden Seiten zufriedenstellten. Donald Trump warnte, dass die Uhr ticke, dass Teheran immer weniger Zeit bleibe und handeln müsse – andernfalls werde das Land von der Erdoberfläche getilgt. Doch bereits am nächsten Tag verschob der Hausherr des Weißen Hauses die angeblich geplanten Angriffe auf Bitten der Vermittler – Katar, Saudi-Arabien und die VAE –, die Medienberichten zufolge versuchen, mit der Islamischen Republik eine gemeinsame Basis zu finden. XAU/USD legte zu.

Renditen von Staatsanleihen und Dynamik des Fed-Leitzinses

Gold wird abhängig

So wird eine Pattsituation in den Beziehungen zwischen Washington und Teheran von Anlegern als bärischer Faktor für XAU/USD wahrgenommen, während eine Deeskalation bullisch ist. Das wirkt sich auf die Ölpreise, die Inflation, den Leitzins der Federal Reserve und die Renditen von US-Staatsanleihen aus. Ein Anstieg dieser Kennzahlen ist eindeutig negativ für Gold. In dieser Hinsicht lastet die Erwartung einer geldpolitischen Straffung der Fed im Jahr 2026 naturgemäß auf dem Edelmetall.

Allerdings hat die Federal Reserve ihre Geldpolitik auch im Jahr 2022 gestrafft, ohne dass dies den Anstieg des Edelmetalls verhindert hätte. Was ist diesmal anders? Vor vier Jahren wurden im Zuge des bewaffneten Konflikts in der Ukraine Russlands Gold- und Devisenreserven eingefroren. Das wurde zum Katalysator für Entdollarisierung und Diversifizierung. Zentralbanken kauften Goldbarren wie warme Semmeln, was XAU/USD unterstützte.

Goldman Sachs geht davon aus, dass der Appetit der Notenbanken auf den physischen Vermögenswert weiter wachsen wird. Haben Zentralbanken im Durchschnitt während des letzten, im März endenden Jahres noch 50 Tonnen pro Monat gekauft, dürfte diese Zahl in den kommenden 12 Monaten auf 60 Tonnen steigen. Dadurch kann die Bank ihre Goldprognose von 5.400 US?Dollar je Feinunze bis Jahresende beibehalten.

Zugleich räumt Goldman Sachs ein, dass die kurzfristigen Aussichten für das Metall weniger rosig sind als die langfristigen. Bei Ausverkäufen an den Aktien- und Anleihemärkten dient Gold als Liquiditätsquelle – Investoren verkaufen Gold, um ihre Marginanforderungen an den Börsen zu erfüllen.

Gold wird abhängig

Zweifellos würde eine Deeskalation im Nahen Osten die Lage um 180 Grad drehen. Solange jedoch die Straße von Hormus geschlossen bleibt, wird der Ölpreis weiter steigen – und mit ihm der US-Dollar sowie die Renditen von US-Staatsanleihen.

Aus technischer Sicht könnte sich im Tageschart von Gold ein Double-Bottom-Muster ausbilden. Daher wäre eine Rückkehr des Goldpreises zu einem fairen Wert von 4.690 US-Dollar je Unze eine Kaufgelegenheit. Bis es dazu kommt, erscheint es sinnvoll, bei einer Verkaufsstrategie für das Edelmetall zu bleiben.

Analyst InstaForex
Artikel teilen:
parent
loader...
all-was_read__icon
Sie haben zur Zeit die besten Veröffentlichungen gesehen.
Wir suchen schon etwas Interessantes für Sie...
all-was_read__star
Kürzlich veröffentlicht:
loader...
Neuere Veröffentlichungen...