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FX.co ★ Schwäche auf dem britischen Arbeitsmarkt belastet das Pfund, doch das Risiko im Nahen Osten bleibt dominant

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Analysen:::2026-05-19T13:04:46

Schwäche auf dem britischen Arbeitsmarkt belastet das Pfund, doch das Risiko im Nahen Osten bleibt dominant

Das Pfund hätte nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten aus dem Vereinigten Königreich wohl deutlich stärker fallen müssen – doch das ist nicht passiert. Dafür gibt es Gründe, und sie geben Hinweise darauf, was als Nächstes kommt.

Schwäche auf dem britischen Arbeitsmarkt belastet das Pfund, doch das Risiko im Nahen Osten bleibt dominant

Nach Angaben des Office for National Statistics kühlt sich der britische Arbeitsmarkt ab. Die Arbeitslosenquote stieg im Zeitraum Januar bis März 2026 auf 5,0% und lag damit über den Markterwartungen sowie über den 4,9% im Februar. In absoluten Zahlen ging die Zahl der Arbeitslosen um 77.000 auf 1,806 Millionen zurück – vor allem aufgrund eines Rückgangs der Kurzzeitarbeitslosigkeit –, doch im Jahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit über alle Dauerkategorien hinweg um 192.000 zu.

Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres 2025 lag die Arbeitslosenquote bei 4,4%. Seitdem ist sie um 0,6 Prozentpunkte gestiegen – ein langsamer, aber stetiger Trend der Abkühlung am Arbeitsmarkt, der sich seit dem Ausbruch des Kriegs mit Iran Ende Februar 2026 verstärkt hat.

Das jährliche Wachstum der regulären Löhne für Januar bis März 2026 lag bei 3,4% ohne Boni und bei 4,1% einschließlich Boni. Das ist ein wichtiges Signal. Ein Lohnwachstum von 3,4% bei den regulären Bezügen ist der schwächste Wert seit Ende 2020. Die Löhne im öffentlichen Dienst wachsen weiter schneller als die im Privatsektor: Die Bezüge im öffentlichen Sektor stiegen um rund 5%, während die Löhne im Privatsektor um 3,2% zunahmen.

Das ist ein entscheidender Punkt für die Bank of England. Bei einer Verbraucherpreisinflation (CPI) von 3,8% gegenüber dem Vorjahr bedeutet ein nominales Lohnwachstum von 3,4% einen Rückgang der Realeinkommen. Diese Lücke ist die zentrale Sorge der Notenbank: Die Inflation steigt, während die Löhne hinterherhinken, was das Risiko eines starken Einbruchs der Konsumnachfrage birgt.

Dennoch fiel der Rückgang des Pfunds verhalten aus und war nicht dramatisch. Der Grund ist, dass der Markt die Arbeitsmarktdaten nur als einen Faktor unter mehreren einordnet – und nicht als den dominierenden. Der wichtigste Treiber des GBP/USD bleibt die Lage in der Straße von Hormus und die Entwicklungen im Nahen Osten.

Schwäche auf dem britischen Arbeitsmarkt belastet das Pfund, doch das Risiko im Nahen Osten bleibt dominant

Grundsätzlich ist das Vereinigte Königreich Nettoimporteur von Energie, was auf dem Pfund lastet: Im März, unmittelbar nach Beginn des Konflikts im Nahen Osten und der Schließung der Straße von Hormus, fiel GBP um 1,9 Prozent. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung führte anschließend zu einer Gegenbewegung und trieb GBP/USD wieder über 1,3500. Das spiegelt die heutige Markt­hierarchie wider: Arbeitsmarktdaten sind Hintergrundrauschen, die Geopolitik sendet das Hauptsignal. Das wurde gestern bestätigt, als Präsident Trump nach Gesprächen mit den Staatschefs von Saudi-Arabien, Katar und den VAE die Absage eines geplanten Angriffs auf den Iran bekanntgab, was die Nachfrage nach Risikoanlagen sprunghaft ansteigen ließ.

Das Fazit ist eindeutig: Solange die Straße von Hormus geschlossen bleibt, wird die britische Wirtschaft weiterhin Schocks erleiden; die Inflation wird sich beschleunigen, während sie die Verbrauchernachfrage und die Geschäftstätigkeit dämpft; und nun zeigt darüber hinaus auch der Arbeitsmarkt erste Belastungserscheinungen.

Analyst InstaForex
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