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FX.co ★ Australien hofft auf das Beste, bereitet sich aber auf eine schwere Wirtschaftskrise vor

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Analysen:::2026-05-19T22:50:20

Australien hofft auf das Beste, bereitet sich aber auf eine schwere Wirtschaftskrise vor

Der australische Dollar, der sich zuletzt gegenüber seinem amerikanischen Pendant gut entwickelt hatte, verliert rapide an Boden. Dies spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für das Ausmaß der bevorstehenden Wirtschaftskrise wider.

In den Haushaltsunterlagen des Australian Treasury geht das Basisszenario davon aus, dass die Inflation bis 2027 auf 2,5 % zurückgeht, nachdem sie Mitte 2026 mit 5 % ihren Höchststand erreicht hat. Dies basiert auf der Erwartung sinkender Ölpreise.

In einem vom Australian Treasury erstellten Modellierungsszenario für den schlimmsten Fall könnte die Inflation jedoch 7 % übersteigen, falls ein lang anhaltender Krieg im Nahen Osten die Ölpreise im dritten Quartal auf über 200 US-Dollar pro Barrel treibt.

Ein solches Szenario würde wiederum dazu führen, dass das reale BIP-Wachstum in den nächsten beiden Finanzjahren um 0,5 %punkte zurückgeht und die offizielle Arbeitslosenquote 2027–2028 bei 5 % liegt, wobei das BIP-Wachstum selbst bis 2030 nicht wieder das Vorkriegsniveau erreichen würde.

Australien hofft auf das Beste, bereitet sich aber auf eine schwere Wirtschaftskrise vor

Das Protokoll der Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA) im Mai zeigt, dass acht von neun Vorstandsmitgliedern eine Anhebung des Leitzinses auf 4,35 % unterstützten. Hauptgrund dafür waren die zunehmenden Inflationsrisiken im Zusammenhang mit dem Konflikt im Persischen Golf. Derzeit preisen die Märkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 % eine weitere Zinserhöhung im August ein, mit der Möglichkeit weiterer Anhebungen auf bis zu 4,85 %.

In den Protokollen kommt die wachsende Sorge der Vorstandsmitglieder zum Ausdruck, dass die Inflation über einen längeren Zeitraum hoch bleiben könnte. Die RBA räumt ein, dass Zinserhöhungen die Inflation kurzfristig möglicherweise nicht wesentlich beeinflussen werden, da deren Hauptursache außerhalb des Einflussbereichs der Notenbank liegt und mit steigenden Ölpreisen aufgrund von Angebotsengpässen zusammenhängt.

Die Prognose der RBA geht davon aus, dass die Straße von Hormus bald wieder geöffnet wird. Es ist unklar, warum die RBA hier so optimistisch ist, da es trotz laufender diplomatischer Verhandlungen nach wie vor keine klare Lösung für das Problem gibt. Seit der Sitzung ist erst wenig Zeit vergangen, und der Ton seitens der RBA‑Vertreter hat sich bereits geändert. RBA‑Vizegouverneurin Sarah Hunter stellte fest, dass sich der Anstieg der Ölpreise in Australien schneller und stärker auf die Verbraucherpreise auswirken dürfte als in früheren Phasen. Sie räumte außerdem ein, dass es ein Negativszenario gibt, in dem die Haushalte ihren Konsum und die Unternehmen ihre Investitionen stärker zurückfahren als erwartet.

Der Auftrag der RBA besteht in der Bekämpfung der Inflation, während sich die Regierung auf die Sicherung des Wirtschaftswachstums konzentriert. Beide zentralen Finanzinstanzen Australiens befinden sich damit in einer schwierigen Lage. Die einzige Hoffnung ist eine rasche Beilegung des Konflikts im Nahen Osten; andernfalls könnten die Folgen für das Land verheerend sein.

Die Netto-Long-Position im australischen Dollar (AUD) stieg in der Berichts­woche um 0,5 Mrd. US‑Dollar auf 6,1 Mrd. US‑Dollar, was auf eine ausgeprägt bullische spekulative Stimmung hinweist. Gleichzeitig beschleunigt sich der Rückgang des errechneten fairen Werts der Währung, der sich weiter vom langfristigen Durchschnitt entfernt.

Australien hofft auf das Beste, bereitet sich aber auf eine schwere Wirtschaftskrise vor

Eine Woche zuvor hatten wir darauf hingewiesen, dass aggressive Zinserhöhungen der RBA nur begrenzt in der Lage sind, den australischen Dollar zu stützen, und dass eine Umkehr unmittelbar bevorsteht. Die Bewegung setzte in der vergangenen Woche ein, und inzwischen hat AUD/USD über 40 % seiner Gewinne seit Anfang April wieder abgegeben, was darauf hindeutet, dass der Rückgang noch weiteren Spielraum hat. Die nächste Unterstützung liegt beim technischen Niveau von 0,7058, während wir längerfristig Bewegungen in den Bereich von 0,6940/60 erwarten.

Analyst InstaForex
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