Im Stundenchart hat das GBP/USD‑Paar am Dienstag zugunsten des US‑Dollars gedreht und sich unter dem 50,0 %-Fibonacci‑Korrekturlevel bei 1,3408 stabilisiert. Damit könnte die Abwärtsbewegung des britischen Pfunds in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3349–1,3355 anhalten. Eine Konsolidierung oberhalb der Marke von 1,3408 würde dagegen das Pfund Sterling begünstigen und eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends in Richtung der Bereiche 1,3454–1,3466 und 1,3526–1,3539 unterstützen.

Das Wellenmuster hat sich in der vergangenen Woche zu einem bärischen verschoben. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle übertraf das vorherige Hoch nur um wenige Pips, während die jüngste Abwärtswelle das vorherige Tief deutlich nach unten durchbrochen hat. Die Geopolitik spielt den Bären derzeit in die Karten, da der Markt nach wie vor nicht einmal eine vorläufige Absichtserklärung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten gesehen hat. Im Moment gilt zwar noch ein Waffenstillstand, doch die Lage entwickelt sich in Richtung Eskalation und eines langwierigen Konflikts.
Der Nachrichtenfluss am Dienstag stützte erneut die Bären. Erstens stieg die Arbeitslosenquote in Großbritannien auf 5 %, womit die Händler nicht gerechnet hatten. Zweitens verschoben sich die geopolitischen Entwicklungen erneut in Richtung möglicher neuer Angriffe auf den Iran. Dennoch hielten die Bullen ihre Positionen und ließen die Bären keine neue Offensive starten.
Heute Morgen hat Großbritannien die Inflationsdaten für April veröffentlicht. Bereits in der vergangenen Woche hatten sich die Händler auf eine Abschwächung der britischen Inflation eingestellt – ein weiterer negativer Faktor für die Bullen und das Pfund. Wenn die Inflation sinkt, bedeutet das, dass die britische Wirtschaft nicht auf die höheren Energiepreise reagiert. Trotz der politischen Krise ist es der britischen Regierung gelungen, eine Beschleunigung des Verbraucherpreisindex zu verhindern. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten können damit offenkundig nicht aufwarten.
Letztlich verlangsamte sich die Inflation auf 2,8 % (sogar unter den Prognosen), während die Kerninflation bei 2,5 % lag (ebenfalls unter den Markterwartungen). Daher ist bei der nächsten Sitzung der Bank of England nicht mit einer Straffung der Geldpolitik zu rechnen. Wie bereits erwähnt, sind das schlechte Nachrichten für das Pfund, da eine Zinserhöhung die Position der Bullen gestärkt hätte. Derzeit kann das Pfund lediglich auf eine Fortsetzung der korrektiven Erholung hoffen; was darüber hinaus geschieht, hängt ganz von der weiteren geopolitischen Entwicklung ab.

Im 4-Stunden-Chart prallte das GBP/USD-Paar vom 23,6% Fibonacci-Korrekturniveau bei 1,3327 ab und drehte zugunsten des Pfunds, wodurch es in Richtung des 38,2% Fibonacci-Levels bei 1,3429 stieg. Ein Rückprall von diesem Niveau begünstigte den US-Dollar und die Wiederaufnahme des Rückgangs in Richtung 1,3327. Eine bärische Divergenz beim CCI-Indikator stützte ebenfalls die US-Währung. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,3429 würde weiteres Wachstum des Pfunds ermöglichen.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Stimmung der „Non-commercial“-Traderkategorie ist in der letzten Berichtswoche weniger bärisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 17.032, während die Zahl der Short-Positionen um 3.817 zurückging. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 79.000 gegenüber 123.000.
Sechs Wochen in Folge im Februar und März haben nicht-kommerzielle Trader ihre Verkäufe aktiv erhöht und ihre Käufe reduziert, was zu einem deutlichen Ungleichgewicht zwischen Long- und Short-Positionen geführt hat. In den vergangenen Monaten haben die Bären dominiert, was angesichts der geopolitischen Lage niemanden überrascht.
Ich glaube weiterhin nicht an einen langfristigen Bärenmarkt für das Pfund, doch hängt nun alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. In den letzten Wochen hatte sich der Markt in Richtung einer erwarteten Deeskalation bewegt, doch die jüngsten Nachrichten deuten darauf hin, dass ein vollständiger Waffenstillstand noch in weiter Ferne liegt und der Krieg jederzeit wieder aufflammen könnte.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich
- Vereinigtes Königreich – Verbraucherpreisindex (06:00 UTC)
- Vereinigte Staaten – FOMC Minutes (18:00 UTC)
Der Wirtschaftskalender für den 20. Mai enthält zwei Termine, von denen der wichtigste bereits veröffentlicht wurde. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung kann sich über den gesamten Mittwoch hinweg fortsetzen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps
Verkaufspositionen waren nach einem Schlusskurs unterhalb der Marke von 1,3408 mit einem Ziel bei 1,3349–1,3355 möglich. Diese Trades können auch heute noch offen gehalten werden.
Kaufpositionen sind nach einem Schlusskurs oberhalb der Marke von 1,3408 mit Zielen bei 1,3454–1,3466 und 1,3526–1,3539 möglich. Alternativ können Käufe nach einem Abprall vom Bereich 1,3349–1,3355 in Betracht gezogen werden.
Die Fibonacci-Gitter wurden im Stundenchart von 1,3158–1,3655 und im 4-Stunden-Chart von 1,3866–1,3158 ausgehend eingezeichnet.