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FX.co ★ GBP/USD Überblick. 21. Mai. Das Inflationsparadox des Vereinigten Königreichs

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Analysen:::2026-05-21T01:30:45

GBP/USD Überblick. 21. Mai. Das Inflationsparadox des Vereinigten Königreichs

GBP/USD Überblick. 21. Mai. Das Inflationsparadox des Vereinigten Königreichs

Das Währungspaar GBP/USD zeigte sich am Mittwoch sehr schwach. Trotz der am Morgen veröffentlichten Inflationsdaten, die unter den aktuellen Umständen sowohl wichtig waren als auch durchaus bemerkenswerte Werte auswiesen, sahen die Händler kaum einen Anlass zu reagieren. Daraus lassen sich mehrere Schlüsse ziehen.

Erstens war der Rückgang der Inflation gegenüber den 3,3 % im März bereits in der vergangenen Woche eingepreist. Damals erhielt der Markt die ersten Prognosen für die April-Inflation und kam zu dem Schluss, dass sich die Teuerung nicht beschleunigen würde, sodass eine Straffung der Geldpolitik durch die Bank of England nicht sinnvoll erschien. Daher fiel das britische Pfund nicht nur aufgrund geopolitischer Faktoren, sondern auch wegen einer veränderten Marktstimmung im Vorfeld der nächsten Sitzung der britischen Notenbank.

Zweitens ignoriert der Markt weiterhin das makroökonomische Umfeld. Zwar konnten die Inflationsdaten theoretisch schon in der vergangenen Woche eingepreist werden, doch erst gestern wurde bekannt, dass die Inflation nicht – wie prognostiziert – auf 3 %, sondern auf 2,8 % zurückging. Die Kerninflation fiel auf 2,5 %. Mit diesen Zahlen hatten die Händler nicht gerechnet, weshalb es nur logisch gewesen wäre, am Dienstag mit einem deutlichen Rückgang des Pfundes zu rechnen. Schließlich wird die BoE den Leitzins nun mit Sicherheit unverändert lassen. Das Pfund hatte jedoch schon in der vergangenen Woche stark nachgegeben, sodass der Bericht am Mittwoch weitgehend unbeachtet blieb.

Drittens hat der britische Inflationsbericht gezeigt, dass die Geopolitik für die Händler nach wie vor im Vordergrund steht. In der vergangenen Woche wurden alle bärischen Faktoren für die britische Wirtschaft eingepreist, anschließend verlagerte sich der Fokus wieder auf die Geopolitik. Abgesehen von feindseligen Stellungnahmen und Drohungen aus Washington und Teheran ist jedoch nichts weiter passiert. Man kann nur hoffen, dass das so bleibt. An ein Friedensabkommen glaubt derzeit praktisch niemand, und das Prinzip NACHO („Not A Chance Hormuz opens“) bestätigt diese Einschätzung nur. Es ist unwahrscheinlich, dass der Markt den US‑Dollar noch ein, zwei Monate lang allein als Reaktion auf Drohungen aus dem Weißen Haus und aus Teheran kauft. Beide Seiten können sich verbal angreifen, so viel sie wollen, aber in den Krieg ziehen will niemand.

Damit könnte die jüngste Abwärtswelle des britischen Pfundes vorerst abgeschlossen sein. Die Weigerung der BoE, die Zinsen anzuheben, ist bereits eingepreist, die Möglichkeit einer erneuten Eskalation im Nahen Osten ist berücksichtigt, und auch die politische Krise in Großbritannien spiegelt sich in den Kursen wider. Verkäufe im GBP/USD könnten daher nur dann wieder zunehmen, wenn neue negative Nachrichten aus Großbritannien oder im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran auftreten.

Ist nun mit einer Erholung der britischen Währung zu rechnen? Kurzfristig eher nicht, denn für einen Anstieg des Pfundes wäre nun eine positive geopolitische Entwicklung erforderlich. Ohne eine neue Dosis Optimismus, die die Hoffnungen des Marktes neu entfacht, ist es unwahrscheinlich, dass die Marktteilnehmer ihre sicheren US‑Dollarbestände deutlich abbauen. Gleichzeitig glauben wir aber auch nicht an einen nachhaltigen weiteren Anstieg des US‑Dollars. Die Lage bleibt komplex und schwer zu interpretieren.

GBP/USD Überblick. 21. Mai. Das Inflationsparadox des Vereinigten Königreichs

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaars GBP/USD betrug in den letzten 5 Handelstagen 105 Pips, was für dieses Paar als „durchschnittlich“ gilt. Am Donnerstag, dem 21. Mai, erwarten wir eine Bewegung innerhalb einer Spanne zwischen 1,3335 und 1,3545. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach oben gedreht, was auf eine Erholung des Aufwärtstrends hinweist. Der CCI-Indikator hat in letzter Zeit keine Signale geliefert.

Nächste Unterstützungszonen:

  • S1 – 1,3428
  • S2 – 1,3367
  • S3 – 1,3306

Nächste Widerstandszonen:

  • R1 – 1,3489
  • R2 – 1,3550
  • R3 – 1,3611

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar GBP/USD ist stark gefallen, sodass der Aufwärtstrend derzeit nicht mehr relevant ist. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir langfristig nicht mit einer Stärkung des Dollars. Allerdings sieht das Jahr 2026 bislang ausgesprochen positiv für den Dollar aus.

Daher können Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3489 und 1,3545 in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Notiert der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können auf technischer Grundlage Short-Positionen mit Zielen bei 1,3367 und 1,3335 eröffnet werden. Die Marktsituation hat sich innerhalb nur einer Woche komplett umgekehrt.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

  • Kanäle der linearen Regression: Helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung ausgerichtet, deutet dies auf einen starken Trend hin.
  • Gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, smoothed): Bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
  • Murray Levels: Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
  • Volatilitätsniveaus (rote Linien): Wahrscheinlicher Preiskanal, in dem das Paar sich in den kommenden Tagen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen bewegen wird.
  • CCI-Indikator: Sein Eintritt in die überverkaufte Zone (unter -250) oder die überkaufte Zone (über +250) signalisiert, dass sich eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung nähert.

Analyst InstaForex
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