Einige Händler nahmen Präsident Donald Trump kurzzeitig beim Wort, was ein unmittelbar bevorstehendes Friedensabkommen mit Iran anging, doch die vergangene Woche erwies sich als eine der bislang schlechtesten dieses Jahres für Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum. Die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs beliefen sich auf insgesamt 1,26 Milliarden US‑Dollar – ein hoher Betrag, der zeigt, dass institutionelle Anleger ihr Engagement in der führenden Krypto-Assetklasse weiter reduzieren.

Ethereum hinkte hinterher, verzeichnete aber ebenfalls deutliche Rückgaben: Rund 216 Millionen US‑Dollar flossen im Wochenverlauf aus dem Markt ab, nachdem zuvor bereits acht Verlusttage in Folge zu Buche standen. Das Wochenbild fügt sich in eine einheitliche Erzählung: Großanleger nutzen jede lokale Kurserholung, um Gewinne mitzunehmen, ohne dass sich Anzeichen für eine nachhaltige Trendwende zeigen. BlackRock, das im Wochenverlauf zweimal Bitcoin und Ethereum im Umfang von jeweils mehreren Hundert Millionen US‑Dollar zu Coinbase Prime transferierte, verstärkte den Verkaufsdruck zusätzlich.
Am anderen Ende des Marktes zeichnet der Altcoin‑ETF‑Komplex ein anderes Bild. Spitzenreiter war in der vergangenen Woche HYPE, das Zuflüsse in Höhe von 72,4 Millionen US‑Dollar verbuchte und damit zum Hauptnutznießer der Kapitalumschichtung wurde. Dahinter folgten Zuflüsse in XRP‑ETFs von 22 Millionen US‑Dollar und in SOL‑ETFs von 15,6 Millionen US‑Dollar. Weitere Token verbuchten eher symbolische Beträge: DOGE 861.000 US‑Dollar, LINK 517.000 US‑Dollar, LTC 260.000 US‑Dollar, HBAR 240.000 US‑Dollar. AVAX und DOT zeigten keinerlei Bewegung. Die gesamten Zuflüsse in Altcoin‑ETFs beliefen sich auf etwas mehr als 111 Millionen US‑Dollar – weniger als 9 Prozent des Volumens, das zeitgleich aus Bitcoin‑ETFs abgezogen wurde. Dieser Kontrast macht deutlich, dass es sich nicht um eine Rotation aus Bitcoin in Altcoins handelte, sondern um einen breiter angelegten Abzug großer Kapitalmengen aus dem Kryptomarkt.
Die Wochenzahlen sind in einen besorgniserregenden strukturellen Kontext eingebettet. Die regulatorische Unsicherheit hält an: Der CLARITY Act droht wegen eines überfüllten Terminkalenders des Kongresses von Juni auf Juli verschoben zu werden, und den Abgeordneten bleiben nur noch acht Arbeitswochen bis zur Sommerpause im August. Bitcoin weist weiterhin eine hohe Korrelation zum Nasdaq auf und verliert damit einen Teil seiner Attraktivität als unabhängiger Vermögenswert. Vor diesem Hintergrund liest sich Brian Armstrongs Manifest, in dem er acht „unerledigte Aufgaben“ für das Finanzsystem auflistet, zugleich als strategischer Fahrplan und als Druckmittel gegenüber den Regulierungsbehörden: Die Infrastruktur für eine neue Finanzordnung entsteht bereits, doch das Kapital wartet auf klare Regeln.
Handelsempfehlungen

Käufer von BTC zielen auf eine Rückkehr zu 78.400 $, einem Niveau, das einen direkten Weg zu 80.100 $ und anschließend zu 81.700 $ eröffnen würde. Ein Ausbruch über 81.700 $ würde darauf hindeuten, dass versucht wird, den Bullenmarkt wiederherzustellen. Auf der Unterseite werden Käufer bei 76.500 $ erwartet. Ein Rückgang unter diesen Bereich könnte Bitcoin schnell in Richtung 74.700 $ drücken, mit einem weiteren Ziel bei 73.100 $.

Für Ethereum würde ein klarer Halt über 2.128 $ einen direkten Weg in Richtung 2.184 $ eröffnen. Das nächste Ziel liegt am Hoch nahe 2.254 $. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde auf eine stärkere bullische Stimmung und ein erneutes Käuferinteresse hindeuten. Auf der Unterseite werden Käufer im Bereich von 2.084 $ erwartet. Ein Rückgang unter diese Marke könnte Ethereum rasch in Richtung 2.026 $ drücken, mit einem weiter gefassten Ziel bei 1.969 $.
Auf dem Chart sehen wir:
- Rote Linien markieren Unterstützungs- und Widerstandszonen, an denen entweder mit einer Verlangsamung der Kursbewegung oder mit einem aktiven Anstieg zu rechnen ist;
- Grüne Linien markieren den 50-Tage-Durchschnitt;
- Blaue Linien markieren den 100-Tage-Durchschnitt;
- Hellgrüne Linien markieren den 200-Tage-Durchschnitt.
Ein Schnittpunkt oder ein Test des Kurses an den gleitenden Durchschnitten führt in der Regel entweder zu einem Stopp der vorherrschenden Bewegung oder löst neuen Marktschwung aus.