In der vergangenen Woche fiel das Währungspaar GBP/USD in die bullische Imbalance 18, erhielt eine Reaktion aus diesem Muster, bildete eine Kerzenformation vom Typ „Bullish Engulfing“ und kehrte anschließend zur bärischen Imbalance 19 zurück. Stand Dienstag deutet alles auf eine Aufhebung des bärischen Musters hin. Von der Imbalance 19 ging keine Reaktion aus, was an sich bereits als Signal dient. Damit sind zuletzt zwei bullische Signale entstanden, von denen eines den Tradern ermöglichte, neue Long-Positionen zu eröffnen.
Ohne Zweifel wurde der Anstieg der britischen Währung in den vergangenen anderthalb Wochen durch den zunehmenden Marktoptimismus über den Abschluss eines Rahmenabkommens zwischen Iran und den Vereinigten Staaten angetrieben. Andere Faktoren mögen zur Stärkung des Pfund beigetragen haben, waren aber offensichtlich nicht die treibende Kraft hinter dieser Bewegung. Daher deutet die technische Analyse derzeit auf eine weitere Aufwertung des Pfund hin, und Trader können Long-Positionen mit einem Kursziel am Hoch vom 1. Mai dieses Jahres weiter halten.

Leider hängt die Marktstimmung nach wie vor stark von der Geopolitik ab. Das bedeutet, dass die Bären jederzeit wieder die Kontrolle übernehmen können und die Technische Analyse dies nicht verhindern wird. Daher sollten Trader nicht vergessen, potenzielle Verluste durch Stop-Loss-Orders zu begrenzen.
Die Situation rund um die Beilegung des Konflikts im Nahen Osten beginnt sich nur langsam aus der Sackgasse zu lösen, doch die Marktteilnehmer fürchten weiterhin, dass das Pendel jederzeit wieder in Richtung Eskalation ausschlagen könnte. Tatsächlich ließ dies nicht lange auf sich warten. Heute haben die Vereinigten Staaten neue Raketenangriffe gegen den Iran gestartet, und es bleibt nur zu hoffen, dass die Verhandlungen danach nicht scheitern und dass das Abkommen – auf das sich die Parteien angeblich bereits geeinigt haben – nicht wieder gekippt wird. In den vergangenen zwei Wochen überwogen zwar optimistische Meldungen, doch in der Vergangenheit gab es schon häufig Situationen, in denen der Optimismus schließlich auf eine harte Realität traf.
Meiner Ansicht nach bleibt der übergeordnete Trend trotz der starken Rückgänge des Paares zu Beginn dieses Jahres bullisch. Der Waffenstillstand im Nahen Osten ist derzeit zwar fragil, hält aber noch und könnte sogar um mindestens 60 Tage verlängert werden, falls Teheran und Washington ein Rahmenabkommen unterzeichnen. Allerdings bleibt die Straße von Hormus weiterhin faktisch doppelt blockiert, die Nuklearfrage ist ungelöst, und jeglicher Fortschritt in den Verhandlungen lässt sich im Wesentlichen nur aus den Aussagen von Donald Trump ableiten. Die Lage schwankt in regelmäßigen Abständen zwischen positiven und negativen Entwicklungen. Im Moment ist der Markt optimistisch, aber die Bedingungen können sich von einer Sekunde auf die andere komplett umkehren.
Das technische Bild stellt sich derzeit wie folgt dar: Die bullische Imbalance 18 hat eine Preisreaktion ausgelöst, während die bärische Imbalance 19 voraussichtlich hinfällig wird. Damit unterstützt die Chartstruktur eine weitere Aufwertung des Pfunds vollumfänglich. Entscheidend bleibt nun, die geopolitische Entwicklung sehr genau zu beobachten, um Long-Positionen rechtzeitig zu schließen, falls die Verhandlungen erneut in eine Sackgasse geraten und das Rahmenabkommen abermals nur „zu 95 % vereinbart“ bleibt.
Am Dienstag gab es keine nennenswerten Konjunkturnachrichten. Die Angriffe der Bullen kamen zum Stillstand, nachdem die Vereinigten Staaten erneut den Iran angegriffen hatten. Der Markt wartet nun auf die Reaktion Teherans und stellt sich auf das Schlimmste ein. Unter den aktuellen Bedingungen kommt ein Kauf des Pfunds nicht mehr in Betracht.
In den Vereinigten Staaten deutet das allgemeine Informationsumfeld weiterhin darauf hin, dass langfristig wenig anderes zu erwarten ist als eine Schwäche des Dollars. Selbst der Konflikt zwischen dem Iran und den USA ändert daran nur wenig. Die Geopolitik hat die Märkte für rund zwei Monate vorübergehend an den Status des Dollars als „sicherer Hafen“ erinnert, doch insgesamt bleibt der langfristige Ausblick für den US-Dollar schwierig.
Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich weiter ab, die Wirtschaft steuert auf eine Rezession zu, und der Federal Reserve fehlt im Jahr 2026 der Spielraum für eine Straffung der Geldpolitik. Zudem hat es in den Vereinigten Staaten bereits vier größere Proteste gegen Donald Trump gegeben, während ein möglicher Rücktritt von Jerome Powell die Aussichten für den Dollar weiter eintrüben könnte, falls das FOMC unter Kevin Warsh eine deutlich lockerere Linie einschlägt. Aus wirtschaftlicher Sicht sehe ich keine Grundlage für ein dauerhaftes Dollarwachstum.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich
Der Wirtschaftskalender für den 27. Mai enthält keine wichtigen Ereignisse. Daher wird der Einfluss von Konjunkturdaten auf die Marktstimmung am Mittwoch erneut ausbleiben.
GBP/USD-Prognose und Trading-Empfehlungen
Das langfristige Bild für das Pfund bleibt bullisch. Das „Three Drives Pattern“ hat Trader frühzeitig auf den Beginn der Rally hingewiesen, und seither haben sich drei bullische Formationen und drei bullische Signale gebildet, auf die Trader hätten reagieren können.
Vor zwei Wochen hat die Geopolitik die Vorstellung der Bullen von einer wolkenlosen Zukunft zwar erschüttert, doch sie konnten die Kontrolle behaupten und in der Imbalance 18 ein weiteres bullisches Signal ausbilden. Bleibt die geopolitische Entwicklung positiv, dürfte die Aufwärtsbewegung anhalten.
Als Ziel für das Pfund sehe ich das Hoch aus dem Jahr 2026 bei 1,3867, wobei das nächstgelegene Ziel bei 1,3656 liegt. Derzeit gibt es keine Grundlage, von einem bärischen Trend auszugehen. Die einzige bärische Imbalance steht kurz vor der Invalidierung. Aus naheliegenden Gründen können sich im laufenden Aufwärtstrend keine neuen bärischen Formationen herausbilden.