Analyse makroökonomischer Berichte:

Für Mittwoch, den 27. Mai, sind keine makroökonomischen Berichte vorgesehen, mit Ausnahme des völlig nachrangigen ADP-Berichts, der in letzter Zeit wöchentlich veröffentlicht wurde. Die Märkte schenken allerdings selbst dem monatlichen Bericht häufig wenig Beachtung. Daher wird heute das einzige Gesprächsthema an den Märkten erneut die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sein, die weder von Teheran noch durch konkrete Fakten bestätigt wurde. Im Gegenteil: Die US-Streitkräfte haben gestern iranische Boote und Raketenstellungen in der Nähe der Straße von Hormus angegriffen, sodass wir bis zum Ende der Woche eher eine Eskalation und ein Scheitern der Verhandlungen als eine Einigung und einen Waffenstillstand sehen könnten.
Analyse der fundamentalen Ereignisse:

Zu den wichtigsten Ereignissen am Mittwoch zählen die Reden der Mitglieder des Federal Reserve Monetary Committee, Lisa Cook und Lorie Logan. Die Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der Fed haben sich zuletzt stärker in Richtung „hawkish“ verschoben, allerdings ist derzeit höchstens von einer weiteren Straffung gegen Jahresende die Rede. Der Dollar hat bereits von diesem Stimmungsumschwung hin zu einer restriktiveren Haltung profitiert. Die aktuellen Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sind widersprüchlich. Einerseits zieht die Inflation an, andererseits zeigt die EU-Wirtschaft Anzeichen einer Abschwächung. Vor einigen Wochen schien eine Zinserhöhung im Juni nahezu vorprogrammiert, inzwischen kommen jedoch Zweifel an der Bereitschaft der EZB auf, tatsächlich entschlossen restriktiv zu handeln.
Das geopolitische Umfeld hat sich in der vergangenen Woche etwas aufgehellt, allerdings ist daran zu erinnern, dass Trumps Äußerungen wiederholt widerlegt wurden und sich die Rhetorik des US-Präsidenten mehrfach am Tag ändern kann. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran wurden wieder aufgenommen, und nach Angaben des US-Präsidenten „verlaufen sie sehr erfolgreich“. Aus dem Iran liegen jedoch bislang keine Bestätigungen diplomatischer Erfolge vor. Zudem kam es gestern in der Straße von Hormus zu einem erneuten Bruch der Waffenruhe. Damit sind die Konfliktparteien derzeit einem neuen Krieg näher als einem Abkommen.
Allgemeine Schlussfolgerungen:
Am dritten Handelstag der Woche könnten beide Währungspaare eher träge verlaufen, sofern keine neuen Meldungen zum Konflikt und zur Waffenruhe im Nahen Osten erscheinen. Der Euro kann heute in der Spanne von 1,1655–1,1666 gehandelt werden, während das britische Pfund in der Spanne von 1,3456–1,3476 gehandelt werden kann. Die Geopolitik bleibt der zentrale Einflussfaktor am Devisenmarkt.
Hauptregeln des Handelssystems:
- Die Stärke des Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Bildung (Abprall oder Ausbruch eines Niveaus) benötigt wurde. Je kürzer die Zeitspanne, desto stärker das Signal.
- Wurden in der Nähe eines bestimmten Niveaus zwei oder mehr Trades auf Basis von Fehlsignalen eröffnet, sind alle weiteren Signale von diesem Niveau zu ignorieren.
- In einem Seitwärtsmarkt kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine erzeugen. Technische Niveaus können in diesem Umfeld vernachlässigt werden.
- Im Stunden-Chart ist es vorzuziehen, Signale des MACD-Indikators nur bei guter Volatilität und einem durch Trendlinie oder Trendkanal bestätigten Trend zu handeln.
- Wenn zwei Niveaus sehr dicht beieinander liegen (5–20 Pips Abstand), sind sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone zu betrachten.
- Nach einer Bewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Was auf den Charts zu sehen ist:
Kursniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand – Niveaus, die entweder Kursziele bei Eröffnung von Käufen oder Verkäufen darstellen oder als Signalquellen dienen.
Rote Linien – Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und darauf hinweisen, in welche Richtung das Handeln derzeit vorzugswürdig ist.
MACD-Indikator (14, 22, 3) – Histogramm und Signallinie – ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Berichte (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit größtmöglicher Vorsicht gehandelt oder der Markt vorübergehend verlassen werden, um eine scharfe Kursumkehr gegen die vorherige Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und eines durchdachten Money-Managements ist der Schlüssel zu langfristigem Handelserfolg.