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FX.co ★ Euro stützt Risikobereitschaft

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Analysen:::2026-05-27T22:41:51

Euro stützt Risikobereitschaft

Die Märkte neigen dazu, sich vorwegzunehmen. Nach Ansicht des scheidenden Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank, Luis de Guindos, unterschätzen Anleger die Risiken einer Wachstumsverlangsamung aufgrund geopolitischer, fiskalischer und makrofinanzieller Entwicklungen. Trifft dies zu, sind die Erwartungen an den zweiten und dritten Akt der geldpolitischen Straffung durch die EZB eindeutig überzogen. Eine Neubewertung der Markterwartungen wird den Aufwärtstrend von EUR/USD bremsen, aber nicht aufhalten.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung unter Vorsitz von Friedrich Merz hat seine Prognose für das deutsche BIP im Jahr 2026 nahezu halbiert – von 0,9 % auf 0,5 % – und sich damit an die Schätzungen der Regierung angenähert. Die Inflation dürfte auf 3 % ansteigen. Es zeichnet sich ein klar stagflationäres Umfeld ab, das zu Spannungen im EZB-Rat führen wird. Die „Falken“ werden auf eine Anhebung der Einlagenzinsen drängen, um die hohen Preise zu bekämpfen, während die „Tauben“ ihre Sorge über die sich abschwächende Konjunktur zum Ausdruck bringen werden.

Dynamik und Prognosen für das deutsche BIP

Euro stützt Risikobereitschaft

Vor diesem Hintergrund ist die Erwartung, dass die EZB in diesem Jahr zwei- bis dreimal die Geldpolitik straffen wird, deutlich überzogen. Allerdings wird die EZB die Zinsen tatsächlich mindestens einmal anheben – höchstwahrscheinlich im Juni, was den EUR/USD stützt.

Das gilt auch mit Blick auf die Nähe der europäischen Aktienindizes zu ihren Rekordhochs. Anders als ihre US-Pendants hat der Euro Stoxx 600 das Vorkriegsniveau noch nicht wieder erreicht. Unternehmen in der EU haben eine beeindruckende Berichtssaison abgeliefert, doch für einen Wettbewerb mit AI-Technologien ist es noch zu früh. Befürchtungen einer AI-Blase in den USA könnten Investoren dazu veranlassen, nach Alternativen zu suchen. Europa hat in dieser Hinsicht durchaus etwas zu bieten. Kapitalzuflüsse könnten zu einem Treiber der EUR/USD-Rally werden.

Dynamik des Euro Stoxx 600

Euro stützt Risikobereitschaft

Der Anstieg der weltweiten Risikobereitschaft, der sich in der Bereitschaft der amerikanischen und europäischen Aktienindizes widerspiegelt, neue Rekordhochs zu markieren, ist eine schlechte Nachricht für den US‑Dollar – und das nicht nur wegen seines Status als sicherer Hafen.

Laut MillTech haben Anleger aus den USA und dem Vereinigten Königreich im ersten Quartal ihre Währungsabsicherungsquoten von 49 % auf 57 % erhöht. Dabei geht es darum, den Greenback zu verkaufen, um Risiken bei Investitionen in amerikanische Wertpapiere abzusichern. Je höher der S&P 500 steigt, desto schlechter wird es für den USD‑Index aussehen.

Vor diesem Hintergrund schreckt die Schwäche der deutschen und der Eurozonen-Wirtschaft die Bullen im EUR/USD nicht mehr ab. Sie setzen auf eine verbesserte weltweite Risikobereitschaft, eine Rallye der europäischen Aktienindizes und eine Ausweitung der Währungsrisiko-Absicherung durch Dollarverkäufe. In diesem Umfeld verfügt der Euro über solide Argumente, um seinen negativen Trend gegenüber dem US‑Dollar zu durchbrechen.

Technisch betrachtet bildet sich im Tageschart von EUR/USD ein Korridor kurzfristiger Konsolidierung im Bereich von 1,1615–1,1655 aus, nahe der Untergrenze der Fair-Value-Range von 1,1630–1,1785. Dies ermöglicht das Platzieren von Limit-Orders zum Kauf von Euro bei 1,1655 US‑Dollar und zum Verkauf bei 1,1615 US‑Dollar.

Analyst InstaForex
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