Während du darüber nachdenkst, ob du den aktuellen Rücksetzer bei Bitcoin und Ethereum kaufst, in der Hoffnung auf eine Marktumkehr und eine weitere „to the moon“-Rally, wird das, was vor Kurzem noch undenkbar schien, nun rasch zur Realität.

Die Blockchain-Analyseplattform Lookonchain verzeichnete eine Überweisung von 411,5 BTC (rund 30,3 Millionen US‑Dollar) von Strategy an Coinbase Prime – eine Börsenwallet, die traditionell genutzt wird, um Vermögenswerte für einen Verkauf vorzubereiten. Der Prognosemarkt Polymarket reagierte sofort: Die Wahrscheinlichkeit, dass Strategy Bitcoin vor dem 31. Dezember 2026 verkaufen wird, stieg auf 84 %. Das ist weder Panik noch Gerücht – es ist die kollektive Einschätzung Tausender Marktteilnehmer, die echtes Geld auf ein konkretes Ereignis setzen. Sie zeigt, dass das Bild von Strategy als ewigem Bitcoin-Käufer endgültig Risse bekommen hat.
Michael Saylor selbst hat dafür den Anlass geliefert. Mehrfach hat er in den vergangenen Monaten angedeutet, dass das Unternehmen von Zeit zu Zeit Coins verkaufen werde – nicht aus Schwäche, sondern als Instrument zur Maximierung der BTC-Menge pro Aktie. Die Logik dahinter klingt plausibel: Wenn der Verkauf eines Teils der Reserven es ermöglicht, Schulden mit Abschlag zurückzukaufen oder die Zahl der Bitcoins pro Aktie zu erhöhen, ist das für die Aktionäre technisch gesehen ein bitcoinfreundlicher Schritt. Nach diesem Schema lief auch der jüngste Rückkauf der wandelbaren Anleihe über 1,5 Milliarden US‑Dollar: Das Unternehmen zahlte 1,38 Milliarden US‑Dollar, sparte damit rund 8 % und steigerte formal die BTC-Rendite pro Aktie. Für den Markt ist der Punkt jedoch einfacher: Ein Verkauf ist ein Verkauf – und der weltweit größte Unternehmenshalter mit 843.000 Coins ist nun offiziell ein Verkäufer.
Die Nachricht kommt zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs beliefen sich gestern auf 733 Millionen US‑Dollar – der höchste Wert seit Januar; Ethereum verbuchte bereits den zwölften Verlusttag in Folge. Hinzu kommt, dass die geopolitische Eskalation im Nahen Osten trotz neuer Fortschritte in den Friedensgesprächen weiterhin auf Risikoanlagen lastet.
Handelsempfehlungen

Bitcoin
Die Käufer zielen derzeit auf eine Rückkehr in den Bereich um 74.700 US-Dollar ab. Dies würde einen direkten Weg in Richtung 76.500 US-Dollar eröffnen, und von dort aus rückt der Bereich um 78.300 US-Dollar in Reichweite. Ein Ausbruch über dieses Niveau hinaus würde darauf hindeuten, dass Versuche unternommen werden, in einen Bullenmarkt zurückzukehren. Bei einem Rückgang erwarte ich Käufer im Bereich um 72.900 US-Dollar. Ein erneuter Rutsch unter diese Zone könnte BTC rasch in Richtung 71.400 US-Dollar drücken. Das äußerste Abwärtsziel liegt im Bereich um 69.800 US-Dollar.

Ethereum
Ein klarer Schlusskurs über 2.026 US‑Dollar würde den direkten Weg in Richtung 2.084 US‑Dollar eröffnen. Das äußerste Ziel liegt beim Hoch nahe 2.128 US‑Dollar; ein Durchbruch darüber würde auf eine stärkere bullische Stimmung und eine Rückkehr des Käuferinteresses hindeuten. Auf der Unterseite erwarte ich Käufer im Bereich von 1.969 US‑Dollar. Ein Rückfall unter diese Zone könnte ETH schnell in Richtung 1.911 US‑Dollar drücken. Das entfernteste Abwärtsziel liegt im Bereich um 1.845 US‑Dollar.
Was im Chart zu sehen ist
- Die roten Linien stellen Unterstützungs- und Widerstandsniveaus dar, an denen der Kurs voraussichtlich entweder pausiert oder stark reagiert.
- Die grüne Linie zeigt den 50‑Tage‑Durchschnitt.
- Die blaue Linie ist der 100‑Tage‑Durchschnitt.
- Die hellgrüne Linie ist der 200‑Tage‑Durchschnitt.
Wenn der Kurs einen dieser gleitenden Durchschnitte testet oder kreuzt, wird die Bewegung häufig entweder gestoppt oder es kommt neue Dynamik in den Markt.