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FX.co ★ Der Dollar ist müde von der Geopolitik

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Analysen:::2026-06-01T22:43:51

Der Dollar ist müde von der Geopolitik

Alles geht irgendwann zu Ende. Donald Trump ist zuversichtlich, dass am Ende alles gut ausgehen wird – mit einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Die gegenseitigen Beschüsse im Vorfeld einer Vereinbarung machen Anleger jedoch nervös. Die Amerikaner griffen gegnerische Radar- sowie Führungs- und Kontrollanlagen an. Der Gegner reagierte mit einem Luftangriff auf ihre Basis und Attacken aus Kuwait. Die Kampfhandlungen dauern an, doch weder Washington noch Teheran betrachten sie als Verletzung des Waffenstillstands. EUR/USD lernt, nicht den eigenen Augen zu trauen, sondern den Worten – und schwankt hin und her.

Wechselkurse am Forex-Markt hängen von der Geldpolitik der Zentralbanken ab. Diese wiederum reagiert auf Inflation, Arbeitsmarkt und geopolitische Schocks. Steigende Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten haben die Inflationserwartungen und die Verbraucherpreise nach oben getrieben. Das könnte die Federal Reserve dazu veranlassen, die Geldpolitik zu straffen. Der Terminmarkt signalisiert eine Wahrscheinlichkeit von rund 50 %, dass dies bereits im Jahr 2026 geschieht.

Dynamik der Treasury-Renditen und des Fed-Leitzinses

Der Dollar ist müde von der Geopolitik

Die Märkte steigen häufig aufgrund von Erwartungen und übernehmen dabei von Zeit zu Zeit die Arbeit der Zentralbank. Die Rally bei den Treasury-Renditen zeigt, dass die finanziellen Rahmenbedingungen derzeit moderat straff sind. Im Kern ist eine Anhebung des Federal Funds Rate nicht erforderlich, um die Inflation zu zähmen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Eurozone, wo die European Central Bank von einem Rückgang der Inflationserwartungen berichtet hat. Könnte der Inflationsschub tatsächlich nur vorübergehend sein, wie das White House und die Regierungen des Währungsraums hoffen?

Dynamik der Inflationserwartungen in der Eurozone

Der Dollar ist müde von der Geopolitik

Anleger sind des Konflikts im Nahen Osten überdrüssig. Die Aktienindizes steigen, als gäbe es ihn nicht. Der US‑Dollar reagiert jedoch weiterhin sensibel auf Nachrichten aus der Region, was mit seinem Status als sicherer Hafen zusammenhängt. Unter solchen Bedingungen wird der Bericht zum US-Arbeitsmarkt für Mai für Trader eine Art frische Luft verschaffen.

Die Fed hat ein doppeltes Mandat. Sie ist gezwungen, sowohl auf hohe Preise als auch auf Beschäftigungsfragen zu reagieren. Bis Ende 2025 veranlassten diese Faktoren die Zentralbank, die Geldpolitik zu lockern. Seitdem hat sich die Lage am Arbeitsmarkt jedoch stabilisiert, und die Fed hat ihren Fokus auf die Inflation verlagert. Sie könnte zu ihren früheren Prioritäten zurückkehren, falls die Nonfarm Payrolls sie dazu zwingen.

Der Dollar ist müde von der Geopolitik

Für die EZB könnte ein Stagflationsszenario problematisch werden. Die Verbraucherpreise in der Eurozone laufen Gefahr, bald über 3 % anzusteigen. Gleichzeitig deutet die Abwärtskorrektur der BIP-Wachstumsprognosen durch die Bank of France auf eine wirtschaftliche Abschwächung im Währungsraum hin. In einem solchen Umfeld werden Entscheidungen äußerst schwierig.

Aus technischer Sicht kehrt das Währungspaar EUR/USD im Tageschart zu seinem fairen Wert bei 1,1645 zurück. Ein Rebound könnte zu Käufen veranlassen, während ein Ausbruch zu Verkäufen des Euro gegenüber dem US-Dollar führen könnte. Eine Möglichkeit wäre, sich aus einem Markt herauszuhalten, der keine klaren Signale liefert.

Analyst InstaForex
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