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FX.co ★ Der Euro macht Fehler über Fehler

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Analysen:::2026-06-02T22:39:01

Der Euro macht Fehler über Fehler

Seit dem Beginn der Waffenruhe im April preisen die Märkte zunehmend die Wahrscheinlichkeit einer Konfliktlösung im Nahen Osten ein. Bis zur dritten Mai-Dekade hatten sich die Chancen auf Frieden nach den Aussagen von Donald Trump über ein bevorstehendes Abkommen deutlich verbessert. Dennoch bleibt die Lage festgefahren: Die Parteien greifen sich weiterhin sporadisch an, und die Ankündigung Irans, sich aus den Verhandlungen zurückzuziehen, hat die EUR/USD-Notierungen unter Druck gesetzt.

Verärgert über den israelischen Angriff auf den Libanon, wo das von Iran unterstützte Hezbollah seinen Stützpunkt hat, droht Teheran nicht nur damit, den Dialog mit den Amerikanern zu beenden, sondern auch damit, die alternative Öllieferroute – die Straße von Bab al-Mandab – zu schließen. Eine Eskalation des Konflikts und neue Probleme auf der Angebotsseite könnten die Brent-Preise weiter in die Höhe treiben – ein unerwünschtes Szenario nicht nur für die USA, sondern auch für Europa.

Dynamik der europäischen Inflation

Der Euro macht Fehler über Fehler

Die Verbraucherpreise in der Eurozone haben im Mai aufgrund höherer Rohölpreise von 3% auf 3,2% angezogen, während die Kerninflation auf 2,5% gestiegen ist und die Dienstleistungspreise um 3,5% zulegten. Die Befürchtungen der Europäischen Zentralbank hinsichtlich Zweitrundeneffekten beginnen sich zu bewahrheiten, sodass eine Zinserhöhung im Juni unausweichlich erscheint.

Dieser Faktor ist jedoch bereits in den EUR/USD-Notierungen eingepreist, ebenso wie ein weiterer, vom Terminmarkt erwarteter Schritt zur geldpolitischen Straffung. Die entscheidende Frage lautet, ob die ohnehin schon fragile Wirtschaft der Eurozone höheren Refinanzierungskosten standhalten kann. Eine Straffung der Geldpolitik könnte nicht nur einen Schlag versetzen, sondern sich für die EZB zu einem politischen Fehler auswachsen – ähnlich wie vor der globalen Finanzkrise 2008, als die EZB die Zinsen anhob und sie anschließend aufgrund einer Rezession wieder senken musste.

Ungeachtet dessen, wie schwach die Wirtschaft der Eurozone auch sein mag und wie hoch das Risiko eines politischen Fehlers der EZB eingeschätzt wird, dürfte EUR/USD im Falle einer Lösung des Konflikts im Nahen Osten tendenziell steigen. In einem solchen Szenario würde sich das Mantra des Weißen Hauses von der vorübergehenden Natur der hohen Inflation in den USA als zutreffend erweisen. Die Federal Reserve hätte dann die Möglichkeit, ihren Zyklus der geldpolitischen Lockerung wieder aufzunehmen, was einen erheblichen Schlag für den US-Dollar bedeuten würde.

Der Euro macht Fehler über Fehler

In der Anfangsphase einer friedlichen Konfliktlösung im Nahen Osten wird der Greenback voraussichtlich seine Rolle als sicherer Hafen einbüßen. Dieses Szenario ist die Basisvariante, aber keineswegs die einzige. Die große Kluft zwischen den Positionen der USA und des Iran schließt eine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten nicht aus. In einem solchen Fall würden Eskalation, zunehmende geopolitische Spannungen und eine sinkende globale Risikobereitschaft als Katalysatoren für einen Rückgang des Hauptwährungspaares wirken.

Aus technischer Sicht hat sich auf dem EUR/USD-Chart eine Tageskerze mit langem unteren Schatten gebildet. Dies weist auf die Schwäche der Bären hin, insbesondere wenn der Kerzenkörper nicht sehr groß ist. Dies ist derzeit jedoch nicht der Fall; konservative Trader sollten daher von Engagements absehen. Für risikofreudige Trader besteht die Möglichkeit, eine Pending-Long-Position am Hoch der Kerze bei etwa 1,1665 zu platzieren.

Analyst InstaForex
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