Handelsanalyse vom Donnerstag:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD bewegt sich weiterhin in einem klar erkennbaren Seitwärtstrend auf dem Stundenchart. Händler finden nach wie vor keine überzeugenden Gründe, das Paar zu kaufen oder zu verkaufen. Der makroökonomische Hintergrund wird weitgehend ignoriert, die fundamentale Lage ist wenig aussagekräftig, und geopolitisch wartet der Markt eher auf wirklich wichtige Nachrichten und Ereignisse als auf weitere Drohungen, Ultimaten und Ankündigungen. Deshalb beobachten wir nun schon seit drei Wochen dasselbe Bild: Es gibt zwar Ereignisse und Nachrichten, doch die Marktbewegung bleibt praktisch aus. Der Donnerstag bildete jedoch eine Ausnahme von dieser Regel. Im Tagesverlauf standen den Händlern keinerlei relevante Nachrichten zur Verfügung. Es gab weder geopolitische noch fundamentale Neuigkeiten (Christine Lagarde hatte nichts Wesentliches mitzuteilen), noch nennenswerte makroökonomische Daten (abgesehen von zweitrangigen Berichten wie Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe oder Einzelhandelsumsätzen). Entsprechend gab es keinen Anlass, ein Ende der Seitwärtsbewegung zu erwarten. Heute könnte die Volatilität höher ausfallen als üblich, doch wir sind nicht überzeugt, dass damit der Flat beendet ist.
5-Minuten-Chart des EUR/USD-Paares
Auf dem 5-Minuten-Chart bildeten sich am Donnerstag keine Handelssignale. Die letzten Verkaufssignale wurden am Dienstag generiert, als der Kurs zweimal vom Bereich 1,1655–1,1666 nach unten abprallte.
Wie man am Freitag handelt:
Auf dem Stundenchart korrigiert der Euro nun seit einem Monat und bewegt sich seit drei Wochen in einer Seitwärtsrange. Die Aufwertung der US-Währung hat sich wieder fortgesetzt, da der Konflikt im Nahen Osten erneut kurz vor einer Eskalation steht. Dennoch rechnen wir weiterhin nicht mit einem langfristigen Anstieg des US-Dollars. Der Markt ignoriert fundamentale und makroökonomische Faktoren weitgehend, während geopolitische Einflüsse nur selektiv eingepreist werden.
Am Freitag können Anfänger Short-Positionen mit Zielen bei 1,1527–1,1531 eröffnen, falls der Kurs den Bereich 1,1584–1,1591 nach unten durchbricht. Long-Positionen kommen in Betracht, wenn der Kurs vom Bereich 1,1584–1,1591 nach oben abprallt, mit einem Ziel bei 1,1655–1,1666.
Auf dem 5-Minuten-Chart sind folgende Marken relevant: 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1591, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837, 1,1899–1,1908. Am Freitag wird in der Eurozone die dritte Schätzung des BIP für das erste Quartal veröffentlicht, während in den USA die Non-Farm Payrolls und die Arbeitslosenquote anstehen. Die amerikanischen Daten gelten als wichtig und können für Volatilität sorgen, doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Flat im Euro heute endet. In den vergangenen Monaten hat der Markt selbst auf wichtige Berichte häufig kaum reagiert.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals bestimmt sich nach der Zeit, die zu seiner Bildung benötigt wurde (Abprall oder Ausbruch). Je weniger Zeit dies in Anspruch genommen hat, desto stärker ist das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Level aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Positionen eröffnet wurden, sollten alle nachfolgenden Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine Signale ausbilden. Technische Levels können in solchen Phasen vom Markt ignoriert werden.
- Auf dem Stundenchart sollten Signale des MACD-Indikators nur dann gehandelt werden, wenn die Volatilität ausreichend hoch ist und ein Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.
- Wenn zwei Levels zu dicht beieinander liegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Sobald sich der Kurs 15 Pips in die erwartete Richtung bewegt hat, sollte der Stop-Loss auf Break-even (Einstand) nachgezogen werden.
Erklärung zu den Charts:
Kursmarken (Zonen) von Unterstützung und Widerstand dienen als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen bzw. als Quellen von Handelssignalen.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung vorgeben.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Konjunkturberichte (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können erhebliche Auswirkungen auf die Bewegung eines Währungspaares haben. Während ihrer Veröffentlichung sollte daher mit größter Vorsicht gehandelt werden – oder man verlässt vorübergehend den Markt, um plötzliche Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten sich bewusst sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Eine klar definierte Handelsstrategie und konsequentes Risikomanagement sind entscheidend, um langfristig erfolgreich zu handeln.
