
Das Währungspaar GBP/USD versuchte, seine Abwärtsbewegung von Freitag auf Montag fortzusetzen, doch daraus wurde nichts. Das lokale fundamentale und makroökonomische Umfeld bleibt für den US‑Dollar zwar günstig, aber nicht so stark, wie viele annehmen. Die jüngsten Konjunkturdaten in den USA haben sich im Vergleich zu 2025 tatsächlich verbessert. Die Unternehmensaktivität zieht an, und der Arbeitsmarkt erholt sich. Lediglich das BIP‑Wachstum und die Inflation enttäuschen. Allerdings ist eine Beschleunigung der Inflation ebenfalls ein positives Signal für die US‑Währung, da sich die Federal Reserve in diesem Fall „hawkisher“ zeigen dürfte. Somit bereitet derzeit nur das Tempo des Wirtschaftswachstums den Tradern Sorgen.
Die geopolitische Lage bleibt durchweg negativ, verschärft sich jedoch nicht. Trotz des anhaltenden Beschusses im Nahen Osten eskaliert der Konflikt nicht wieder zu einem groß angelegten Krieg, und Verhandlungen finden immerhin weiterhin statt. Daher mangelt es dem Dollar unserer Ansicht nach nach wie vor an langfristigen Perspektiven. An diesem Punkt ist es wichtig zu verstehen, ob die Reaktion des Marktes auf die Nonfarm Payrolls vom Freitag ein einmaliges Ereignis war. In den vergangenen Wochen haben Trader sowohl den makroökonomischen Hintergrund als auch geopolitische Faktoren weitgehend ignoriert. Wenn der Markt wieder in das Handelsregime der letzten Wochen zurückfällt, ist mit einer weiteren Seitwärtsphase bei niedriger Volatilität zu rechnen.
Das britische Pfund befindet sich derzeit – ähnlich wie der Euro – in einer schwierigen Phase. Im Jahr 2026 spricht fast alles gegen Risikoanlagen und Risikowährungen. Es überrascht daher nicht, dass sie die Aufwärtstrends aus den Jahren 2022 und 2025 derzeit nicht fortsetzen können. Dennoch wird auch diese schwierige Phase irgendwann enden, und selbst der Krieg im Nahen Osten wird nicht ewig andauern. Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich der Konflikt zwischen Iran und den USA sowie deren Verbündeten zu einem schwelenden Streit mit regelmäßigen Beschuss‑ und Raketenangriffen entwickeln wird, jedoch ohne groß angelegte militärische Operationen. In diesem Fall ist es unwahrscheinlich, dass der Markt den Dollar erneut ausschließlich wegen seiner „sicheren Eigenschaften“ kauft. Der US‑Dollar kann sich phasenweise verteuern, insgesamt bewerten wir jedoch jede Dollar‑Stärkung eher als Korrektur.
Was das britische Pfund angeht, so verfügt es ebenfalls über einige potenzielle Wachstumsfaktoren. Die Bank of England wird im Juni mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine weitere Straffung der Geldpolitik verzichten, und eine weitere politische Krise im Vereinigten Königreich erhöht die Attraktivität des Pfunds für Trader nicht gerade, zumal das Wirtschaftswachstum Großbritanniens bereits seit Langem unbefriedigend ist. Nichtsdestotrotz sind die Perspektiven für die britische Währung etwas besser. Ein Blick auf den Tageschart genügt: Das GBP/USD‑Paar bewegt sich seit neun Monaten seitwärts, und der Dollar hat sich nicht stärker entwickelt als in Form von Rücksetzern oder Korrekturen. In dieser Woche könnte die US‑Währung durch den am Mittwoch anstehenden Inflationsbericht Unterstützung erhalten, doch er könnte ebenso gut auch das britische Pfund stützen. Im 4‑Stunden‑Chart hat das Paar das Niveau von 1,3306 noch nicht durchbrochen, sodass in dieser Woche ein Aufwärtskorrektur durchaus möglich ist.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten fünf Handelstagen 72 Pips. Für das Pfund/Dollar-Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Dienstag, dem 9. Juni, erwarten wir Bewegungen innerhalb einer Spanne, die von den Niveaus 1,3273 und 1,3417 begrenzt wird. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach oben gerichtet, was auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends hinweist. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert ein mögliches Ende des Abwärtstrends.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3306
S2 – 1,3245
S3 – 1,3184
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3367
R2 – 1,3428
R3 – 1,3489
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD hat seine Abwärtsbewegung wieder aufgenommen. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, weshalb wir nicht von einem langfristigen Wachstum des US-Dollars ausgehen. Allerdings deutet 2026 aufgrund der Geopolitik auf ein sehr positives Jahr für den Dollar hin. Daher können Long-Positionen mit Zielen bei 1,3489 und 1,3550 in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, bietet sich Handel auf der Unterseite mit Zielen bei 1,3273 und 1,3245 an. Die Marktsituation ändert sich häufig und bleibt in erster Linie von geopolitischen Nachrichten abhängig, die nicht einheitlich sind.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
Lineare Regressionskanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung gerichtet, ist der Trend stark;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte;
Murray Levels sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) sind die wahrscheinlichen Preiskanäle, innerhalb derer sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis aktueller Volatilitätsindikatoren voraussichtlich bewegen wird;
Wenn der CCI-Indikator in die überverkaufte Zone (unter -250) oder in die überkaufte Zone (über +250) eintritt, weist dies auf eine bevorstehende Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung hin.