Auswertung der Trades vom Donnerstag:
1-Stunden-Chart von EUR/USD

Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Donnerstag ausgesprochen interessante Bewegungen. Die Ereignisse des Tages wären einer der ehrenvollsten Seiten und Kapitel jedes Trading-Lehrbuchs würdig. Beginnen wir mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank, auf der beschlossen wurde, die Zinsen zum ersten Mal seit drei Jahren anzuheben. Obwohl diese Entscheidung schon lange im Voraus bekannt war, reagierte der Markt weder in der vergangenen Woche noch gestern darauf. Damit sind Zinserhöhungen der Zentralbank derzeit deutlich weniger bedeutende Ereignisse als die jüngste Veränderung in Donald Trumps Rhetorik gegenüber Iran.
Gestern Morgen kamen Meldungen über neue US-Angriffe auf den Iran, und Trump warf Teheran vor, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, und kündigte neue Angriffe für Freitag an. Später am Abend erklärte der US-Präsident, dass die Angriffe auf den Iran abgesagt worden seien, weil ... die Parteien kurz davor stünden, ein gewaltiges Abkommen zu schließen. Vorhang. Die amerikanische Komödie gewinnt nicht nur an Fahrt, sie wird mit jedem Akt noch unterhaltsamer. Der Markt reagierte auf Trumps neue Aussagen mit Verkäufen des Dollars. Um 85 Pips. Mehr muss man im Moment nicht darüber wissen, wie sich der Markt bewegt.
5M-Chart von EUR/USD

Im 5-Minuten-Chart bildeten sich am Donnerstag drei Handelssignale. In der US‑Session durchbrach das Paar nach mehreren Stunden nervöser Schwankungen schließlich den Bereich 1,1527–1,1531, doch der Rückgang hielt nicht lange an. Trump rückte erneut in den Mittelpunkt und löste einen Anstieg von fast 100 Punkten aus, wodurch ein Kaufsignal entstand. In der Nacht prallte der Kurs vom Bereich 1,1584–1,1594 ab.
Wie man am Freitag handelt:
Im Stundenchart ist die Seitwärtsphase beendet, und nach dreiwöchiger Stagnation hat sich der Abwärtstrend wieder durchgesetzt. Ein weiterer Anstieg des US‑Dollars hängt jedoch vollständig von der weiteren Entwicklung der geopolitischen Lage ab. Sollte der Krieg im Nahen Osten wieder in vollem Umfang aufflammen, wird der Dollar weiter steigen. Kehren Teheran und Washington hingegen an den Verhandlungstisch zurück, würde dies risikoreiche Währungen stützen.
Am Freitag können Anfänger Short‑Positionen mit Ziel 1,1527–1,1531 eröffnen, falls der Kurs vom Bereich 1,1584–1,1594 nach unten abprallt. Long‑Positionen kommen in Betracht, wenn sich der Kurs oberhalb des Bereichs 1,1584–1,1594 festsetzt, mit Ziel 1,1655–1,1666.
Im 5‑Minuten‑Chart sollten die folgenden Marken berücksichtigt werden: 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837, 1,1899–1,1908. Am Freitag stehen in der Eurozone keine wichtigen Veröffentlichungen an, während in den USA nur der Index des Verbrauchervertrauens der University of Michigan veröffentlicht wird. Die Aufmerksamkeit des Marktes wird sich jedoch erneut auf geopolitische Entwicklungen richten. Derzeit gibt es keine weiteren Faktoren, die den Markt beeinflussen.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Ausbildung (Abpraller oder Ausbruch) benötigt wurde. Je weniger Zeit es braucht, desto stärker ist das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Level zwei oder mehr Trades aufgrund von Fehlsignalen eröffnet wurden, sollten alle nachfolgenden Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder gar keine erzeugen. Technische Levels können dann in den Hintergrund treten.
- Im Stundenchart sollten Handelssignale des MACD‑Indikators nur umgesetzt werden, wenn die Volatilität ausreichend ist und ein Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.
- Liegen zwei Levels zu dicht beieinander (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs‑ bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop‑Loss auf Break‑even nachgezogen werden.
Was auf den Charts zu sehen ist:
Kursniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand dienen als Ziele beim Eröffnen von Long‑ oder Short‑Positionen oder als Signalquellen.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung vorgeben.
Der MACD‑Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Konjunkturdaten (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares deutlich beeinflussen. Während ihrer Veröffentlichung sollte daher mit größter Vorsicht gehandelt werden, oder man steigt aus dem Markt aus, um plötzliche Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Anfänger im Forex‑Handel sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein wird. Eine klare Handelsstrategie und konsequentes Money‑Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Trading.