
GBP/USD setzt seine Aufwärtsbewegung fort und hat in dieser Woche gute Chancen, die Bearish Imbalance 20 zu invalidieren und dabei möglicherweise eine neue Bullish Imbalance auszubilden. Ohne Zweifel stützt das aktuelle geopolitische Umfeld die Käufer. Dennoch ist anzumerken, dass der Anstieg des Pfunds bislang wenig überzeugend wirkt und sich sogar zu einem trendlosen Seitwärtsmarkt entwickeln könnte. Tatsächlich bewegt sich das Pfund bereits seit mehreren Wochen in einem horizontalen Kanal zwischen 1,3305 und 1,3505.
Die Aufwärtsbewegung bleibt schwach, das bärische Muster hat nicht wie erwartet funktioniert, und es haben sich keine bullischen Muster herausgebildet. Wird bis zum Ende der Woche ein Abkommen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten unterzeichnet, dürfte es den Käufern deutlich leichter fallen, den Aufwärtsdruck aufrechtzuerhalten. Ohne ein solches Abkommen ist hingegen kaum mit einem nennenswerten bullischen Vorstoß zu rechnen. Unter den aktuellen Bedingungen können Trader nur auf die Ausbildung neuer Muster warten, da es derzeit keine umsetzbaren Setups gibt. Es ist außerdem wichtig, die geopolitischen Entwicklungen genau zu verfolgen, da jedes neu entstehende Muster durch aktuelle Nachrichten praktisch sofort wieder ungültig werden kann.
Die vergangene Woche lieferte dafür ein klares Beispiel. Verkäufer bereiteten sich auf einen weiteren Rückgang von der Bearish Imbalance 20 aus vor, doch Donald Trump kündigte am Wochenende überraschend die Aussicht auf ein Friedensabkommen mit Iran an, anstatt der zuvor erwarteten Militärschläge. In der Folge zogen sich die Verkäufer trotz der Bearish Imbalance 20 rasch zurück.
Die Lage im Nahen Osten beginnt sich zu verbessern. Historisch schneidet der US‑Dollar in Phasen geopolitischer Spannungen besser ab als Euro oder Pfund. Bewegt sich der Konflikt im Nahen Osten also in Richtung einer Lösung, könnten sowohl der Euro als auch das Pfund zusätzlichen Rückenwind erhalten. Der Markt bleibt derzeit jedoch vorsichtig in Bezug auf die Berichte über ein mögliches Abkommen. So erklärte Israel am Montag, dass seine Interessen nicht vollständig berücksichtigt worden seien, was potenziell zu neuen Spannungen in der Region führen könnte. Sollte dies eintreten, könnten sich die Bemühungen der Vereinigten Staaten und Irans letztlich als erfolglos erweisen.
Meiner Ansicht nach bleibt der übergeordnete Trend trotz der starken Rückgänge des Währungspaares zu Beginn des Jahres bullisch. Der Waffenstillstand im Nahen Osten hält weiterhin an und könnte verlängert werden. Die Straße von Hormus unterliegt nach wie vor Beschränkungen, und die Nuklearfrage ist weiterhin ungelöst. Die Lage schwankt beständig zwischen Entspannung und erneuter Verschärfung. Entsprechend wächst unter den Marktteilnehmern die Unsicherheit darüber, welchen Entwicklungen sie vertrauen können.
Aus technischer Sicht sind alle derzeit verfügbaren und gültigen Muster entweder bereits abgearbeitet, invalidiert oder stehen kurz davor, ihre Gültigkeit zu verlieren. Ich rechne weiterhin mit einem erneuten bullischen Impuls, der jedoch die erfolgreiche Unterzeichnung eines Abkommens zwischen Iran und den Vereinigten Staaten voraussetzt. Trader sollten daher sowohl auf eine positive Entwicklung im Nahen Osten als auch auf die Ausbildung neuer Handelsmuster warten.
Der Wirtschaftskalender hatte am Montag praktisch keinen Einfluss. In den Vereinigten Staaten wurde der Industrieproduktionsbericht für Mai veröffentlicht, der jedoch kaum Beachtung bei Tradern fand. Das Pfund startete mit einem soliden Anstieg in den Tag, doch zur Tagesmitte wurden die Käufer vorsichtiger und der Schwung ließ nach. Die Konjunkturdaten hatten während der Handelssitzung am Montag keinen nennenswerten Einfluss auf die Marktstimmung. In dieser Woche stehen zahlreiche wichtige Ereignisse an, weshalb Trader die Marktentwicklung genau beobachten müssen.
Das übergeordnete fundamentale Umfeld bleibt so, dass ich aus langfristiger Perspektive weiterhin Schwäche beim US‑Dollar erwarte. Selbst der Konflikt mit Iran ändert an dieser Einschätzung wenig. Die geopolitischen Spannungen haben die Anleger zwar vorübergehend an den Status des Dollars als sicherer Hafen erinnert, doch der Gesamtblick auf die US‑Währung bleibt eher verhalten.
Gewinnt die US‑Wirtschaft im Jahr 2026 an Dynamik, nimmt die Federal Reserve ihren geldpolitischen Straffungszyklus wieder auf und entwickelt sich der Iran‑Konflikt zu einer langwierigen Auseinandersetzung, könnte der Dollar gegenüber dem Pfund realistisch die Zone von 1,3100–1,3000 ins Visier nehmen. Meiner Meinung nach kann sich der langfristige Ausblick für den US‑Dollar jedoch nicht allein aufgrund eines starken Nonfarm Payrolls‑Berichts grundlegend verändert haben, und die Federal Reserve hat bislang keinerlei Signale gesendet, wonach sie bereit wäre, die Geldpolitik weiter zu straffen.
News-Kalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:
- Vereinigte Staaten – Baugenehmigungen (12:30 UTC).
- Vereinigte Staaten – Baubeginne (12:30 UTC).
Der Wirtschaftskalender für den 16. Juni enthält nur ein Ereignis, das ich nicht für bedeutsam halte. Folglich ist am Dienstag kaum oder nur mit einem äußerst geringen Einfluss der Konjunkturdaten auf die Marktstimmung zu rechnen.
GBP/USD Prognose und Trading-Empfehlungen:
Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch, während alle bärischen Muster entweder invalidiert wurden oder keine Relevanz mehr besitzen. Trader sollten sich daher auf das Entstehen neuer Muster konzentrieren, die klarere Hinweise auf die nächste richtungsbestimmende Bewegung liefern.
Gleichzeitig können geopolitische Entwicklungen das Pfund weiterhin in beide Richtungen bewegen, und der Konflikt im Nahen Osten ist noch nicht vollständig gelöst. Infolgedessen ist das Eingehen von Long‑Positionen ohne klare Handelssignale nach wie vor verfrüht. Kommt letztlich ein Abkommen zustande, hat das Pfund gute Chancen, sich zumindest in Richtung der Marke von 1,3655 zu bewegen.