Startseite Notierungen Kalender Forum
flag

FX.co ★ EUR/USD Analyse – 16. Juni: Der Markt bleibt ruhig

next parent
Analysen:::2026-06-16T17:06:18

EUR/USD Analyse – 16. Juni: Der Markt bleibt ruhig

EUR/USD Analyse – 16. Juni: Der Markt bleibt ruhig

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart von EUR/USD ist inzwischen recht klar erkennbar. Es gibt weiterhin keinerlei Anzeichen dafür, dass der im unteren Chart dargestellte Aufwärtstrendabschnitt, der im Januar des vergangenen Jahres begonnen hat, aufgehoben wurde. Allerdings hat die Trendstruktur inzwischen einen korrektiven Charakter angenommen. Aus längerfristiger Sicht kann mit der Ausbildung der Welle C gerechnet werden, deren Tief vermutlich unter das Tief der Welle A fallen dürfte. Derzeit fällt es jedoch schwer, an einen derart deutlichen Rückgang des Euro zu glauben, da sich der Konflikt im Nahen Osten offenbar einer Lösung nähert und dem US‑Dollar derzeit andere wesentliche Unterstützungsfaktoren fehlen. Daher könnte sich die erwartete Welle C als verkürzt erweisen.

In der niedrigeren Zeitebene lässt sich eine klassische fünfteilige bärische Struktur erkennen. Nach Abschluss dieser Struktur könnte das Instrument in eine neue Aufwärtswellenfolge übergehen, und aktuell wirkt diese Struktur abgeschlossen. Folglich ist ab dem Niveau von 1,1513, das dem 76,4%-Fibonacci-Retracement entspricht, mit einem Anstieg des Euro zu rechnen. Ohne Rückenwind durch geopolitische Entwicklungen kann der Euro jedoch nicht auf eine starke Nachfrage am Markt hoffen.

Das Währungspaar EUR/USD legte in der Sitzung am Dienstag um 10 Basispunkte zu, während die Volatilität bereits seit dem Morgen äußerst gering blieb. Der Markt verhält sich ruhig und eilt nicht voraus, neue Entwicklungen einzupreisen. Heute haben die Marktteilnehmer erneut vier Konjunkturdaten aus der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten ignoriert, was allerdings niemanden überraschen sollte. Dieses Muster beobachten wir nun schon seit mehreren Monaten. Im Vorfeld der Sitzungen zweier bedeutender Zentralbanken zeigt der Markt ebenfalls keinerlei Nervosität. Weder die Federal Reserve noch die Bank of England dürften im Juni die Zinsen anheben, was ein weiterer Grund für die Gelassenheit am Markt ist. Was die für Freitag geplante feierliche Unterzeichnung des Abkommens zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten betrifft, so überwiegt derzeit die Symbolik klar gegenüber der praktischen Bedeutung.

Bereits heute Morgen habe ich darauf hingewiesen, dass sowohl die CIA als auch das US‑Verteidigungsministerium skeptisch bleiben, ob der Iran tatsächlich bereit ist, künftig auf nukleare Ambitionen und Urananreicherung zu verzichten. Genau hier liegt die Quelle der Zweifel der Marktteilnehmer – von Privatanlegern und Geschäftsbanken bis hin zu den direkt an den Verhandlungen Beteiligten. Der Iran verteidigt seit fünfzig Jahren vehement sein Recht auf Atomwaffen – oder zumindest auf nuklearen Brennstoff. Ist das Land nun wirklich bereit, diese Position aufzugeben? Zudem hat sich immer deutlicher gezeigt, dass der Iran nicht der Initiator der militärischen Aggression war, sich vor einem Krieg nicht fürchtet und nicht die Absicht hat, zu kapitulieren. Was also könnte den Iran dazu bewegen, sein Atomprogramm aufzugeben, wenn ihn nicht einmal die Aussicht auf einen Krieg abschreckt und er de facto seit Jahrzehnten unter militärischem Druck lebt? Die Wahrscheinlichkeit, ein umfassendes Atomabkommen zu erreichen, bleibt daher gering. Donald Trump hat bereits erklärt, dass er bereit sei, die militärischen Operationen im Nahen Osten wieder aufzunehmen, falls Teheran ein Atomabkommen ablehnt. Infolgedessen betrachten viele Marktteilnehmer das für Freitag angesetzte Abkommen mit erheblicher Skepsis.

EUR/USD Analyse – 16. Juni: Der Markt bleibt ruhig

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Grundlage meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrendabschnitt (im unteren Chart dargestellt) befindet, während es sich kurzfristig in einem Abwärtstrendabschnitt bewegt, der bereits abgeschlossen sein könnte. Meiner Ansicht nach ist dies ein durchaus günstiger Zeitpunkt, um Long-Positionen in Erwägung zu ziehen. Der gescheiterte Versuch, das Niveau von 1,1513, das dem 76,4%-Fibonacci-Retracement entspricht, nach unten zu durchbrechen, zusammen mit dem vollständig ausgebildeten Bild des Abwärtstrendabschnitts, deutet darauf hin, dass das Paar in eine neue Aufwärtswellenfolge übergehen könnte, deren Ziele im Bereich um 1,17 und darüber liegen.

In der höheren Zeitebene ist weiterhin ein Aufwärtstrendabschnitt erkennbar, auf den sich die Entwicklung einer korrektiven Wellenstruktur anschließt. In naher Zukunft wird die Ausbildung der Welle C erwartet, mit Zielen in der Nähe von 1,1352, was dem 38,2%-Fibonacci-Retracement entspricht. Nach Abschluss der A‑B‑C‑Korrekturstruktur könnte ein neuer langfristiger Aufwärtstrend beginnen.

Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und leicht interpretierbar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und werden häufig revidiert.
  2. Wenn keine ausreichende Sicherheit über die Marktsituation besteht, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
  3. Es kann niemals absolute Gewissheit über die zukünftige Kursrichtung geben. Verwenden Sie immer schützende Stop-Loss-Orders.
  4. Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.

Analyst InstaForex
Artikel teilen:
next parent
loader...
all-was_read__icon
Sie haben zur Zeit die besten Veröffentlichungen gesehen.
Wir suchen schon etwas Interessantes für Sie...
all-was_read__star
Kürzlich veröffentlicht:
loader...
Neuere Veröffentlichungen...