
Gold (XAU/USD) gibt einen Teil seiner Tagesgewinne wieder ab, bleibt jedoch breit unterstützt und notiert in der Nähe der psychologisch wichtigen Marke von 4.300 US-Dollar. Das Edelmetall profitiert von Gewinnmitnahmen im US-Dollar nach dessen kräftiger Rally auf das höchste Niveau seit Ende März. Auslöser war der Abschluss eines Friedensabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Iran.
Konkret unterzeichneten US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian aus der Ferne ein Memorandum of Understanding, das eine Einstellung der militärischen Handlungen sowie die Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Straße von Hormus vorsieht. Zusätzlichen Optimismus löste Trumps Aussage aus, die 60-tägige Verhandlungsfrist in Bezug auf das iranische Atomprogramm solle nicht als endgültige Deadline verstanden werden, was das Vertrauen der Anleger stärkte.
Vor diesem Hintergrund stützt der schwächere US-Dollar die Goldpreise. Ein begrenzender Faktor bleibt jedoch der restriktive Ton der Federal Reserve. Wie weithin erwartet beließ die Fed nach ihrer ersten Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,50 % bis 3,75 %.
Gleichzeitig strich die Federal Reserve aus ihrer Stellungnahme Formulierungen, die zuvor auf die Möglichkeit einer geldpolitischen Lockerung hingedeutet hatten, und signalisierte damit eine Tendenz zu weiterer Straffung. Den aktualisierten Projektionen zufolge könnte der Federal Funds Rate bis zum Jahresende 3,8 % erreichen, verglichen mit 3,4 % in der März-Prognose. Die Markterwartungen passten sich rasch an; die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember wird nun auf rund 85 % geschätzt.
Diese Erwartungen lösten einen kräftigen Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen aus, was den Dollar stützte und die Goldnachfrage dämpfte. Infolgedessen agieren Marktteilnehmer vorsichtig und scheuen sich, ihre Long-Positionen im Edelmetall ohne Bestätigung einer weiteren Aufwärtsdynamik auszuweiten.
Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, auf anhaltendes Kaufinteresse zu warten, bevor mit einer Fortsetzung der Gold-Erholung vom Niveau um 4.215 US-Dollar gerechnet wird, an dem in der vergangenen Woche das Tief markiert wurde.
Die Aufmerksamkeit der Trader richtet sich nun auf anstehende US-Konjunkturdaten, darunter den Philadelphia Fed Manufacturing Index und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, die während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht werden. Äußerungen von FOMC-Mitgliedern könnten zudem zu erhöhter Marktvolatilität beitragen.
Aus technischer Sicht hat der gescheiterte Versuch, sich oberhalb der Zone von 4.350–4.360 US-Dollar zu etablieren, die Vorsicht der Käufer verstärkt. Gleichzeitig kam der anschließende Rückgang in der Nähe von 4.260 US-Dollar zum Stillstand; dieses Niveau fungiert derzeit als wichtige kurzfristige Unterstützung.
Der RSI pendelt um 44 und signalisiert eine nachlassende Dynamik, während der MACD moderat positiv bleibt und eher auf einen Rückgang des Verkaufsdrucks als auf die Ausbildung eines tragfähigen Aufwärtstrends hinweist. Beide Indikatoren liegen jedoch weiterhin unter ihren Neutralmarken, was darauf hindeutet, dass die Bären nach wie vor im Vorteil sind.
Eine Bestätigung weiterer Kursgewinne würde daher eine klare Stabilisierung über der Zone von 4.350–4.360 US-Dollar erfordern. In diesem Fall könnten die nächsten Aufwärtsziele das 50 %-Fibonacci-Retracement im Bereich von 4.460 US-Dollar sowie der 200-Tage Simple Moving Average (SMA) sein.
Auf der Unterseite liegt die nächste Unterstützungszone im Bereich von rund 4.200 US-Dollar.