Analyse der Donnerstagstrades:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen beinahe katastrophalen Rückgang am Donnerstag fort und erreichte bis zum Tagesende das Unterstützungsniveau von 1,1455. Nun, zwei Tage nach der FOMC-Sitzung, lassen sich in Bezug auf die Sitzung selbst und die Marktreaktion darauf mehr oder weniger eindeutige Schlussfolgerungen ziehen. Aus unserer Sicht ist die Lage jedoch komplex und widersprüchlich.
Zunächst einmal hat die Federal Reserve lediglich ihre Bereitschaft bekundet, die Zinsen bis zum Jahresende anzuheben, doch der Markt reagierte, als hätte die Zentralbank eine außerplanmäßige Zinserhöhung um 0,5 % vorgenommen. Man sollte dabei bedenken, dass die Fed eine Straffung der Geldpolitik lediglich in Erwägung zieht, während die Europäische Zentralbank bereits in der vergangenen Woche mit einer Straffung begonnen hat. Der Markt ignorierte jedoch die Zinserhöhung im Euroraum und reagierte mit dreifacher Wucht auf die Aussicht einer Zinserhöhung in den USA. Am Donnerstag gab es somit weder fundamentale Gründe für einen Rückgang der europäischen Währung noch für ein Wachstum des US-Dollars. Daher sahen wir gestern eine fortgesetzte Marktreaktion auf die Ergebnisse der FOMC-Sitzung und die Aussagen von Kevin Warsh. Unserer Einschätzung nach fiel die Reaktion des Marktes übertrieben und unlogisch aus.
5M-Chart des EUR/USD-Paares

Im 5-Minuten-Chart hat sich am Donnerstag ein hervorragendes Verkaufssignal gebildet. Gleich zu Beginn der europäischen Handelssitzung prallte der Kurs vom Bereich 1,1527–1,1531 nach unten ab, was es unerfahrenen Tradern ermöglichte, Short-Positionen zu eröffnen. Einige Stunden später wurde der Unterstützungsbereich bei 1,1455–1,1474 erreicht, wo Trader ihre Gewinne sichern konnten.
Wie man am Freitag handelt:
Im Stundenchart hat sich der Abwärtstrend wieder fortgesetzt, allerdings nur mit Unterstützung durch die Fed. Der US‑Dollar wird nicht jeden Tag solche „Geschenke“ erhalten. Mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen Iran und den USA hat der Markt einen Grund weniger, den US‑Dollar zu kaufen. Außerdem ist die Fed nicht die einzige Zentralbank, die weitere Zinserhöhungen in Betracht zieht.
Am Freitag können Einsteiger Short-Positionen mit Ziel 1,1413 eröffnen, falls sich der Kurs unterhalb des Bereichs 1,1455–1,1474 festsetzt. Long-Positionen können mit Zielen bei 1,1527–1,1531 eröffnet werden, falls der Kurs vom Bereich 1,1455–1,1474 nach oben abprallt.
Im 5‑Minuten-Chart sind folgende Marken relevant: 1,1292, 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754 und 1,1830–1,1837. Am Freitag stehen weder in der EU noch in den USA wichtige Veröffentlichungen an, und der Markt ist nach zwei Rückgangstagen wahrscheinlich reif für eine Pause und eine gewisse Korrektur.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die für seine Ausbildung (Abpraller oder Ausbruch) benötigt wird. Je weniger Zeit es braucht, desto stärker ist das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Level zwei oder mehr Trades aufgrund falscher Signale eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase (Flat) kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine ausbilden. Technische Levels können in solchen Phasen ignoriert werden.
- Im Stundenchart sollten Handelssignale des MACD‑Indikators nur umgesetzt werden, wenn die Volatilität ausreichend hoch ist und ein Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.
- Wenn zwei Levels zu dicht beieinander liegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- oder Widerstandsbereich betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Was auf den Charts zu sehen ist:
Kursmarken (Bereiche) von Unterstützung und Widerstand dienen als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen oder als Signalquellen.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung vorgeben.
Der MACD‑Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Bedeutende Reden und Veröffentlichungen (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares stark beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt oder der Markt ganz verlassen werden, um abrupte Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Anfänger im Forex‑Handel sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und ein konsequentes Risikomanagement (Money Management) sind der Schlüssel zum langfristigen Erfolg im Trading.