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FX.co ★ US-Dollar findet neuen Trumpf

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Analysen:::2026-06-22T13:08:12

US-Dollar findet neuen Trumpf

Schmiede das Eisen, solange es heiß ist. Das Sprichwort beschreibt treffend die Reaktion von EUR/USD auf die Gespräche zwischen den USA und der Islamischen Republik. Teheran zog sich zunächst zurück, meldete dann jedoch „signifikante Fortschritte“ im Dialog. Die Aufhebung der Sanktionen gegen iranische Ölexporte und das Freigeben eingefrorener Vermögenswerte erscheinen als greifbare Erfolge für das Land. Die geopolitische Prämie im Ölpreis löst sich rasch auf, und mit ihr verschiebt sich das Kräfteverhältnis am Devisenmarkt. Profitierten der US‑Dollar zuvor von geopolitischen Faktoren, so wird er nun von den Zentralbanken gestützt.

Fallende Ölpreise haben der Fed mehr Handlungsspielraum verschafft und ihren Wettbewerbern zugleich ihr wichtigstes Trumpfargument entzogen – die Inflation als Begründung für eine Straffung der Geldpolitik. HSBC ist der Ansicht, dass das Fehlen einer klaren Führungsfigur und der stärkere Fokus auf Inflation ein Szenario mit einer Zinserhöhung der Fed begünstigen. Das wiederum stützt den US‑Dollar über den Renditeabstand am Anleihemarkt. Die Markterwartungen an eine geldpolitische Straffung durch die Fed steigen weiter, während die Erwartungen an Zinserhöhungen anderswo nach dem jüngsten Rückgang der Ölpreise zurückgegangen sind.

Die Zahlen bestätigen diesen Stimmungswandel. Der Terminmarkt preist inzwischen nahezu vollständig eine Anhebung der Federal‑Funds‑Rate um einen Viertelpunkt bereits im September ein. Ob das ausreicht, um die Talfahrt von EUR/USD weiter anzutreiben, hängt von den tatsächlichen Maßnahmen der Fed ab.

Wahrscheinlichkeit einer Fed‑Zinserhöhung

US-Dollar findet neuen Trumpf

Die EZB hat die Zinsen bereits angehoben – im Juni, zum ersten Mal seit 2023. Die Bank erklärt, der Krieg im Iran habe dazu geführt, dass Inflation nicht mehr nur eine reine Energiegeschichte sei. Ratsmitglied Jose Luis Escriva warnte, die Notenbank müsse die Weitergabe der stark gestiegenen Öl- und Rohstoffpreise an die Löhne genau beobachten. Der Arbeitsmarkt der Eurozone steht unter großer Anspannung und wartet auf die ersten Anzeichen dieses Prozesses.

Allerdings reichte eine einzelne Zinserhöhung nicht aus, damit der Euro einen Sieg für sich verbuchen kann. Bank of America bleibt taktisch short in EUR/USD. Ihrer Ansicht nach hat der Euro von der „hawkishen“ Rhetorik der EZB nicht profitiert, und weitere Kursbewegungen der Währung werden von der Hartnäckigkeit der Inflation und der Haltung der Fed abhängen. Der reale Renditeabstand bleibt ein besonders aussagekräftiger Indikator – und bislang spricht er nicht zugunsten der Gemeinschaftswährung.

Während die Fed derzeit über zwei Trümpfe verfügt – anziehende Inflation und eine schrumpfende geopolitische Prämie – bleibt der EZB nur ein einziger: ein weiterer geldpolitischer Straffungsschritt. Zudem ist dieser bereits in den Märkten eingepreist. Solange sich der Abstand der Realzinsen nicht umkehrt, läuft EUR/USD Gefahr, ein Gefangener der Markterwartungen zu bleiben.

US-Dollar findet neuen Trumpf

Technisch zeigt der Tageschart einen Kampf um das Pivot-Level bei 1,1455. Ein Sieg der Bullen und ein Anstieg über das Pin-Bar-Hoch bei 1,1480 würden Long-Positionen begünstigen. Umgekehrt würde ein Sieg der Bären wahrscheinlich eine Fortsetzung des Abwärtstrends bedeuten.

Analyst InstaForex
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