
GBP/USD setzt seine Abwärtsbewegung im Großen und Ganzen fort, doch das Pfund legte am Montag eine starke Rally hin. Diese Bewegung konnte im Grunde nur aus einem Grund erfolgen – dem Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer. Es ist nicht das erste Mal, dass ein britischer Premierminister vorzeitig aus dem Amt scheidet. Auch die vorherigen sechs Premierminister waren gezwungen, Downing Street zu verlassen, bevor sie ihre Amtszeit regulär beendet hatten.
Man kann davon ausgehen, dass der Markt positiv auf Starmers Rücktritt reagiert hat, da EUR/USD am Montag keine vergleichbaren Zugewinne verzeichnete. Dennoch ist es noch viel zu früh, um vom Ende der bärischen Phase zu sprechen. Es haben sich keine Umkehrsignale gebildet, es gab keinen Liquidity Grab unterhalb des Tiefs vom 31. März, und es sind keine bullischen Formationen entstanden. Zudem war es unmöglich, Starmers Rücktritt am Montag – oder die positive Marktreaktion darauf – im Voraus abzusehen. Zur Erinnerung: Noch vor wenigen Wochen verkauften Händler das Pfund aktiv, nachdem über die schlechte Performance der Labour Party bei den Kommunalwahlen berichtet worden war.
Daher könnte sich die heutige Rally im Pfund als nur von kurzer Dauer erweisen, und es gab praktisch keine Möglichkeit, sich im Vorfeld entsprechend zu positionieren. Das letzte Muster – ein Bearish Imbalance – liefert den Händlern nach wie vor Gründe, mit einem weiteren Rückgang zu rechnen und nach Short-Gelegenheiten statt nach Long-Positionen zu suchen.
Der US‑Dollar tendiert in Phasen geopolitischer Spannungen dazu, sich besser zu entwickeln als Euro und Pfund. Folglich könnten sowohl der Euro als auch das Pfund zusätzlichen Rückenwind erhalten, wenn sich die Risikobereitschaft verbessert. Der Markt bleibt derzeit jedoch vorsichtig in Bezug auf das Abkommen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten und wartet auf die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, was für sich genommen bereits keine leichte Aufgabe ist.
Immerhin lässt sich nun zumindest sagen, dass der Krieg offiziell beendet ist – zumindest vorerst. Die Fed hat eine starke Rally im US‑Dollar ausgelöst, doch ich sehe nach wie vor nicht, was es den Bären ermöglichen sollte, ihren Druck aufrechtzuerhalten. Meiner Ansicht nach bleibt der übergeordnete Trend trotz der deutlichen Rückgänge des Währungspaares in diesem Jahr bullisch.
Die aktuelle technische Lage stellt sich wie folgt dar: In der vergangenen Woche hat sich eine neue Bearish Imbalance (21) gebildet. Händler können daher die Marktreaktion auf dieses Muster als Grundlage nutzen, um Short-Positionen zu eröffnen. Außerdem möchte ich auf die Nähe des Swing-Tiefs vom 31. März hinweisen, wo es zu einem Liquidity Grab kommen könnte. Sollte dies eintreten, könnten die Bullen auf Basis dieser Kombination von Faktoren zum Gegenangriff ansetzen. Vorerst bleibt das lokale technische Bild jedoch bärisch.
Am Montag gab es keine wichtigen Konjunkturdaten, doch die Meldungen über den Rücktritt Keir Starmers lösten eine starke bullische Bewegung aus. Ob sich diese Rally als nachhaltig erweisen wird, bleibt unklar. Ein bärisches Muster liegt weiterhin über dem Markt, weshalb mein kurzfristiger Ausblick bärisch bleibt.
Das breitere fundamentale Umfeld deutet langfristig weiterhin darauf hin, dass ich beim US‑Dollar nicht viel anderes als Schwäche erwarte. Der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hat diese Einschätzung nicht verändert, ebenso wenig die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Fed. Die geopolitischen Spannungen haben den Markt vorübergehend an den Status des Dollars als sicheren Hafen erinnert, doch das Gesamtumfeld für die US‑Währung bleibt weniger günstig.
Die Fed beabsichtigt, die Zinsen im Jahr 2026 anzuheben, was den Dollar grundsätzlich stützt. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass eine straffere Geldpolitik die US‑Wirtschaft bremsen wird. Ich gehe außerdem davon aus, dass jede Straffung durch die Fed nur vorübergehend sein wird, mit dem Ziel, die Inflation zügig zu senken, woraufhin die Federal Reserve zu einem Lockerungszyklus zurückkehren dürfte.
In meinen Augen ist daher jede Stärke des Dollars nur temporär. Dennoch sollten Händler das technische Bild nicht ignorieren, denn dieses signalisiert derzeit eine recht hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Rückgänge bei GBP/USD in den kommenden Wochen. Sollte sich der technische Ausblick ins Bullische drehen, würden sowohl die fundamentalen als auch die technischen Faktoren in dieselbe Richtung weisen.
Nachrichtenkalender für das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten
- Vereinigtes Königreich – Manufacturing PMI (08:30 UTC)
- Vereinigtes Königreich – Services PMI (08:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Manufacturing PMI (13:45 UTC)
- Vereinigte Staaten – Services PMI (13:45 UTC)
Der Wirtschaftskalender für den 23. Juni umfasst vier wichtige Veröffentlichungen, wobei die britischen PMI-Daten die größte Bedeutung haben. Die Konjunkturdaten dürften am Dienstag die Marktstimmung beeinflussen.
GBP/USD Prognose und Trading‑Empfehlungen
Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch, doch gegenwärtig ist das einzige aktive Muster die Bearish Imbalance (21). Händler sollten daher ihren Fokus auf die Marktreaktion auf dieses Muster und auf die Möglichkeit eines weiteren Rückgangs richten, wenn sie nach neuen Handelsgelegenheiten suchen.
Sollte dieses Muster ein neues Verkaufssignal generieren, könnte das Pfund in Richtung der Marke von 1,3007 fallen, an der der bullische Trend invalidiert würde. Das einzige Argument, das derzeit zugunsten der Bullen spricht, ist die Nähe des Tiefs bei 1,3158, an dem es zu einem Liquidity Grab kommen könnte. Bislang jedoch wurde die Liquidität unterhalb dieses Tiefs nicht abgeholt.