
Gold (XAU/USD) ist unter die Marke von 4.100 USD gefallen und hat damit ein neues Zweiwochentief erreicht, begünstigt durch die breite Stärke des US‑Dollars. Inzwischen hat sich der Preis jedoch erholt und versucht nun, sich wieder über diesem Niveau zu behaupten. Trotz ermutigender Signale aus den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran bleiben Marktteilnehmer hinsichtlich der Chancen auf eine endgültige Einigung zurückhaltend. Zusammen mit der restriktiven Rhetorik der Federal Reserve hat dies den US‑Dollar auf den höchsten Stand seit Mai 2025 gehoben und den Druck auf die Preise für Edelmetalle weiter erhöht.
Vermittler aus Katar und Pakistan teilten am Montag mit, dass die erste Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, die auf eine umfassende Vereinbarung zur Beilegung des Konflikts abzielt, mit positiven Fortschritten abgeschlossen wurde. In einer gemeinsamen Erklärung nach dem Treffen in der Schweiz wurde festgehalten, dass sich die Parteien auf eine Roadmap verständigt haben, die innerhalb von 60 Tagen zu einer endgültigen Einigung führen soll. Die Vereinigten Staaten haben im Gegenzug eine der zentralen Bedingungen erfüllt, indem sie die Sanktionen gegen iranische Ölexporte vorübergehend gelockert haben. Darüber hinaus beabsichtigt Washington, in der nächsten Verhandlungsrunde als Vermittler in Gesprächen über die Beendigung der Gefechte im Libanon zwischen der von Iran unterstützten Hisbollah und Israel aufzutreten.
Dennoch bleibt der Optimismus an den Finanzmärkten aufgrund widersprüchlicher Signale aus Washington und Teheran begrenzt. Der US‑Vizepräsident J.D. Vance erklärte, Iran habe zugestimmt, internationale Beobachter zuzulassen und sei bereit, im Rahmen des diplomatischen Prozesses umfassende Waffeninspektionen zu durchlaufen. Gleichzeitig betonte das iranische Außenministerium über Staatsmedien, Teheran habe keine neuen Verpflichtungen in Bezug auf Inspektionen übernommen.
Für zusätzliche Unsicherheit sorgte die Aussage des US‑Präsidenten Donald Trump, wonach die Verhinderung eines iranischen Nuklearwaffenprogramms eine höhere Priorität habe als mögliche wirtschaftliche Folgen eines andauernden Konflikts. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte derweil, die Straße von Hormus werde unter Teherans Kontrolle bleiben und nicht zu ihrem Vorkonflikt‑Status zurückkehren. Diese Entwicklungen stützen weiterhin die geopolitische Risikoaufschlag‑Prämie und erhöhen die Attraktivität des US‑Dollars als sicherer Hafen.
In Bezug auf die Geldpolitik deutete die Federal Reserve in der vergangenen Woche an, dass in diesem Jahr weitere Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, falls der Inflationsdruck anhält. Der Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, Austan Goolsbee, räumte ebenfalls ein, dass sich die Inflationskräfte verstärken und deutlich über dem 2‑Prozent‑Ziel der Fed liegen. Dies hat die Erwartungen gefestigt, dass die Federal Reserve die Zinsen in diesem Jahr mindestens noch einmal anheben könnte, möglicherweise im September oder Dezember. Infolgedessen bleibt der Dollar gut unterstützt, während das unverzinsliche Gold weiter unter Abwärtsdruck steht.
Um bessere Handelschancen zu identifizieren, sollten Marktteilnehmer die vorläufigen US‑Daten zum Einkaufsmanagerindex (PMI), die während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht werden, genau beobachten. Zusammen mit den Reden von FOMC‑Vertretern könnten diese Veröffentlichungen die Richtung des US‑Dollars beeinflussen und Goldpreisen kurzfristigen Impuls verleihen. Das Hauptaugenmerk des Marktes sollte jedoch auf dem Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) und den endgültigen US‑BIP‑Zahlen für das erste Quartal liegen, die beide am Donnerstag anstehen. Zudem könnten neue Entwicklungen in den US‑iranischen Beziehungen die Volatilität erhöhen und zusätzliche Handelsmöglichkeiten schaffen.
Aus technischer Sicht bleibt XAU/USD in einem kurzfristigen Abwärtstrend, während das Paar versucht, sich über der wichtigen psychologischen Marke von 4.100 USD zu halten. Die Oszillatoren befinden sich weiter im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die Bären nach wie vor die Kontrolle über den Markt haben. Gleichzeitig nähert sich der Relative‑Strength‑Index (RSI) dem überverkauften Bereich, was auf die Möglichkeit einer moderaten Gegenbewegung oder einer Konsolidierungsphase hindeutet. Der nächstgelegene Widerstand liegt im Bereich der psychologisch wichtigen Marke von 4.200 USD.