Handelsanalyse vom Dienstag:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD setzte seine Abwärtsbewegung im Handel am Dienstag fort, im Anschluss an die Fed-Sitzung vom vergangenen Mittwoch. Das Paar schafft es nicht einmal, eine kleine Korrektur zu durchlaufen, was auf einen umfassenden Ausverkauf der europäischen Währung hindeutet. Formal gab es gestern Gründe für die Händler, den Euro zu verkaufen. Am Morgen wurden in Deutschland und der Europäischen Union die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungs- und den verarbeitenden Sektor veröffentlicht, wobei fast alle Werte schwächer ausfielen als die Prognosen und die Ergebnisse des Vormonats. Allerdings ignoriert der Markt seit drei Monaten den Großteil der makroökonomischen Daten, und der Dollar steigt nun bereits seit einer ganzen Woche stetig, unabhängig davon, ob es dafür Gründe gibt oder nicht. Viele Experten sind der Ansicht, dass der Dollar aufgrund einer zunehmend „hawkishen“ Haltung der Fed zulegt. Wir glauben nicht, dass dies der Fall ist. Die US-Währung steigt ohne fundamentale Gründe, allein aufgrund des technischen Faktors eines bestehenden Abwärtstrends. Es sei daran erinnert, dass die European Central Bank vor zwei Wochen – im Gegensatz zur Fed – ihren Leitzins angehoben hat, was am Markt jedoch keinerlei Reaktion ausgelöst hat.
5M-Chart des EUR/USD-Paares

Im 5-Minuten-Chart wurde am Dienstag ein Verkaufssignal generiert. Während der europäischen Handelssitzung konsolidierte sich der Kurs unter 1,1413, wodurch Einsteiger die Möglichkeit hatten, Short-Positionen zu eröffnen. Bis zum Ende des Tages fiel der Kurs um etwa 20 Pips und erreichte über Nacht den Bereich von 1,1354–1,1363.
Handelsplanung für Mittwoch:
Im Stundenchart hat sich der Abwärtstrend fortgesetzt. Seit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen Iran und den USA hat der Markt einen Grund weniger, den US-Dollar zu kaufen. Dennoch schenkt der Markt diesem Faktor keinerlei Beachtung und ignoriert insgesamt fast alle Faktoren, die für den Euro sprechen. Somit hat die aktuelle Dollar-Stärke keinen klaren fundamentalen Auslöser.
Am Mittwoch können Einsteiger Short-Positionen mit Kursziel 1,1292 eröffnen, falls sich der Preis unterhalb des Bereichs 1,1354–1,1363 etabliert. Long-Positionen können mit Ziel 1,1413 eröffnet werden, wenn der Kurs vom Bereich 1,1354–1,1363 nach oben abprallt.
Im 5-Minuten-Chart sind die folgenden Marken relevant: 1,1292, 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754 und 1,1830–1,1837. Am Mittwoch veröffentlicht Deutschland seinen Geschäftsklimaindex, und in den USA erscheint der Bericht zu den Verkäufen neuer Häuser. Beide Veröffentlichungen sind von nachrangiger Bedeutung und derzeit nicht marktbestimmend, da der Dollar bereits seit einer Woche gekauft wird.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Bildung benötigt wird (Abpraller oder Ausbruch). Je weniger Zeit dafür benötigt wird, desto stärker ist das Signal.
- Wurden an einem bestimmten Level aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet, sind alle nachfolgenden Signale von diesem Level zu ignorieren.
- In einer Seitwärtsphase (Flat) kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale generieren – oder gar keine. Technische Niveaus können in solchen Phasen ignoriert werden.
- Im Stundenchart sollten Signale des MACD-Indikators nur umgesetzt werden, wenn eine ausreichende Volatilität vorhanden ist und der Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.
- Wenn zwei Levels zu dicht beieinander liegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- oder Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die gewünschte Richtung bewegt hat, sollte der Stop-Loss auf Break-even (Einstand) nachgezogen werden.
Erläuterungen zu den Charts:
Kursmarken bzw. -zonen für Unterstützung und Widerstand dienen als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen oder als Quelle für Handelssignale.
Rote Linien markieren Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und damit die bevorzugte Handelsrichtung widerspiegeln.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzendes Werkzeug, das ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Konjunkturdaten (gemäß Wirtschaftskalender) können die Bewegung eines Währungspaares stark beeinflussen. Während ihrer Veröffentlichung sollte daher mit maximaler Vorsicht gehandelt werden, oder man verlässt den Markt, um plötzliche, gegenläufige Kursbewegungen zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten sich darüber im Klaren sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein wird. Eine klar definierte Handelsstrategie und konsequentes Money-Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Trading.