Analyse von GBP/USD 5M

Auch das Währungspaar GBP/USD versuchte am Freitag, eine Aufwärtsbewegung zu starten, doch daraus wurde kaum etwas. Das britische Pfund und der Euro sind derzeit extrem schwach, und die Gründe dafür sind unbekannt oder zumindest mehrdeutig. Wir bezweifeln weiterhin, dass der jüngste Anstieg des US-Dollar durch den Rücktritt von Keir Starmer oder durch eine Straffung der Geldpolitik der Federal Reserve ausgelöst wurde. Zudem ist es eher unwahrscheinlich, dass die geopolitische Lage der Auslöser war, da Iran und die USA ein Memorandum of Understanding unterzeichnet haben. Aus diesem Grund hätte der US-Dollar eigentlich unter Druck geraten müssen. Möglicherweise verfügen die meisten Privatanleger einfach nicht über dieselben Informationen wie Market Maker, doch anhand der Bewegung des Währungspaars und des Marktverhaltens lässt sich mit einiger Sicherheit feststellen, dass derzeit niemand am Pfund interessiert ist. Daher gelingt ihm nicht einmal eine Korrekturbewegung. Was den Konflikt im Nahen Osten betrifft, so kann er jederzeit wieder aufflammen. Die Kampfhandlungen haben bereits wieder begonnen, obwohl beide Seiten formal noch an einem Waffenstillstand festhalten.
Aus technischer Sicht liegt der Kurs oberhalb der Spanne von 1,3179–1,3187, die als Unterstützung für die britische Währung angesehen werden kann. Ein erneuter Durchbruch unter diese Zone könnte das Pfund in einen weiteren freien Fall schicken. Oberhalb der Kijun-Linie bestehen gewisse Chancen auf eine Aufwärtskorrektur in Richtung der Senkou-Span-B-Linie. Derzeit gibt es jedoch keine Trendlinie, da die Bewegung ruckartig und ohne klar definiertes zweites Extrem verläuft. Der einzige positive Punkt für das Pfund ist der Aufwärtstrend im Wochenchart.
Im 5-Minuten-Chart wurden am Freitag drei Kaufsignale aufgrund der Kijun-sen-Linie und der Spanne 1,3179–1,3187 generiert. Der Kurs prallte jedoch dreimal von diesem Bereich ab, ohne im Anschluss einen nennenswerten Anstieg zu zeigen. Die Marktvolatilität nimmt erneut ab.
COT-Bericht

Die COT-Berichte für das britische Pfund zeigen, dass sich in den letzten Jahren die Stimmung unter den Commercial-Tradern ständig verändert hat. Die roten und blauen Linien, welche die Nettopositionen der Commercial- und Non-Commercial-Trader darstellen, kreuzen sich häufig und bewegen sich überwiegend in der Nähe der Nulllinie. Derzeit entfernen sich die Linien voneinander, wobei die Non-Commercial-Trader weiterhin mit ... Verkäufen dominieren. Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten ist es nicht überraschend, dass die Nachfrage nach risikoreicheren Währungen gering ist.
Langfristig setzt sich die Schwäche des Dollars aufgrund der Politik von Donald Trump fort, was im Wochen-Chart (Abbildung oben) deutlich zu erkennen ist. Der Handelskrieg wird in der einen oder anderen Form noch lange andauern, und Trumps Politik zielt direkt und indirekt darauf ab, die US-Währung zu schwächen. Aktuell stehen jedoch geopolitische Faktoren im Vordergrund, die den Dollar im Jahr 2026 deutlich stützen. Da der Konflikt im Nahen Osten noch nicht gelöst ist, könnte der US-Dollar weiter an Stärke gewinnen. Laut dem jüngsten COT-Bericht (vom 23. Juni) hat die Gruppe der „Non-commercial“-Trader 1.300 BUY-Kontrakte geschlossen und 32.900 SELL-Kontrakte eröffnet. Damit verringerte sich die Nettoposition der Non-Commercial-Trader innerhalb einer Woche um weitere 31.600 Kontrakte.
Analyse von GBP/USD im 1-Stunden-Chart

Im Stundenchart setzt das Währungspaar GBP/USD seinen Abwärtstrend fort, was nicht zum aktuellen fundamentalen und geopolitischen Umfeld passt. Der Markt ignoriert jedoch bereits seit drei Monaten sowohl fundamentale als auch makroökonomische Faktoren und blendet nun auch die Geopolitik aus bzw. reagiert nur selektiv auf einzelne Aspekte. Wir halten den jüngsten Rückgang der britischen Währung nicht für gerechtfertigt, doch das technische Bild signalisiert klar einen Abwärtstrend.
Für den 29. Juni heben wir die folgenden wichtigen Marken hervor: 1,3042–1,3050, 1,3096–1,3115, 1,3179–1,3187, 1,3301–1,3309, 1,3369–1,3377, 1,3465–1,3480, 1,3588, 1,3671–1,3681. Die Linien Senkou Span B (1,3310) und Kijun-sen (1,3205) können ebenfalls als Signalquellen dienen. Es wird empfohlen, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 20 Pips in die richtige Richtung bewegt. Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Ableitung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte.
Am Montag sind weder in Großbritannien noch in den USA wichtige Veröffentlichungen oder Ereignisse geplant. Die Volatilität ist in letzter Zeit deutlich zurückgegangen, doch dem britischen Pfund gelingt es nicht, nach dem starken Einbruch eine vollumfängliche Korrektur einzuleiten. Wir gehen davon aus, dass das Paar auch in dieser Woche weiter versuchen wird, sich leicht nach oben zu bewegen.
Handelsempfehlungen:
Heute können Händler Short-Positionen mit Zielbereich 1,3096–1,3115 in Betracht ziehen, falls sich das Paar unterhalb der Spanne 1,3179–1,3187 etabliert. Long-Positionen bleiben relevant, wenn sich der Kurs oberhalb der kritischen Linie und des Bereichs 1,3179–1,3187 hält, mit Ziel 1,3301–1,3309.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
Preisunterstützungs- und -widerstandszonen (Resistance/Support) sind dicke rote Linien, in deren Nähe Bewegungen auslaufen können. Sie stellen keine direkten Handelssignale dar.
Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien sind Ichimoku-Indikatorlinien, die aus dem 4-Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.
Extremzonen sind dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor bereits abgeprallt ist. Sie dienen als Quellen für Handelssignale.
Gelbe Linien markieren Trendlinien, Trendkanäle und andere technische Formationen.
Indikator 1 in den COT-Charts zeigt die Größe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.