Bitcoin und Ethereum bewegen sich weiterhin auf ihren tiefsten Niveaus der letzten Zeit. Aktuell wird die erste Kryptowährung bei rund 60.000 US-Dollar gehandelt, dem niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Es gibt nach wie vor keine Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend, der im vergangenen Jahr begonnen hat, zu Ende geht. Es sind nicht einmal überzeugende Liquiditätsabflüsse erkennbar, die auf eine Trendumkehr beim Preis hindeuten würden. Das fundamentale Umfeld für den Kryptowährungssektor bleibt schwach und ist vor allem durch eine geringe Spot-Nachfrage sowie Kapitalabflüsse in Richtung des künstlichen Intelligenz‑Sektors gekennzeichnet. Zudem sorgt die Tatsache, dass die Federal Reserve im Jahr 2026 die Zinsen mehrfach anheben könnte, nicht gerade für positive Stimmung am Markt. Entsprechend sehen wir weiterhin keine Grundlage für ein Wachstum der ersten und zweiten Kryptowährung.
Unterdessen hat der Investor und Milliardär Jeremy Grantham erklärt, dass das Interesse an Kryptowährungen allmählich nachlassen werde, da diese Anlageklasse keinen intrinsischen langfristigen Wert besitze. Grantham zufolge sind Kryptowährungen reine Spekulationsinstrumente. Mit anderen Worten: Während Investoren Aktien auf Grundlage der finanziellen Stärke, des Potenzials, der künftigen Gewinne und der Entwicklung eines Unternehmens kaufen, werden Kryptowährungen ausschließlich auf Basis der Marktstimmung erworben. Grantham merkte zudem an, dass Bitcoin die Erwartungen als Wertspeicher nicht erfüllen konnte. Seine dauerhaft hohe Volatilität verhindert, dass Anleger ruhig schlafen können, ohne sich um die Sicherheit des investierten Kapitals zu sorgen. Der Milliardär wies außerdem darauf hin, dass Bitcoin in den vergangenen neun Monaten 50 % seines Wertes verloren habe – etwas, das beim traditionellen Gold, das im gleichen Zeitraum neue Rekordhochs markiert hat, unmöglich wäre.
„Die Menschen nutzen Bitcoin und andere Kryptowährungen weder für Einkäufe im Einzelhandel noch für ernsthafte Transaktionen. Bitcoin ermöglicht es lediglich Kriminellen, Geld zu bewegen, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Blockchain‑Technologie ist beeindruckend, doch dieses Attribut ist auf Bitcoin kaum anzuwenden“, meint Grantham. Somit könnte ein zukünftiges Wachstum von Bitcoin nur mit der Ausbildung einer bullischen Marktstimmung verknüpft sein, in deren Verlauf die Mehrheit der Investoren die erste Kryptowährung wieder aktiv kauft. Dafür wird Liquidität benötigt, die derzeit aktiv in den AI‑Sektor abfließt. Zudem wäre es sehr hilfreich, wenn die Fed ihre geldpolitische Lockerung wiederaufnimmt und damit sicherere Anlageinstrumente weniger rentabel macht.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:
Bitcoin setzt die Ausbildung eines ausgeprägten Abwärtstrends fort. Wir rechnen weiterhin mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US-Dollar (dem 61,8 %‑Fibonacci‑Niveau des dreijährigen Aufwärtstrends), und es gibt nach wie vor keine Anzeichen für den Beginn eines Aufwärtstrends. Die letzte bärische FVG hat sich im Bereich von 68.000–70.700 US-Dollar gebildet und macht diese Zone in den kommenden Wochen zu einem POI für Short‑Positionen. Auf dem 4‑Stunden‑Chart könnte Bitcoin auf die letzte bärische FVG reagieren, was den Tradern ein weiteres Verkaufssignal liefert.
Handelsempfehlungen für ETH/USD:
Auf dem Tages‑Chart setzt sich der im vergangenen August begonnene Abwärtstrend weiter fort. Das zentrale Verkaufssignal bleibt der bärische Order Block auf dem Wochen‑Chart. Wir gehen nicht davon aus, dass der aktuelle Abwärtstrend beendet ist, da es weder bei Bitcoin noch bei Ethereum Anzeichen für einen Abschluss gibt. Ethereum hat seine Abwärtsbewegung mit Zielen bei 1.391 und 788 US-Dollar wieder aufgenommen. Auf dem 4‑Stunden‑Chart wurde die zuvor aufwärtsgerichtete Struktur gebrochen, was die Wiederaufnahme des Abwärtstrends bestätigt. Die letzten drei bärischen FVGs wurden bereits abgearbeitet, und in naher Zukunft könnte sich ein weiteres Verkaufssignal bilden.
Erklärungen zu den Abbildungen:
CHOCH – Change of trend structure (Wechsel der Trendstruktur).
Liquidity – Stop‑Loss‑ und Pending‑Orders, die Market Maker nutzen, um ihre Positionen aufzubauen.
FVG – Fair Value Gap. Der Preis läuft durch solche Bereiche sehr schnell hindurch, was auf das vollständige Fehlen einer Marktseite hinweist. In der Folge neigt der Preis dazu, in diese Zonen zurückzukehren und dort im Sinne des Haupttrends zu reagieren.
IFVG – Inverted Fair Value Gap. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Preis nicht, sondern durchbricht ihn impulsiv und testet ihn anschließend von der anderen Seite.
OB – Order Block. Eine Kerze, in der der Market Maker eine Position eröffnet, um Liquidität einzusammeln und anschließend eine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.

