
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels am Montag wird Gold (XAU/USD) bei 4.035 US‑Dollar gehandelt, ein Rückgang von 0,97 %, da Anleger ihr Engagement in sicheren Häfen reduziert haben, nachdem sich Anzeichen für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran gezeigt haben.
Nach einem Schlagabtausch in der Nähe der Straße von Hormus am Wochenende erklärte ein US‑Beamter am Sonntag, Washington und Teheran hätten sich darauf geeinigt, weitere Angriffe zu unterlassen, um die freie Passage der Handelsschifffahrt zu gewährleisten. Laut Axios planen beide Seiten, die Verhandlungen am Dienstag in Doha wieder aufzunehmen, um die in ihrem Memorandum of Understanding umrissenen Themen weiter zu erörtern.
Wie Reuters unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtet, sagte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, dass 6 Milliarden der 12 Milliarden US‑Dollar an iranischen Vermögenswerten, die in Katar gehalten werden, freigegeben werden sollten. Dieser Schritt könnte als vertrauensbildende Maßnahme im Vorfeld der bevorstehenden neuen Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran gewertet werden.
Trotz der nachlassenden Spannungen bleiben die Märkte vorsichtig. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bekräftigte, dass die Verantwortung für die Sicherheit in der Straße von Hormus vollständig bei Teheran liege, und warnte, dass jeder Versuch, die von Iran bevorzugte Schifffahrtsroute zu umgehen, eine neue Welle der Spannungen auslösen könnte. Die Straße von Hormus ist ein strategisch wichtiger Engpass, durch den fast 20 % der weltweiten Energieversorgung transportiert werden, wodurch Investoren besonders sensibel auf potenzielle Lieferunterbrechungen reagieren.
Unterdessen beurteilen Händler weiterhin die Aussichten für die Geldpolitik der Federal Reserve. Höhere Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen haben die Inflationssorgen verstärkt und nähren die Erwartung, dass die Zinsen länger auf einem erhöhten Niveau bleiben könnten. Dies mindert die Attraktivität nicht verzinslicher Anlagen wie Gold. Laut dem CME FedWatch Tool wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bereits im September derzeit auf etwa 48 % geschätzt.
Für bessere Handelschancen sollten Marktteilnehmer ihren Fokus auf den US‑Arbeitsmarktbericht für Juni richten, einschließlich der Daten zu den Nonfarm Payrolls (NFP), die am Donnerstag veröffentlicht werden. Ökonomen erwarten, dass die US‑Wirtschaft 114.000 Arbeitsplätze geschaffen hat, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3 % bleiben dürfte. Diese Zahlen könnten die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Geldpolitik der Fed maßgeblich beeinflussen.
Aus technischer Sicht befindet sich Gold weiterhin in einem Abwärtstrend. Die Oszillatoren liegen im negativen Bereich und bestätigen, dass die Verkäufer weiterhin im Vorteil sind. Die nächstgelegene Unterstützung befindet sich knapp oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US‑Dollar, im Bereich von 4.015–4.020 US‑Dollar. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde das Tief vom Juni ins Spiel bringen. Um den Aufwärtsschwung zurückzugewinnen, müssen die Bullen den Preis zunächst über den 20‑Tage Simple Moving Average (SMA) treiben.