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FX.co ★ Der Dollar bleibt gegenüber dem Euro stabil

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Analysen:::2026-06-29T22:49:44

Der Dollar bleibt gegenüber dem Euro stabil

Wer erkennt, dass er den Kampf verliert, zieht sich mit minimalen Verlusten zurück. Genau das haben die Wall-Street-Banken getan, indem sie ihre Wetten auf einen stärkeren Euro aufgegeben haben. JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Bank of New York Mellon gehen davon aus, dass der Euro mehr als 3 % verlieren und die Marke von 1,10 erreichen könnte.

Zu Beginn des Jahres 2026 beklagten sich die Entscheidungsträger in der Eurozone noch über die übermäßige Stärke der Gemeinschaftswährung, die erstmals seit fünf Jahren die Marke von 1,20 USD überschritten hatte. Doch der Konflikt im Nahen Osten hat die Spielregeln verändert. Der starke Anstieg der Ölpreise löste eine Flucht in den Dollar als sicheren Hafen aus, und das Währungspaar EUR/USD markierte im Juni ein neues Jahrestief.

Es geht dabei nicht nur um Geopolitik. Vor der ersten FOMC-Sitzung unter Kevin Warsh befürchteten Händler, der neue Vorsitzende könnte dem Druck von Donald Trump nachgeben und über Zinssenkungen sprechen. Warsh stellte jedoch klar, dass die Zentralbank nicht bereit ist, eine hohe Inflation hinzunehmen. Der Terminmarkt erhöhte daraufhin umgehend die Wetten auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve.

Die Europäische Zentralbank hat dagegen einen vorsichtigeren Kurs gewählt. Christine Lagarde erklärte, dass nach einer einmaligen Zinserhöhung eine entschlossenere Reaktion auf den Konflikt im Nahen Osten nicht erforderlich sei und dass die Inflation mittelfristig zum Ziel zurückkehren werde. Diese auseinanderdriftende Rhetorik der Zentralbanken wirkt zum Nachteil des Euro.

Risikodynamik einer Euro-Umkehr

Der Dollar bleibt gegenüber dem Euro stabil

Bank of New York Mellon ist überzeugt, dass die EZB einen Fehler gemacht hat, als sie die Zinsen anhob. Diese Entscheidung habe die Argumente zugunsten des Euro geschwächt, weil sie das Wachstum negativ beeinflusse. Die Bank hält einen Rückgang von EUR/USD unter 1,10 für möglich, verkauft das Währungspaar jedoch nicht aggressiv.

Bloomberg-Strategen gehen noch einen Schritt weiter. Ein Fair-Value-Modell, das auf Zinsdifferenzen und Volatilität als Indikator für die Risikoaversion basiert, deutet auf einen EUR/USD-Kurs näher bei 1,11 hin. Bank of America hat ihre Prognose von 1,20 auf 1,15 gesenkt. Societe Generale brachte es knapp auf den Punkt: „Der starke Euro ist weitgehend Geschichte.“

Allerdings schreiben nicht alle die Währung ab. Laut MUFG gibt es zwei Szenarien. Hebt die Fed die Zinsen nicht weiter an, dürfte EUR/USD in die Spanne von 1,14–1,18 zurückkehren. Setzt die Fed hingegen mehrere Schritte der geldpolitischen Straffung um, droht dem Paar ein deutlicher Absturz weit unter 1,10.

In der Zwischenzeit haben sich die USA und Iran darauf verständigt, gegenseitige Angriffe einzustellen, bis die Verhandlungen über die Straße von Hormus wieder aufgenommen werden. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Gespräche mit Teheran über das Abkommen fortgesetzt werden, und Schiffe sollen sich frei bewegen können. Die Deeskalation dürfte die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen verringern, doch der Markt hat seinen Fokus bereits auf die Zinsdifferenz zwischen Fed und EZB verlagert.

Der Dollar bleibt gegenüber dem Euro stabil

Das bevorstehende EZB-Forum in Sintra wird das Schicksal des EUR/USD klären. Ob der Euro auf 1,10 US-Dollar fällt oder die Kraft zu einem Anstieg findet, hängt von der unterschiedlichen Ausrichtung der Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks ab.

Aus technischer Sicht versucht EUR/USD im Tageschart eine Erholung, da die Bullen versuchen, die Notierungen zurück in die Fair-Value-Spanne von 1,1425–1,1665 zu führen. Ein Ausbruch unter deren Untergrenze würde den Anlass bieten, bestehende Long-Positionen ab 1,1375 aufzustocken.

Analyst InstaForex
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